Fleißige Bienchen: Gute Honig- Ernte

Gespannt lauschten die Besucher des Biene-Maja-Tages im vergangenen Jahr, wie Reinhold Pryzwarra den Vorgang des Honigschleuderns erläuterte.
Leinefelde: Imkerverein | Zufrieden blick Reinhold Pryzwarra auf seine insgesamt zehn Bienenvölker, die er bereits für den Winter angefüttert hat. Insgesamt betrachtet war es ein gutes bis sehr gutes Honigjahr. Vor allem im Vergleich zum vergangenen konnte der Ertrag deutlich gesteigert werden. Trotz eines schlechten Starts in das Jahr konnten am Ende gute Ergebnisse erzielt werden.

"Das Frühjahr war viel zu wechselhaft. Die Bienen wussten bei den vielen drastischen Temperaturschwankungen nicht was sie machen sollten", weiß der Imker zu berichten. Ebenfalls problematisch ist die Entwicklung in der Landwirtschaft, durch die zum Beispiel der Raps viel früher im Jahr blüht. "Dadurch kommen Raps und Obstblüte zusammen und den Bienen fehlt während des restlichen Sommers der nötige Nektar", wundert sich Pryzwarra.

Dennoch ist die Qualität des Honigs in diesem Jahr sehr gut, da er sehr trocken ist. Bei Regentagen konnten die Bienen den Honig sehr gut eindicken, also das Wasser entziehen, sodass der Wassergehalt teilweise unter 16 Prozent liegt. Zwar waren die Honigpreise bei den Imkern in den vergangenen Jahren immer sehr stabil, doch es liegen bereits Ankündigungen vor, die eine Erhöhung der Preise für Winterfutter ankündigen. "Somit ist es für uns nur eine Frage der Zeit, wann wir unsere Preise anpassen müssen", bedauert der Leinefelder Imker, der neben seinem Imkerhobby als Vorsitzender des Leinefelder Imkervereins fungiert.

Froh ist er vor allem über die neuen und jungen Vereinsmitglieder, die dank des jährlich stattfindenden Biene-Maja-Tages im Worbiser Bärenpark gefunden werden konnten. "Das Problem ist, dass viele auswärts arbeiten, ein Imker aber besonders in der Zeit von Mai bis August intensiv mit seinen Bienen arbeiten muss. Das können viele Arbeitnehmer heute nicht mehr nebenher schaffen", bedauert Pryzwarra die Situation.

Dennoch ist der Leinefelder Imkerverein zurzeit gut aufgestellt und zählt 23 Mitglieder sowie ein Ehrenmitglied. Das älteste Mitglied ist 83, das jüngste 25 Jahre. Auch zwei Frauen sind seit 2009 Mitglied. Gemeinsam pflegen diese Imker etwa 158 Bienenvölker. Was viele gar nicht wissen ist, dass die Bundesrepublik ihren Honig sogar importieren muss, da 20 Prozent des Bedarfs nicht aus der eigenen Produktion gedeckt werden kann.

Problematisch ist dabei zusätzlich die Entwicklung, dass es immer weniger Imker gibt. Der Nutzen unserer Bienen ist jedoch kaum zu verkennen, allein volkswirtschaftlich wird er aufgrund der Bestäubungsleistung auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen 200 Millionen Euro an Honiggeld.

Stefanie Rödiger
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