Gott segne deinen Weg! - Bronzefigur, Stele, Muschelgeländer und nun auch ein Pilgerstempel - Uder ist Station am Jakobus-Pilgerweg

Die Bronzefigur des rastenden Pilgers wurde vom Heiligenstädter Künstler Werner Löwe geschaffen und lädt Pilger zum Platznehmen und Ausruhen ein.
 
Frank Kaufhold (links) und Siegfried Arand (rechts) an der Hinweistafel in Uder, die neben einer Karte auch viele interessante Dinge über den Jakobus-Weg zu erzählen weiß.
Es gibt bei uns im Ort so einen Spruch, der da lautet: In Uder kommt man um St. Jakobus nicht herum“, meint Frank Kaufhold schmunzelnd. Tatsächlich tragen im Ort die Pfarrgemeinde, die Kirche, eine Apotheke und nicht zuletzt der katholische Kindergarten den Namen „St. Jakobus“. Seit 2007 hat man sogar einen Pfarrer namens Jacob (was natürlich reiner Zufall ist).

Hintergrund der ganzen Namensgebungen (mit Ausnahme des Pfarrers): Der Jakobus-Pilgerweg führt auf der alten Heer- und Handelsstraße Leipzig-Köln direkt durch die Eichsfeldgemeinde Uder.

„St. Jakobus der Ältere“ ist als einer der zwölf Apostel der Schutzpatron der Pilger, Wanderer und Reisenden. Sein Grab in der nordspanischen Stadt Santiago de Compostela bildete schon vom 10. bis 15. Jahrhundert das Ziel ungezählter Pilger aus ganz Europa, welche diese Stätte zum drittgrößten Wallfahrtsort der Christenheit nach Jerusalem und Rom machten. Das Netz der Jakobswege legte sich ein halbes Jahrtausend lang über den gesamten europäischen Kontinent.

Als der Europa-Rat 1986 den Jakobsweg als Ganzes zum europäischen Kulturgut erklärte, wandte sich der damalige Pfarrer Heinz-Josef Brodmann stärker diesem Thema zu. Nach der Wende arbeitete er mit allen Kräften daran, den Jakobus-Gedanken über die Pfadfinder zu verbreiten.

Mit Erfolg - 1997 reisten die Pfadfinder mit ihrem Leiter Siegfried Arand nebst Pfarrer Brodmann das erste Mal nach Santiago de Compostela. Seitdem sind „St. Jakobus“ und der gleichnamige Pilgerweg, auf dem Uder eine von vielen Stationen bildet, in der Eichsfeldgemeinde allgegenwärtig.

Dafür sorgen heute neben dem Pfarrer vor allem die Pfadfinder unter Leitung von Frank Kaufhold und Siegfried Arand.

Seit 1998 gibt es in Uder einen Kilometerstein, der darauf verweist, dass Pilger von der Eichsfeldgemeinde aus noch 2.407 Kilometer bis zum Wallfahrtsort in Nordspanien vor sich haben.

2007 wurde ein Geländer mit Muschelverzierung am Kirchbach in Uder aufgestellt, wie es in ähnlicher Form auch in Santiago de Compostela zu finden ist.

2010 kam eine vom bekannten Eichsfelder Künstler Werner Löwe geschaffene Bronzefigur hinzu - ein rastender Pilger auf einem Stein. Inzwischen findet man im gesamten Ort verschiedene Tafeln und andere Hinweise auf den Jakobus-Pilgerweg.

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes erhielt die Pfarrgemeinde nun ein besonderes Geschenk in Form eines Pilgerstempels. Ein solcher war nach Meinung Frank Kaufholds längst überfällig, weshalb sich der Pfadfinderleiter nun so mehr freut: „Nun haben wir einen Stempel, der in vielen Pilgerbüchern für die Besucher eine Erinnerung an eine interessante Station am Jakobusweg und unsere schöne Jakobuskirche sein wird. Gott segne Ihren Weg!“

Letzterer Segen findet sich neben der Figur eines rastenden Pilgers sowie dem Wort „Ultreia“ - was übersetzt so viel bedeutet, wie „Vorwärts, los geht‘s“ - auf dem Stempelabdruck wieder.

Frank Kaufhold und Siegfried Arand hoffen, dass der Stempel an anderen Pilgerstationen im Eichsfeld Schule macht. Die Radwegekirche in Bodenrode jedenfalls hat ebenfalls schon einen.

In Uder sind mit dem neuen Pilgerstempel die Ideen und Projekte rund um den Jakobus-Pilgerweg längst nicht abgeschlossen. 2017, wenn der Pfadfinderstamm der Gemeinde 20 Jahre alt wird, soll es wieder nach Santiago de Compostela gehen. Die Pfarrgemeinde selbst plant ebenfalls eine Busreise zum nordspanischen Wallfahrtsort und... „Im Jahre 2022, so Gott will, werden wir auch solch ein großes schwingendes Weihrauchfass in unserer Kirche aufhängen, wie wir es in der Kathedrale in Santiago de Compostela gesehen haben“, so Siegfried Arand.

Hintergrund


- Pfarrer Eberhard Jacob aus Uder erwähnte in seiner Predigt im Zuge der Übergabe des Pilgerstempels, dass die Heiligen drei Könige die ersten christlichen Pilger waren, die auf ihrem Weg Jesus gefunden haben.
- In Spanien gehören das Dreikönigsfest und der Einzug der Könige zu den beliebtesten Umzügen. Am Meer, so zum Beispiel in Mallorca, kommen die Könige gar mit dem Schiff. Sie erinnern auf diese Weise daran, dass jedes Kind ein „Christkind“ sein kann, verweisen aber auch darauf, dass so Vieles in der spanischen Geschichte aus dem Orient kam. Nach den Umzügen gehen die Familien nach Hause, und erst dann gibt es für sie die Bescherung. - Pfarrer Jacob schlug in Uder allen Gottesdienstteilnehmern vor, einen Ersttagsstempel mit dem Spruch: "Gott segne deinen Weg" im Gesangbuch mit nach Hause zu nehmen, wovon auch tüchtig Gebrauch gemacht wurde.
- Pilger auf dem Jakobus-Weg können den Stempel im Pfarramt oder in der Jakobus-Apotheke in Uder bekommen.den Bau eines Jungeninternates in Uganda gesammelt.
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