Einfach bodenständig bleiben - Rolf Berend aus Gernrode - Europa-Abgeordneter a.D., Karnevalspräsdient und Chorleiter

Rolf Berend beim Komponieren. Viele seiner Stücke, wie das Lied "Im Eichsfeld trinkt man Bier", besitzen in der Region schon Evergreen-Charakter.
 
Diese Holzfigur, eine Flötenspielerin, ist ein gemeinsames Geschenk von Karnevalsverein, Chor und Gemeinderat an Rolf Berend zu dessen 60. Geburtstag. Die Noten im Fuß der Figur gehören zur Europa-Hymne "Freude schöner Götterfunken".
„Ah, jetzt hat er endlich mehr Zeit für andere Aufgaben“, hieß es, als 2009 bekannt wurde, dass Rolf Berend nach 20 Jahren Abgeordnetentätigkeit im EU-Parlament nicht erneut kandidieren würde.

Auf politischer Ebene übertrug man dem Gernröder - nun EU-Abgeordneter a.D. - gleich eine ganze Latte von ehrenamtlichen Funktionen, die von der Kreis- über die Landes- und Bundesebene bis hin aufs Europäische Parkett reichen. Als wenn es für ihn nicht schon genügend Aufgaben in der eigenen Gemeinde gäbe.

Mal ganz abgesehen von dem Umstand, dass Rolf Berend seit nunmehr schon 25 Jahren als Mitglied im Gemeinderat die Gernröder Geschicke mit bestimmt, so ist es vor allem auch die örtliche Vereinsarbeit, die ihn in Atem hält.

Derzeit sind das täglich gleich mehrere Stunden, denn der Gernröder Karneval-Verein e.V. (GKV) feiert mit einem lautstarken „Geimel-Helau“ seinen 50. Geburtstag. Und da gibt es für Rolf Berend - seines Zeichens Karnevalspräsident des GKV - natürlich alle Hände voll zu tun.

Als der Karnevalsverein 1962 gegründet wurde, gehörte Berend zu den Gründungsmitgliedern. Vier Jahre später übernahm er den Vorsitz über die Gernröder Närrinnen und Narren, was ihn heute, nach 46 Jahren, zu einem, wenn nicht gar - den - dienstältesten Faschingsvereins-Chef im Eichsfeld macht. Mit der Übernahme des Vereinsvorsitzes sah sich der damals gerade einmal 23-Jährige schwierigen Aufgaben gegenüber.

„Die Mitglieder waren zwischen 16 und 75 Jahre alt. Da musste man als Vorsitzender ständig ausgleichend wirken, um keine Spannungen aufkommen zu lassen“, erinnert sich Rolf Berend. Daran geändert hat sich bis heute nicht viel, abgesehen vielleicht von dem Umstand, dass die Alters-Spanne der momentan mehr als einhundert Vereinsmitglieder inzwischen von acht bis 80 Jahre reicht.

„Nachwuchssorgen haben wir im GKV nicht, und wenn ich mal von der aktiven Karnevalsbühne abtrete, weiß ich, dass das Vereinsleben in guten Händen liegt“, meint Rolf Berend, um gleich noch einmal zu betonen, dass das Ganze ohnehin keine Ein-Mann-Show sondern die Leistung von mehr als einhundert engagierten Leuten ist.
An dieser Stelle gerät er über das hochkarätige Faschingsprogramm ins Schwärmen, sodass man sofort spürt: Er ist mit Feuer und Flamme dabei!

Dabei geht sein Engagement weit über das hinaus, was sich ein „normaler“ Karnevalspräsident sonst so ans Bein bindet. Denn sicher nicht jedes karnevalistische Oberhaupt komponiert und textet auch noch Lieder für die Faschingskapellen. Über das Zeug dazu verfügt Berend nicht zuletzt durch acht Semester Studium in Musik. Einige, wie etwa der Song „Im Eichsfeld trinkt man Bier“, besitzen hierzulande schon Evergreen-Charakter.

„Während meiner Zeit als EU-Abgeordneter bin ich dann zwar nicht mehr dazu gekommen, habe aber im vergangenen Jahr wieder mit dem Komponieren angefangen“, erzählt der Gernröder. In den vielen Jahren politischer Tätigkeit hat er die Vereinsarbeit nie aufgegeben.

Auch nicht die im Gesangverein „Concordia“, deren Chorleiter er seit 1972 auch noch ist. Neben den wöchentlich stattfindenden 90-minütigen Proben stehen das Jahr über zwölf bis 15 Auftritte auf dem Programm des gemischten Volkschores. Und dass die Gernröder Sängerinnen und Sänger unter anderem eine enge Partnerschaft mit dem Heiligenstädter Chor pflegen, verdanken sie nicht zuletzt wieder ihrem Leiter, wirkte Rolf Berend doch 20 Jahre nebenberuflich als Gesangssolist (Bariton) beim Staatlichen Orchester in Heiligenstadt mit.

„Es war für mich immer wichtig, bodenständig zu bleiben. Ich glaube, etwas anderes hätten mir die Gernröder auch übel genommen.“ Auf die Frage, ob er denn aufgrund seiner vielen Aufgaben und Funktionen innerhalb und außerhalb der Gemeinde nicht in Stress verfalle, antwortet Rolf Berend: „Ich kann sehr impulsiv sein und neige auch dazu, sehr impulsiv an eine Sache heran zu gehen. Heute allerdings bin ich abgeklärter, kann Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, strukturieren und Schwerpunkte setzen.“

Nach 23 Jahren Arbeit als Lehrer entwickelt der Gernröder zudem nicht nur eine gewisse Gelassenheit sondern auch Autorität, die ihm gerade auch die Vereinsarbeit erleichtert. Rolf Berend wird im kommenden Jahr 70 Jahre alt.

Einer seiner größten Wünsche für die Zukunft: „Mein Ziel ist es, die Vereinsarbeit weiter zu führen, so lange ich es gesundheitlich kann. Wenn es dann nicht mehr geht, so wünsche ich mir die Gewissheit, dass die Dinge, die in so vielen Jahrzehnten im Karnevalsverein und im Chor gestaltet wurden, in guten Händen fortgeführt werden.“

Hintergrundfakten zur Person:

Obwohl heute nicht mehr hauptberuflich politisch aktiv, nimmt Rolf Berend ehrenamtlich eine Menge Aufgaben und Funktionen wahr.

So ist er beispielsweise:
- Landesvorsitzender der CDU-Seniorenunion Thüringen
- im Bundesvorstand der CDU-Seniorenunion in Berlin
- der Deutsche Vertreter der CDU-Seniorenunion in Brüssel
- im Berater-Gremium des Bundeskanzleramtes für Europa- und Außenpolitik
- Stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender im Landkreis Eichsfeld
- Mitglied im Kreistag des Landkreises Eichsfeld und Stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender
- gemeinsam mit Landrat Dr. Werner Henning Eichsfeld-Vertreter im Thüringer Landkreistag in Erfurt
- Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken in Bonn
- Mitglied im Katholiken-Rat des Bistums Erfurt
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