Ein Leben mit Pferden - Tina Heepe-Voll - Pferdezüchterin, Pferdeausbilderin sowie erfolgreiche Dressur- und Springreiterin

Tina Heepe-Voll mit ihrem zweieinhalb-jährigen Hengst "Close to me". Auf das Springpferd mit hannoveraner Abstammung setzt die Eichsfelder Reiterin große Hoffnungen.
 
Tina Heepe-Voll ist nicht nur erfolgreiche Dressur- und Springreiterin sondern kann sich seit einigen Jahren auch beruflich ganz ihren Pferden widmen.
Heilbad Heiligenstadt: Sportpferde Hillmann | Großvater Hermann Ludewig betrieb in einem kleinen Dorf bei Uslar Landwirtschaft und hielt auf seinem Hof auch Pferde. Das führte beinahe zwangsläufig dazu, dass seine Enkelin Tina im zarten Alter von gerade einmal drei Jahren schon das erste Mal auf einem Pferd saß. Ein Schlüsselerlebnis für Tina Heepe-Voll, die dabei sofort ihre Liebe zu diesen Tieren entdeckte.

Mit fünf Jahren ritt sie schon allein, mit sieben Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Pferd. „Ich hatte ja damals auch vor nichts Angst“, erzählt die heute 31-Jährige. Daran konnte auch ein schwerer Reitunfall mit gebrochenen Rippen, angespießter Lunge, gerissener Milz sowie einer gequetschten Niere nichts ändern.

Als die Neunjährige nach langem Krankenhausaufenthalt wieder entlassen wurde, stand für sie fest, mit dem Reiten weiter zu machen. „Auch meine Eltern haben es mir nicht verboten, obwohl der Arzt das für unverantwortlich hielt. Meine Mutter wusste, dass sie mir das Reiten nicht verbieten kann, weil ich es dann heimlich getan hätte“, erinnert sich Tina Heepe-Voll.

Ihr erstes Pferd war ein Haflinger, den sie selbst zuritt und für die Teilnahme an Dressur- und Springwettkämpfen trainierte. Die ersten Erfolge in Form von guten Platzierungen in Jugendprüfungen stellten sich bald ein. „Ich erinnere mich an meinen ersten Jugendreiter-Wettkampf auf dem Filmerhof in Uslar-Wiensen. Da kam ich als Siebenjährige auf Anhieb auf Platz vier. Vierzehn Tage später folgte auf dem Georgshof in Uslar schon der zweite Wettbewerb im Springreiten, den ich sogar gewann. Ich war so stolz“, erzählt die Reitsportlerin. „Dabei sind Haflinger eigentlich eher Fahrpferde und für Turniere nicht so geeignet.“

Tina Heepe-Voll wollte weiter kommen und bekam mit elf Jahren schließlich einen Hannoveraner-Wallach. „Der besaß schon Turniererfahrung und Routine. Daher war es so, dass ich mehr von ihm lernte, als er von mir“, erinnert sie sich schmunzelnd. „Zu diesem Zeitpunkt war für mich auch schon klar, dass ich das beruflich machen will.“

Einem Praktikumsjahr auf einem Gestüt für Springpferde bei Bielefeld folgte eine Ausbildung zum Pferdewirt mit dem Schwerpunkt Reiten in Adersheim bei Andreas Weiser, der in den 80er und 90er Jahren für Deutschland sehr erfolgreich in der Königsdisziplin Vielseitigkeit (Dressur, Springen und Gelände) ritt.

Mit Plänen und Wünschen ist das aber manchmal so eine Sache. Sie lassen sich nicht immer sofort verwirklichen. Tina Heepe-Voll erging es so. Nach ihrer Ausbildung war sie beruflich erst einmal in einer ganz anderen Branche tätig. Aber selbst in dieser Zeit blieb sie dem Pferdesport und der Arbeit mit Pferden treu, wenn auch dies nur nebenbei geschehen konnte.

Als sie vor fünf Jahren mit ihrem Lebensgefährten Tobias Hillmann sowie zwei Pferden nach Heiligenstadt kam, änderte sich vieles. Endlich konnte sie sich auch beruflich der Arbeit mit Pferden widmen und wagte 2009 sogar den Schritt in die Selbständigkeit. Durch ihre erfolgreiche Teilnahme an Turnieren, bei denen sie gleich von Anfang an sehr hoch einstieg, machte sie sich rasch einen Namen und holte so manchen Preis.

Wie etwa beim Messeturnier „Pferd & Jagd 2002“ in Hannover, wo sie in der Springprüfung Klasse M einen Ehren-Stilpreis gewann. „Das war ein bundesweit einlösbarer Gutschein über einen Satz Kontinentalreifen meiner Wahl. Ich habe einfach die größten Reifen genommen und sie dann verkauft“, verrät sie lächelnd.

1996 kaufte sie sich einen Vollblüter von der Rennbahn, um ihn für den Dressur- und Springsport auszubilden. Mit diesem Pferd namens Asilo-xx gelang ihr auch der Einstieg als Züchterin, bekam sie doch für ihn die Zulassung als Veredler für die Warmblutzucht.

„Von diesem Hengst habe ich selbst ein Fohlen namens Armani HV gezogen, es ausgebildet und sechsjährig an Janne Friederike Meyer, Deutsche Meisterin 2003, 2011 und 2012 im Springreiten, verkauft. Über sie kam Armani nach Italien und geht derzeit in Mailand erfolgreich in Springprüfungen der schweren Klasse an den Start. Inzwischen hat er auch selbst schon Nachkommen gezeugt“, meint sie nicht ohne Stolz.

Und fügt dann hinzu: „Eben das macht mir an meiner Arbeit so viel Spaß: Junge Pferde ausbilden, sie in den Sport bringen und dann beobachten, wie sie sich erfolgreich entwickeln!“
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