Geliebte Rundungen: Babybauch aus Gips erinnert an besondere Zeit

Nicole Jakob fertigt in ihrem Atelier dreidimensionale Abformungen.
Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt): Atelier Jacob | Jeder Babybauch ist einzigartig – aber vergänglich. Nicole Jakob schafft in ihrem Atelier für Abformdesign und Decokunst in Bernterode nahe Heilbad Heiligenstadt plastische Erinnerungsstücke.

„Es gibt besondere Momente im Leben, die es festzuhalten lohnt.“ Eine Schwangerschaft gehört für Nicole Jakob mit ­Sicherheit dazu. Der ­Körper verändert sich. Die ersten Bewegungen des Kindes sind spürbar, winzige Händchen und Füßchen treten und klopfen von innen. Neues Leben wächst im Babybauch heran. Diese stolze Zeit voller Vorfreude will die Eichsfelderin mit Körperabformungen verewigen. In ihrem Atelier in Bernterode nahe Heilbad Heiligenstadt fertigt sie mit Spezialbinden, hochwertigem Gips und Farben plastische Erinnerungsstücke, vor allem Bauchabdrücke.

„Ich muss doch wissen, wie sich die Frauen fühlen.“


Aus ihrer Erfahrung bietet sich dafür der Zeitraum zwischen der 32. und 36. Schwanger­schaftswoche an. Dann ist der Babybauch schön prall und rund, hat sich aber noch nicht ­gesenkt. Später, gegen Ende der Schwanger­schaft, könnte es schon etwas anstrengend werden, 20 Minuten auszuharren, bis der Gips getrocknet ist. „Oder“, ergänzt die zweifache Mutter lachend aus eigenem Erleben, „der vereinbarte Termin kommt gar nicht mehr zustande – wegen einer verfrühten Geburt.“ Der ältere ihrer beiden Söhne, heute ist er sieben, hatte es nämlich auch eilig, auf die Welt zu kommen – genau einen Tag, bevor sie ihre Rundungen verewigen wollte. Später hat Nicole Jakob die Prozedur nachgeholt, einfach mal so ihren flachen Bauch abgeformt. Die Begründung klingt plausibel: „Ich muss doch wissen, wie sich die Frauen fühlen.“ Wenn der Gips trocknet, beschleiche einen schon ein Gefühl der Enge. Dennoch könne man ganz normal weiteratmen.

Der Werkstoff Gips liegt ­Nicole Jakob. „Aber es ist keiner aus dem Baumarkt, der würde schnell bröseln“, betont die 33-Jährige. Schließlich sind ihre Kunstwerke für die Ewigkeit gedacht. Wie sich ihr Material genau zusammensetzt, bleibt ein Geschäftsgeheimnis. Sie behandelt jedes Stück mit Vorsicht – wie ein rohes Ei. Mehrmals wird die Rohform geschliffen, gespachtelt, geschliffen, dann mit Farbe veredelt und auf Wunsch mit Pinsel oder Airbrush-Technik verziert. Blumen, Ornamente, ja sogar ein angedeudetes Negligee gab es schon. „Auch Babyfuß oder -hand können später aufgebracht werden“, ergänzt sie.

Nicole Jakob ist gelernte Friseurin, hat viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Aber die Idee der dreidimen­sionalen Abformung spukte schon lange in ihrem Kopf ­herum. Nach ersten privaten Arbeiten wollte sie mehr aus dem Hobby machen und ­sattelte um. Die nötigen Kniffe und Tricks hat sie während ihrer Ausbildung in Karlsruhe gelernt. Seit Mai betreibt sie ihr eigenes Atelier. Hier formt sie nicht nur Bäuche, sondern auch Füße und Hände jeden Alters ab. „Das ist faszinierend, weil jedes noch so kleine Hautfältchen reproduziert werden kann.“
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