Filigran, komplex und sehr aufwendig - Helga Schotte aus Heiligenstadt hat das Verzieren von Ostereiern zu einer wahren Kunst entwickelt

Helga Schotte bei der Arbeit, die für sie aber alles andere als eine solche ist, sondern vielmehr Therapie, Hobby und Entspannung.
 
Selbst für Helga Schotte etwas ganz besonderes ist dieses fast kugelrunde Osterei.
Nein, nicht jedes Ei ist es wert, durch Helga Schottes kunstvolle Verzierung zum Osterei geadelt zu werden.

„Ich suche mir nur Eier mit einer glatten Oberfläche aus, die zudem schön rund und wohlgeformt sind. Das sind meist Eier mit brauner Schale. Die Weißen haben dagegen oft so eine Spitze“, erklärt die Heiligenstädterin, die sich dem Bemalen von Ostereiern verschrieben hat.

Nun wäre das ja eigentlich nicht unbedingt etwas Besonderes, wenn die 75-Jährige nicht in den zurückliegenden 40 Jahren aus ihrem Hobby eine regelrechte Kunst entwickelt hätte. Das ganze Jahr über gilt: Wenn die Familie Fernsehen kuckt, sitzt Helga Schotte in der Küche, färbt, bemalt und verziert.

Der Weg vom rohen Ei zum kleinen Kunstwerk führt über mehrere Etappen und kann schon mal gut eine Woche oder länger dauern. Nach dem Ausblasen und Auswaschen kommen die Eier zunächst zum Trocknen in ein Körbchen. Dann werden sie ein- bis zweimal kräftig mit Acrylfarbe grundiert.

Nun endlich beginnt das eigentliche Verzieren, das sich über mehrere Tage und Abschnitte hinzieht. Mit einem feinen Pinsel malt und tupft Helga Schotte Blumenmuster, komplizierte Ornamente oder auch Figuren auf die Eier. Einer Vorlage folgt sie dabei nicht, die Motive bilden sporadische Eingaben ihrer Fantasie, die sich während des Gestaltungsprozesses durchaus noch weiter entwickeln können.

„Die komplizierten Ornamente und Muster gestalte ich aus dem Handgelenk heraus, wobei ich in der Mitte beginne und mich dann nach außen arbeite“, erläutert sie. Mit den Jahren wurden die Motive immer filigraner.

Die halbfertigen „Produkte“ - geschätzt sind das derzeit etwa 200 Eier - werden in einem großen Goldfischglas aufbewahrt, wo sie darauf warten, wieder in Arbeit genommen zu werden.

Wann und wie das erfolgt - unter Druck setzt sich Helga Schotte da nicht. Das hat sie auch gar nicht nötig, da sie - ganz egal ob das Osterfest kurz bevor steht oder längst vorbei ist - das ganze Jahr über ihrem Hobby frönt. Über 40 Jahre hinweg hat sie da vermutlich schon Tausenden Eiern zu einem neuen Aussehen und Dasein verholfen.

Die Produkte ihres offenbar unstillbaren Drangs zur Kreativität sind unübersehbar im ganzen Haus zu finden - auf Tischen, in Töpfen, Körben und Schränken, an den Wänden oder in den Fenstern.

Damit das Ganze nicht überhand nimmt, bietet Helga Schotte ihre kleinen Kunstwerke auch auf Ostermärkten an oder verschenkt sie. Allerdings nur sehr schweren Herzens, denn - wie sie schmunzelnd gesteht - sei sie selbst der größte Fan ihrer Ostereier, sodass es ihr wirklich schwer fällt, sich von diesen zu trennen.

Einer Sache ist sie sich ganz gewiss: „Arbeitslos werde ich mit Sicherheit nicht, denn dafür macht mir mein Hobby einfach viel zu sehr Spaß!“

Hintergrund


- Helga Schotte ist gebürtig aus Breitenbach, lebt aber seit 1958 in Heiligenstadt.
- Die Mutter von vier Kindern hätte gerne auch beruflich mit kreativer Malerei gearbeitet, erlernte dann aber schließlich den Beruf Industriekauffrau.
- Mit dem Bemalen von Ostereiern begann sie in den 70er Jahren.
- Auslöser war eine Geschenkschachtel mit acht sehr schön verzierten Ostereiern aus Österreich, die sie damals nicht nur begeisterte sondern auch dazu animierte, sich selbst einmal im kunstvollen Bemalen von Eiern zu versuchen.
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