Farbe bekennen und Zeichen setzen - Zwei Projekte des Lokalen Aktionsplans Eichsfeld: Graffiti-Aktion im „Integrative Schülertreff“

Und los geht es! Über die Motive der Grafitti-Kunstwerke hatten sich die Schüler zuvor gemeinsam mit ihren Kunstlehrern Gedanken gemacht. (Foto: Externe Koordinierungsstelle)
 
Mutiger Farbeinsatz: Schön bunt und peppig soll er werden, der Integrative Schülertreff, und dabei noch wichtige Botschaften für den Besucher und Betrachter bereit halten. (Foto: Externe Koordinierungsstelle)
Dingelstädt: Integrativer Schülertreff | Rund drei Stunden benötigen die zirka 30 Schüler, um die blau-grauen Wände des ehemaligen Sportraumes im Dingelstädter Gymnasium mittels Graffiti-Sprühdosen in ein buntes Riesen-Transparent mit den unterschiedlichsten Motiven zu verwandeln.

Was da am Ende zum Thema „Toleranz“ an die Wand gesprüht wird, haben die Grafitti-Künstler zuvor gemeinsam mit den Kunstlehrern ihrer Schule erarbeitet. Und damit auch nichts schief geht, erhalten die jungen Akteure zunächst durch einen Profi eine Einweisung zum richtigen Einsatz der Farb-Sprüh-Dosen.

„No Nazis“, „Demokratie – Toleranz – Vielfalt“, „Braune Einfalt“ – die bunten Botschaften, die hier herüber kommen, sind ziemlich klar. Es geht um ein sichtbares Zeichen, dass hier im Jugendtreff rechtsextremes Gedankengut nicht auf Gegenliebe stößt.

„Farbe bekennen“ heißt das Projekt des Diakonischen Werkes Eichsfeld-Mühlhausen, bei dem die Schüler in Form von Workshop-Modulen darauf aufmerksam gemacht, welche Arten von „Rechter Gewalt“ es gibt. Sie werden darin geschult, antisemitistische Tendenzen zu erkennen und sich gegen die so genannten „Stammtischparolen“ zu behaupten.

Aber es geht auch um Toleranz im Miteinander von behinderten und nicht behinderten jungen Menschen. Deshalb gestalten die Gymnasiasten die Wände im Schülertreff gemeinsam mit Mädchen und Jungen der Dingelstädter „St. Franziskusschule“ für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in der geistigen Entwicklung. Schüler aus beiden Schulformen nutzen diesen „Raum der Begegnung“ schließlich auch gemeinsam.

Der von der Villa Lampe betreute Integrative Schülertreff als ein Projekt des Lokalen Aktionsplanes Eichsfeld (LAP) wird damit zu einem Ort, an dem sich Abiturienten und Förderschüler immer dienstags und mittwochs zu Freizeitaktivitäten treffen können. Es geht um den Abbau von Vorurteilen und Barrieren zwischen den unterschiedlichen Schulformen, um gegenseitige Akzeptanz und eine positives Wahrnehmung des „Andersseins“.

Das Logo des Lokalen Aktionsplanes Eichsfeld, zwei rot und gelb gefärbte Menschenfiguren über dem Umrissen des Landkreises Eichsfeld, finden als Motiv übrigens ebenfalls einen Platz an der Wand im Integrativen Schülertreff. Umrahmt wird es vom neuen LAP-Slogan „Füreinander – Miteinander – Wir gestalten“.

Das Dingelstädter Gymnasium und die „St. Franziskusschule“ sind nicht die einzigen Einrichtungen im Landkreis, in denen der Lokale Aktionsplan Eichsfeld sichtbare Zeichen setzt oder noch setzen will. Weitere Aktionen in Schulen, Vereinen und Jugendeinrichtungen werden in den nächsten Tagen und Wochen folgen.

Projekt „Farbe bekennen“

Vorläufige Termine für Aktionen im Rahmen des Projektes „Farbe bekennen“
- 11.und 12. Juli an der Regelschule Breitenworbis mit zirka 20 Schülern
- 16., 17. und 18. Juli in Heiligenstadt
- Am 19. Juli in der Regelschule Uder mit zirka 35 Schülern der Klassenstufe 9
- Am 23., 24. und 25. Juli im Gymnasium Leinfelde
- Am 19. August im Pfarrhaus Großtöpfer mit Jugendlichen der „Jungen Gemeinde“


Projekt „Integrativer Schülertreff“

- Der „Integrative Schülertreff“ in Dingelstädt steht allen Gymnasiasten und Förderschülern jeden Dienstag und Mittwoch, jeweils von 12.00 bis 14.00 Uhr offen.
- Ein pädagogischer Betreuer der Villa Lampe begleitet die Kinder und Jugendlichen während der Öffnungszeiten und führt gemeinsam mit ihnen Freizeitaktivitäten durch.
- Zur Verfügung stehen unter anderem ein Kickertisch, eine Tischtennisplatte sowie zwei Computer.
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