Eine Tür zum tieferen Glauben - In Geisleden werden Rosenkränze für Mitchristen in armen Missionsländern gesammelt

Rosenkränze aus den verschiedensten Materialien und in den verschiedensten Ausführungen: Bringfriede Lux und Pfarrer Günter Christoph Haase mit dem Rosenkranzbaum im Hintergrund.
 
Pfarrer Günter Christoph Haase und seine Besucherin begutachten den Rosenkranzbaum. Bringfriede Lux hat versprochen, Rosenkränze für die Aktion zu schicken. Rechts im Hintergrund sind die Informationstafeln rund um den Rosenkranz und die Aktion zu erkennen.
Geisleden: Pfarrkirche St. Cosmas und Damian | GEISLEDEN. Pfarrer Günter Christoph Haase hat Besuch aus Bayern. Professor Dr. h.c. Bringfriede Lux aus Irschenberg holt sich bei ihm zwei Kruzifixe ab und bekommt daraufhin auch noch eine Flasche mit Weihwasser geschenkt, das der Gemeindepfarrer von seiner Wallfahrt aus Lourdes mitgebracht hat.

Kennen gelernt haben sich die Professorin und der Eichsfelder Geistliche im Mai 2012 während einer Wallfahrt nach Banneux in Belgien. Günter Christoph Haase gab der Frau dabei das Versprechen, ihr seine Kirche „St. Cosmas und Damian“ zu zeigen.

Was er bei ihrem Besuch auch tut. Beim Rundgang weckt ein direkt im Geisledener Gotteshaus aufgestellter Baum das Interesse von Bringfriede Lux. Der Baum stellt eine der vielfältigen Aktionen dar, die Pfarrer Günter Christoph Haase immer wieder initiiert.

„Dies ist ein Rosenkranzbaum. Wir sammeln nicht benötigte Rosenkränze für Mitchristen in Ländern der ‚Einen Welt’. Wer einen Rosenkranz übrig hat, kann ihn hier bei mir abgeben. Er wird dann gesegnet und an die Missionszentrale der Diözese Paderborn geschickt. Dort gehen immer wieder Anfragen von Missionaren aus armen Ländern ein, die dringend Rosenkränze für ihre Gläubigen suchen“, erklärt Haase.

Inzwischen hängen schon mehr als 60 Rosenkränze an dem Baum. Die Palette reicht von ganz großen Exemplaren aus Holz über Plastik- und Metall-Gebetsketten - zum Teil in Miniaturausführung zum Tragen am Armgelenk - bis hin zu Rosenkränzen, die sogar im Dunkeln leuchten.

Bringfriede Lux ist begeistert und verrät, dass sie jeden Tag einen Rosenkranz bete. „Für mich ist der Rosenkranz überhaupt das Beten“, sagt sie und verspricht, einige Rosenkränze aus Irschenberg zu schicken.

„Die Idee zur Rosenkranzaktion habe ich von der Wallfahrt nach Lourdes 2012 mitgebracht“, meint der sichtlich erfreute Geisledener Pfarrer. „Dort sieht man überall Menschen, die den Rosenkranz in der Hand haben und ihn beten.“

Damit Kirchenbesucher erfahren, was es mit dem mit Rosenkränzen behängten Baum in „St. Cosmas und Damian“ auf sich hat, hat Günter Christoph Haase neben dem Rosenkranzbaum eine lange Reihe von Informationstafeln aufgebaut, die Auskunft über die Aktion, aber auch über die Ursprünge, Historisches, die Nutzung von Gebetsketten in anderen Religionen, wie dem Hinduismus, Buddhismus sowie Islam, und nicht zuletzt das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“ geben.

„Man sagt, Rosenkranzbeter leben länger, weil ihnen die Meditation Stärke gibt. Der Rosenkranz ist jedenfalls ein ur-katholischer Ausdruck von Frömmigkeit“, erklärt Pfarrer Haase. „Im derzeitigen Jahr des Glaubens kann auch das Rosenkranzbeten eine Tür zum tieferen Glauben sein. Immer am 18. Oktober eines jeden Jahres gibt es eine weltweite Aktion, bei der über eine Millionen Kinder zu einem bestimmten Thema den Rosenkranz beten. Das wird in diesem Jahr sicher der Krieg in Syrien sein.“

Der Gemeindepfarrer, der neben Geisleden auch noch die Pfarrgemeinden „St. Nikolaus“ in Heuthen sowie „St. Martin“ in Flinsberg betreut, wird die Rosenkranzaktion in jedem Fall fortsetzen und wahrscheinlich noch ausdehnen, indem er in anderen Kirchen Vorrichtungen zum Aufhängen von Rosenkränzen aufstellt.

Hintergrund


-Der Rosenkranz ist eine Gebetskette, wie man sie in ähnlicher Form auch vom Hinduismus, Buddhismus und Islam kennt.
- Das Wort „Rosenkranz“ kommt vom lateinischen Begriff „rosarium“, was übersetzt „Rosengarten“ bedeutet. Rosengewächse symbolisieren Maria, die Mutter.
- Seine heutige Gestalt bekam der Rosenkranz in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts im Kartäuser Kloster in Trier.
- Der Rosenkranz hat 59 Perlen. Die Eröffnung des Rosenkranzgebetes wird an einer am Kranz befestigten Kette mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen gebetet, die von zwei großen Perlen gerahmt sind. Darauf folgen auf dem Kranz fünfmal zehn kleinere Kugeln (für die Ave Maria) und eine davon abgesetzte große (für das Vaterunser und Ehre sei dem Vater). Ein Vaterunser, zehn „Ave Maria“ und ein „Ehre sei dem Vater“ bilden ein Gesätz.
- Außerdem gibt es - in Fünfergruppen aufgeteilt - zwanzig Geheimnisse für das Rosenkranzgebet, die sich in freudenreiche, lichtreiche, schmerzhafte und glorreiche Geheimnisse gliedern.
- Gläubige können außerdem eigene Geheimnisse formulieren.
- Das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Jahr des Glaubens geht vom Oktober 2012 bis zum 24. November 2013.
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