Franziskus auf dem Donnerstuhl - Heiligenstädter Racing-Team bereitet sich auf das Red-Bull-Seifenkistenrennen am 14. Juli vor

Thomas Meyer, Chefkonstrukteur und kreative Seele des Teams, testet die Lenkung. Beim Rennen selbst wird allerdings Tobias Gaßmann am Steuer sitzen. (Foto: Franz Mayer privat)
 
Eine Kistenskizze vom zweisitzigen "Donnerstuhl". Die selbstragende Karosserie wird aus Aluminium bestehen. (Foto: privat Franz Mayer)
HEILIGENSTADT. Als Franz Mayer mitsamt Team beim Red-Bull-Flugtag 2012 - hier stürzen sich tollkühne Piloten mit äußerst kuriosen „Fluggeräten“ von einer sechs Meter hohen Rampe ins Wasser - an den Start ging, hat er wohl einen gewissen Eindruck hinterlassen. Immerhin „flog“ das Eichsfeld-Team unter 42 Teilnehmern auf einen hervorragenden fünften Platz.

Im Februar fragte Red Bull bei dem Heiligenstädter an, ob er denn nicht am Red-Bull-Seifenkistenrennen am 14. Juli im Landschaftspark Hoheward in Herten teilnehmen wolle. Franz Mayer sagte zu.

Mit Thomas Meyer, Tobias Gaßmann und Sascha Hackethal waren auch ziemlich rasch Mitstreiter gefunden. Man kennt sich schließlich vom gemeinsamen Drift-Trike-Fahren, einer Fun-Sportart, die ihren Weg vom fernen Neuseeland bis ins Eichsfeld gefunden hat.

„Franziskus auf dem Donnerstuhl“ - so lautet der offizielle Team-Name in Anspielung auf den Papst und sein Papamobil. Letzteres stand - zumindest vom Äußeren her - Pate für die Entwicklung des Seifenkistengefährtes der Eichsfelder. Der „Donnerstuhl“ wurde zu einhundert Prozent in Handarbeit gefertigt. Er besteht aus einer selbsttragenden Aluminium-Karosserie, in der Tobias Gaßmann als Pilot vorn in einem separaten Cockpit sitzen wird, während Franz Mayer im Papstkostüm im hinteren Aufbau - ganz so wie der wahre Pontifex in seinem Papamobil - Platz nimmt.

Derzeit hat das Gefährt noch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen und wird abspecken müssen, um unter den maximal erlaubten 80 Kilogramm zu bleiben. Das bekommen die Heiligenstädter aber in den Griff, denn: „Thomas und Tobias haben unheimlich viel Ahnung von Autos“, weiß Franz Mayer, der als großes Nachtwuchstalent des Heiligenstädter Motorsportclubs im Trial-Motorradsport wohl auch selbst nicht völlig ohne Erfahrungen daher kommt.

Beim Rennen am 14. Juli in Herten will es das Donnerstuhl-Racing-Team bis unter die ersten Drei schaffen. Beim Web-Voting für die Teilnahme-Qualifikation am großen Red-Bull-Seifenkisten-Rennen hatten die Heiligenstädter unter 100 Bewerber-Teams die Nase jedenfalls schon mal ganz vorne, und das auch noch mit einem komfortablen 300-Stimmen-Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Am vergangenen Samstag startete das Racing-Team zu einer ersten Testfahrt in Heiligenstädter Gewerbegebiet an der B 80. „Der Test lief ganz gut,“ resümiert Franz Mayer. Die Seifenkiste habe es auf eine Geschwindigkeit von etwa 35 km/h gebracht.

Das klingt nicht viel, doch zum einen wies die Teststrecke nur ein relativ kleines Gefälle auf, zum anderen zeigte sich, dass die Hinterräder schliffen. Letzteres Problem ist bereits behoben und wird wohl einen erheblichen Geschwindigkeitszuwachs bringen.

Zu den letzten Maßnahmen, denen sich die vier Heiligenstädter vor dem Red-Bull-Rennen noch widmen, gehört das Dekorieren des „Donnerstuhles“. Bis zum Start am kommenden Sonntag werden das Racing-Team und die Seifenkiste bereit sein!

Hintergrund


- Die Idee für den Namen des Heiligenstädter Racing-Teams „Franziskus auf dem Donnerstuhl“, der etwas Eichsfeld-Typisches aufgreifen sollte, stammt von Christina Gaßmann und spielt auf den Papstbesuch 2011 im Eichsfeld an.
- Der „Donnerstuhl“ ist etwa drei Meter lang und misst jeweils 1,75 Meter in der Breite und der Höhe.
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