Eine richtige Familie - Rund 50 Kinder werden im Landkreis in Pflegefamilien betreut und es gibt weiteren Bedarf

Wolfram und Margaretha Staufenbiel mit ihren Pflegekindern Stefanie (auf dem Arm, ist am Montag 5 Jahre alt geworden), Janina (Mitte 7 Jahre) sowie Maxim (rechts 6 Jahre alt). (Foto: Wolfram Staufenbiel)
Am Montag wurde Stefanie fünf Jahre alt. Ihren Geburtstag feierte sie nicht bei ihren leiblichen Eltern, sondern bei ihren Pflegeeltern Margaretha und Wolfram Staufenbiel in Büttstedt. Hier bei den Staufenbiels fand Stefanie längst nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Familie.

Und sie ist nicht allein, sondern hat mit der siebenjährigen Janina und dem sechsjährigen Maxim - beide ebenfalls Pflegekinder in der Obhut der Staufenbiels - sogar Geschwister.

„Vor zirka vier Jahren haben wir über Bekannte, die selbst ein Pflegekind betreuen, erfahren, dass durch die Jugendämter händeringend Pflegeeltern gesucht werden“, erzählt Wolfram Staufenbiel, dessen fünf leibliche Kinder mit Ausnahme des jüngsten Sohnes schon aus dem Haus sind.

Für die Pflegekinder, die aus verschiedenen Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können (weil zum Beispiel ihre leiblichen Eltern nicht mehr in der Lage sind, sie ordnungsgemäß zu versorgen) bleibt ohne ein neues Zuhause in einer Pflegefamilie nur der Weg ins Kinderheim. Margaretha und Wolfram Staufenbiel meldeten sich beim zuständigen Jugendamt, wo man ihrer Bereitschaft zur Aufnahme von Pflegekindern sehr wohlwollend gegenüber stand.

Zunächst jedoch überprüfte die Behörde, ob die Staufenbiels auch die nötigen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Pflegekindes mitbrächten. „Etwa ein halbes Jahr nach unserer ersten Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt fand schließlich Janina bei uns ein neues Zuhause. Später nahmen wir dann auch noch Stefanie und ihren Bruder Maxim bei uns auf“, erinnert sich Wolfram Staufenbiel. „Wir sind eine richtige Familie, mit allem, was dazu gehört.“

Die Staufenbiels aus Büttstedt sind nicht die einzigen, die Pflegekinder in Betreuung haben. Im Landkreis Eichsfeld gibt es derzeit rund 50 Jungen und Mädchen, die in Pflegefamilien ein neues Zuhause gefunden haben. So manches Kind, vor allem, wenn es schon älter ist, hat zuvor schon Trennungen, Beziehungsabbrüche, Gewalt und andere Dinge ganz bewusst miterleben müssen. In seiner neuen Pflegefamilie erfährt das Kind Liebe und Geborgenheit und hat so die Möglichkeit, seine zum Teil traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund muss man schon gewisse Voraussetzungen erfüllen, um ein oder gar mehrere Kinder in Pflege nehmen zu können. Eine festgelegte Altersbegrenzung für die Pflegeeltern gibt es jedoch nicht, wie auch die Kinder, die eine neue Familie suchen, aus allen Altersgruppen kommen. Vom Kleinkind bis hin zum Jugendlichen reicht die Spanne derer, für die ein neues familiäres Zuhause gesucht wird.

Neben finanzieller erfahren die Pflegeeltern auch anderweitige Unterstützung, zum Beispiel in Form von Schulungen. Und sie sind auch sonst nicht allein: Am 28. August 2009 gründete sich der Pflege- und Adoptiveltern-Verein im Eichsfeld-Nordthüringen e.V., der momentan rund 40 Mitglieder zählt.

Vorsitzender ist Nikolaus Flämig aus Silkerode, die Anlaufstelle befindet sich beim Sozialdienst katholischer Frauen (Skf) in Worbis in der Elisabethstraße 6. Im Verein unterstützen sich die Pflege- und Adoptiveltern gegenseitig, tauschen ihre Erfahrungen aus, geben Hilfestellung bei Problemsituationen und organisieren eigene Weiterbildungen. Natürlich soll auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen gleicher Interessen und vor allem mit dem Jugendämtern gepflegt und weiter intensiviert werden.

Die Staufenbiels sind nicht nur Mitglied in diesem Verein, sondern neben einigen anderen auch Ansprechpartner für all jene, die eventuell Kinder in Pflege nehmen oder gar adoptieren möchten. „Wir wollen Kindern eine Zukunft geben, und es besteht weiterhin ein großer Bedarf an Pflegeeltern“, weiß Wolfram Staufenbiel.

Weitere Infos
• www.pflegeeltern-eichsfeld.jimdo.com
Infos und Kontakt:
• Verein Pflege- und Adoptiveltern im Eichsfeld - Nordthüringen e.V.
- Nikolaus Flämig,
( (036072) 803 01
- Wolfram Staufenbiel,
( (0178) 66 86 825
• Das Jugendamt des Landkreises Eichsfeld
• Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF),
( (036074) 311 75
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.12.2011 | 01:05  
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