Ein einmaliges Erlebnis - Papst Benedikt XVI besuchte das Eichsfeld

Wann? 23.09.2011

Wo? Wallfahrtskapelle Etzelsbach, 37308 Steinbach DE
Unzählige Fahnen grüßen den Heiligen Vater.
 
"Ich habe seit meiner Jugend so viel vom Eichsfeld gehört", spricht das Kirchenoberhaupt und wird bejubelt.
Steinbach: Wallfahrtskapelle Etzelsbach | Das lange Warten hat ein Ende


(ein Augenzeugenbericht vom Jahrhundert-, ja Jahrtausendereignis)


Nach Jahren des Hoffens, ob der Papst wirklich ins Eichsfeld kommen würde, nach Monaten der Vorbereitung, nach vielfältigen Diskussionen über das Für und Wider sowie Stunden des Verharrens auf dem Pilgerfeld war es für tausende Pilger endlich soweit. Viele haben sich bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg gemacht. Sie sind mit dem bus oder dem zug angereist und haben mehrere Kilometer Fußmarsch hinter sich gebracht. Dann hieß es stundenlang Warten. Das Vorprogramm, welches ab 13 Uhr auf der Nebenbühne ablief vertrieb den Pilgern die Zeit. Wallfahrtsorte wurden vorgestellt. Verbände und Institutionen näher betrachtet. Zahlreiche Eichsfelder kommen zu Wort, Hunderte Sängerinnen und Sänger unterhalten die Massen.



Um 17 Uhr beginnt die geistliche Einstimmung auf die Vesper. Eine Armada von sieben Hubschraubern setzte gegen 17.25 Uhr zum Landeanflug hinter der Kapelle an. Gespannt blicken die Pilger auf die riesigen Videoleinwände, um einen ersten Blick auf Papst Benedikt werfen zu können. Stille legt sich über das Feld, nur durchbrochen vom Rosenkranzgebet, das die Pilger auf die nahende Vesper vorbereitet. Die Spannung ist fast spürbar, doch dann setzt Ernüchterung ein. "Papst Benedikt verspätet sich um einige Minuten", tönt es über Lautsprecher zu den Pilgern. Neugierige Blicken versuchen zu erspähen, wer den sieben Hubschraubern entsteigt. Auf den Videowänden sieht man Bundespräsident Wulf an der Seite von Ministerpräsidentin Lieberknecht zum Pilgerfeld schreiten.



Plötzlich geht ein Raunen durch die Menge. In einigen Quadranten werden "Benedetto"-Rufe laut und in der Ferne sieht man einen weiteren Hubschrauber auf Etzelsbach zuhalten. Als die Kameras den Hubschrauber endlich einfangen und auf die großen Leinwände übertragen ist klar: "Hier landet gerade der Papst". Natürlich dauert es noch einige Minuten, bis er sein Papamobil bestiegen hat, aber um 17.49 Uhr ist es soweit. Der weiße Mercedes erreicht das Pilgerfeld und beginnt seinen Rundkurs auf der eigens angelegten Teerstrecke. Vor ihm unzählige Fotografen und Kameralaute. Handys und Fotoapparate werden gezückt, Fahnen geschwenkt, immer mehr "Benedetto"-Rufe werden laut. „Er fährt zu schnell“, hört man vereinzelte Pilger jammern, andere meckern, weil ihnen jemand die Sicht versperrt, doch viele blicken stolz auf ihre Bildschirme, haben sie doch einen guten Schnappschuss vom Heiligen Vater erwischt.



Es vergehen wieder einige Minuten, bevor sich Benedikt XVI. in der zur Sakristei umfunktionierten Kapelle umgekleidet hat und mit seinem Papamobil auf die Altarbühne zuhält. Der Chor beginnt die Vesper mit dem Stück „Lobt Gott in seinem Heiligtum“. Es folgt das Papstlied „Denn wo du bist, ist Zukunft, Herr“, das zwei Eichsfelder eigens für diesen Tag gedichtet und komponiert haben.



Dankbar begrüßt Bischof Joachim Wanke den Heiligen Vater im Eichsfeld. Dann spricht Benedikt die Worte, auf die Viele gespannt gewartet haben: „Ich habe seit meiner Jugend so viel vom Eichsfeld gehört, dass ich dachte ich muss es einmal sehen und mit euch zusammen beten.“ Riesiger Jubel brandet auf. Weiter spricht er: „Nun bin ich sehr glücklich, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, das Eichsfeld zu besuchen. Und hier in Etzelsbach mit euch zusammen Maria zu danken“. In seiner folgenden Ansprache bezieht sich das Kirchenoberhaupt ganz besonders auf die Pieta von Etzelsbach und, die für die Zeit der Marienvesper auf der Altarbühne ausgestellt war und erläutert ihre Besonderheiten.



Nach dem sakramentalen Segen folgt der emotionale Höhepunkt des Abends. Während Papst Benedikt bereits langsam die Altarbühne verlässt, singen 90000 Kehlen gemeinsam das Eichsfeldlied, die Hymne des kleinen Landstriches. Danach minutenlanger Applaus und Benedetto-Rufe. Die Videoleinwand zeigt, wie der Papst auf Landrat Werner Henning und weitere Eichsfelder Vertreter trifft. Dann sieht man ihn wieder Richtung Hubschrauber fahren und davonfliegen.


Ein erhabenes und einmaliges Erlebnis geht zu Ende. Mit Einbruch der Dunkelheit verlassen die meisten Pilger das Feld und machen sich auf den Heimweg. Viele sind an die Abfahrt der Busse gebunden. Andere haben noch einen langen Fußmarsch vor sich. Während Paddy Kelly und der Living Gospel Choir zum Nachprogramm einladen strömen die Massen bereits Richtung Heimat, noch immer berauscht vom eben Erlebten. Die Gemeinden im Umkreis laden zu Pilgerfesten ein und haben für das leibliche Wohl sowie verschiedenste Unterhaltung gesorgt.
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