Einsichten schaffen - Heiligenstadt ist Standort für ein Arbeitsschutzmobil, das in allen deutschen Bistümern zum Einsatz kommt

Fast drei Monate hat Thomas Stützer für den Umbau und die Ausrüstung des Mercedes Crafters zum VDD-Arbeitsschutzmobil benötigt.
 
Die so genannte Rauschbrille vermittelt, wie stark sich das eigene Sehvermögen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verändert.
Thomas Stützer ist sichtlich stolz auf seine Arbeit. Der Sachverständige aus Heiligenstadt, der zukünftig als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig sein wird, hat von Juni bis September 2011 (zum Papstbesuch war es bereits fertig) im Auftrag der Arbeitsgruppe Arbeitsschutz im Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) einen Mercedes Crafter zu einem Arbeitschutzmobil um- und ausgebaut.

Eine echte Herausforderung, galt es doch, auf begrenztem Raum eine Vielzahl von Informationsmaterialien, Lernmitteln, Anschauungsgeräte und -technik sowie eine komplette Multimediaanlage unter zu bringen.

Und das alles platzsparend und zugleich mit einem Höchstmaß an Betriebs- und Transportsicherheit. Denn in Fragen Sicherheit muss das neue Arbeitsschutzmobil schließlich mit gutem Beispiel voran gehen, wurde es doch gebaut, um deutschlandweit mittels Aufklärung und Schulung für noch mehr Sicherheit an kirchlichen Arbeitsplätzen zu sorgen.

Denn ob Mobiltelefon, Motorsäge oder Bürodrehstuhl - sie können bei unvorsichtiger Nutzung dem Menschen gefährlich werden. Von der Schulung in Erster Hilfe bis hin zum Haut- und Lärmschutz sowie der richtigen Arbeitsplatzbeleuchtung, die Arbeitsschutzthemen sind sehr vielfältig.

Und weil so mancher Kirchenmitarbeiter auch schon mal auf eine Leiter steigt oder gar eine Kettensäge in die Hand nimmt, sind natürlich auch das zwei von derzeit insgesamt elf Informationsmodulen an Bord des Fahrzeuges.

Sogar beim Feiern ist die Sicherheit wichtig. So zeigt die so genannte „Rauschbrille“ aus dem Arbeitsschutzmobil, was geschieht, wenn man sich „ein Schnäpschen zu viel“ genehmigt. Die Brille verzerrt und schränkt das Sehfeld ein, ganz wie es einem Menschen unter dem Einfluss von Alkohol ergeht, und es wirkt auf so manchen schon ernüchternd, wenn er mit der Brille vor den Augen plötzlich nicht in der Lage ist, gerade zu laufen, einen Gegenstand aufzuheben oder sich ganz einfach nur auf einen Stuhl zu setzen.

„Wir wollen möglichst praxisnah und kurzweilig schulen und aufklären, um so die richtigen Einsichten zu erzeugen“, erläutert Gerhard Jünemann, der als Sicherheitsbeauftrager des Bistums Erfurt für die Gesamtkoordination des Arbeitsschutzmobiles am Stationierungsort Heiligenstadt verantwortlich ist.

Derzeit und noch bis Ende Mai befindet man sich in der Probephase, in der mit wissenschaftlicher Begleitung bereits Einsätze, unter anderem in Erfurt, im Bistum Mainz, aber auch in der Pfarrei „St. Gerhard“ in Heiligenstadt sowie im Eichsfeld-Klinikum, absolviert wurden. „Es wird noch eine zentrale Auswertung geben, und wir haben auch einige Dinge festgestellt, die einer Veränderung bedürfen. Insgesamt gesehen hat sich das Konzept aber sehr gut bewährt“, resümiert Gerhard Jünemann.

Für die technische Betreuung sowie die Termin-Koordinierung des Arbeitsschutzmobiles ist Thomas Stützer zuständig.

In Deutschland zählt die katholische Kirche zu den größten Arbeitgebern und muss allein schon von daher ihre Aufmerksamkeit auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz richten. Und auch, wer ehrenamtlich für die Kirche tätig ist, soll nicht zu Schaden kommen oder gar Dritte schädigen.

„Arbeitsschutz ist praktizierte Nächstenliebe“, brachte es Bischof Joachim Reinelt auf den Punkt, als das 2. Katholische Arbeitsschutz-Symposium im vergangenen Jahr in Dresden tagte.

Dort wurde auch das Arbeitsschutzmobil vorgestellt, das seinen Standort nun in Heiligenstadt hat. Allerdings soll es hier möglichst selten stehen. Denn das Mobil kann von allen deutschen Diözesen gebucht werden, um Haupt- und Ehrenamtliche in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu schulen und die breitere Öffentlichkeit für die Problematik zu sensibilisieren.

Das Ganze erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz an der Hochschule Niederrhein.

„Wir liegen hier mitten in Deutschland, das verhindert überlange Strecken in welche Himmelsrichtung auch immer“, begründet Gerhard Jünemann die Wahl Heiligenstadts als Stationierungsort des Fahrzeuges.

Eine Internetseite mit Buchungsmöglichkeit ist eingerichtet, und die Terminanfragen aus den Diözesen reichen bereits bis September 2013. Jetzt kann es losgehen. Mit Sicherheit!

Hintergrund

• Initiiert und geplant wurde das Arbeitsschutzmobil von der Arbeitsgruppe Arbeitsschutz im Verband der Diözesen Deutschlands.
• Kauf, Ausbau und Ausstattung des vom VDD finanzierten Fahrzeugs erfolgten in Heiligenstadt, von wo aus das Mobil auf Reisen geht.
• Die Standortwahl orientiert sich an Deutschlands Mitte, was überlange Strecken verhindern soll.
• Ansprechpartner ist Gerhard Jünemann, Sicherheitsbeauftragter des Bistums Erfurt
• Weitere Infos unter: www.arbeitsschutz-katholisch.de
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