Die Suche nach dem einen Buch - Lese-AG des Katholischen Gymnasiums Bergschule St. Elisabeth startet als Jugend-Jury in neue Runde

Auch Markus Brodmann (links) und Sören Fröhlich (rechts) gehören im Rahmen der Lese-AG zur Jugend-Jury der Bergschule in Heiligenstadt.
 
Fleißige Leseratten: Constantin Niederau (12), Max Marienhagen (13 und Tilmann Fricke (14) mischen bei der Buchauswahl kräftig mit.
Heiligenstadt Heilbad: Bergschule St. Elisabeth | Stimmengewirr im Raum 203, eigentlich der Klassenraum der 8c des Katholischen Gymnasiums Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt, nun jedoch Ort der Einsatzbesprechung der Lese-AG. In der aus 22 Kindern und Jugendlichen bestehenden Runde sitzen auch zwei „Neulinge“.

Deutschlehrerin Ulrike Plathe, die gemeinsam mit Kollegin Gabriele Richter sowie den beiden Jugend-Teamern Johanna Bürckert (16) und Kim Ackermann (15) die Arbeitsgemeinschaft leitet, begrüßt sie. Dann werden Bücherkataloge mit den aktuellen Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich ausgeteilt.

Die AG-Mitglieder machen sich eifrig an die Arbeit und kreuzen Bücher an, die ihnen interessant erscheinen, und die sie lesen wollen. Die ausgewählten Exemplare werden bestellt - die betreffenden Verlage stellen sie der Schule sogar kostenlos zur Verfügung. Das wiederholt sich dann im Jahr noch dreimal - allein 2012 summierte sich das immerhin auf rund 300 Bücher.

Die Bandbreite der bestellten Werke spiegelt die unterschiedlichen Lese-Interessen der AG-Mitglieder wieder. Sie reicht von der Liebesgeschichte über den Krimi bis hin zum Kriegsroman oder sogar der Horrorgeschichte.

„Für uns ist wichtig, dass wir ein Buch wählen, über das man auch morgen noch nachdenken und reden kann. Den Bücherabklatsch, der zum Beispiel auf die Twighlight-Filme folgte, haben wir jedenfalls schon durch“, meint Jugend-Teamerin Johanna Bürkert selbstbewusst. „Das erklärt dann wohl auch die teils recht krasse Themenauswahl“, sagt Lehrerin Gabriele Richter. „Es ist zudem schon interessant, wie sich manche der ausgewählten Themen miteinander decken oder auch völlig auseinander gehen.“

Nachdem die bestellten Bücher eingetroffen sind, beginnt die eigentliche Arbeit. Die Fünf- bis Elfklässler lesen die Werke und schreiben Rezensionen, die man auf einem Internet-Blog nachlesen kann. Der Blog wurde 2008 eingerichtet und umfasst inzwischen mehr als 400 bewertete Kinder- und Jugendbücher.

Die Buchkritiken bilden aber auch die Grundlage für ein anderes Projekt. Nach einem gescheiterten ersten Bewerbungsversuch 2009 erfüllte sich 2011 dann doch noch der Traum für die Mitlieder der Lese-AG - der Arbeitskreis für Kinder- und Jugendliteratur (AKJ) des Ministeriums für Jugend und Bildung nahm die Arbeitsgemeinschaft in den Kreis der Jugend-Jurys auf. Davon gibt es bundesweit nur sechs Stück mit der Aufgabe, alljährlich ein Buch für die Auszeichnung mit dem Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis zu nominieren.

Am 16. Januar 2012 erhielt die Heiligenstädter Lese-AG durch das Bundesfamilienministerium die offizielle Berufung für die Amtszeit 2013/2014. Die Mädchen und Jungen sind nicht nur mit Feuereifer dabei sondern sich auch ihrer großen Verantwortung bewusst.

In der Vorauswahl landen Bücher der Kategorie „Das geht gar nicht!“ in einem Bücherschrank. Dann gibt es da die Bände mit einem Fragezeichen und schließlich die wirklich „Guten“. Am Ende kommen 40 Bücher in die engere Auswahl, von denen dann nur ein einziges zur Nominierung des deutschen Kinder- und Jugendpreises vorgeschlagen wird.

Um genau jenes Buch zu finden, bedarf es dann auch schon mal eines fünfstündigen Diskussions-Marathons. Unter den Vorschlägen der bundesweit sechs Jugend-Jurys wählt am Ende eine Jury aus erwachsenen Fachleuten den endgültigen Preisträger aus.

Selbstverständlich sind die Mitglieder der Heiligenstädter Jugend-Jury dann auch auf den großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt dabei, wenn sich die Autoren vorstellen und die Sieger des Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreises gekürt werden.

Hintergrund und Fakten


- Die Lese-AG des Katholischen Gymnasiums gründete sich im Schuljahr 2006/2007. Da gab es einige Schüler, die nachfragten, ob man nicht eine Lesegruppe gründen wolle. Das brachte die Sache ins Rollen.
- Pro Jahr gibt es zirka 30 Treffen.
- Pro Monat sind das durchschnittlich 20 neu gelesene Bücher und Rezensionen.
- Neben der Lektüre und Beurteilung neuer Bücher trifft sich die Lese-AG auch mit anderen Jugendgruppen, veranstaltet Lesenächte und organisiert Autorenlesungen.
- Das Internet-Blog findet man unter http://elisabethliest.blogspot.com/
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