Materielle Hilfe und ein Arbeitseinsatz - Am Ostermontag startet der nächste Transport des Kolpingwerkes in Richtung Ukraine

Annette Müller und Martin Bode bei Vorbereitungen für den Hilfstransport: Nudeln, Reis, Süßigkeiten und noch viele andere Dinge mehr werden auf die weite Reise in die Ukraine gehen.
 
Für die Küche der Schule in Sadnestrjansk nehmen Martin Bode und Annette Müller einen kompletten Satz Geschirr mit, da selbst dieses fehlt.
Am Ostermontag um 3.30 Uhr - zu einer Zeit, in der die meisten Menschen noch im Bett vom Osterhasen träumen - geht der Hilfstransport des Kolpingwerkes von Heiligenstadt aus auf die lange Reise in die Ukraine.

An Bord der fünf Kleinbusse werden sich neben den 30 Reiseteilnehmern außerdem Lebensmittel, Spielzeug, Geschirr, Computer sowie eine Lautsprecheranlage befinden. Hinzu kommen Baumaterial und Werkzeug.

1.137 Kilometer sind es bis ins ukrainische Lviv (Lemberg), das man nach rund 20-stündiger Fahrt - so die Hoffnung - erreichen wird. Für die Jugendlichen sowie die Handwerker an Bord der Fahrzeuge geht es dann noch einmal 110 Kilometer weiter nach Süden ins 2.000-Seelen-Dorf Sadnestrjansk - dem eigentlichen Ziel des Hilfstransportes.

Die Lebensmittel sind für die Küche des örtlichen Kindergartens und der Schule bestimmt. Da es Letzterer sogar an Tellern und Tassen mangelt, erhält sie zudem einen kompletten Satz Geschirr.

Die Computer - sieben Stück an der Zahl - sind zwar schon etwas älteren Datums, sollen aber einen Informatik-Unterricht in der Schule ermöglichen. Die ebenfalls schon gebrauchte Lautsprecheranlage wiederum wird bei Veranstaltungen der Einrichtung sicher hilfreich sein.

Eine ganze Woche lang werden die Kolpingjugend sowie die Handwerker in Sadnestrjansk zubringen, um den maroden Kindergarten im Rahmen eines Arbeitseinsatzes auf Vordermann zu bringen.

Auf den jämmerlichen Zustand der Kindertagesstätte war das Kolpingwerk vor etwa drei Jahren aufmerksam geworden. „Zuerst nur durch Fotos, welche uns Kolpingmitglieder aus Pößneck zuleiteten“, erzählt Martin Bode, Jugendbeauftragter im Kolpingwerk Diözesanverband Erfurt, der das Dilemma dann auch persönlich in Augenschein nehmen konnte. „Die Wirklichkeit war noch viel schlimmer, als die Bilder vermuten ließen“, schildert er dann seine dabei gemachten Eindrücke.

Um die Einrichtung vor der Schließung zu bewahren, stellte das Kolpingwerk als erste Maßnahme 1.900 Euro bereit, mit denen zunächst einmal die kaputten Fenster erneuert werden konnten.

Aber: „Das reicht nicht! Da müssen wir persönlich einen Arbeitseinsatz machen“, hieß es aus den Reihen der Kolpingjugend im Eichsfeld.

Den Worten folgten Taten. Im April 2012 reisten 18 Jugendliche nach Sadnestrjansk, um selbst anzupacken. Im Fokus ihres Einsatzes stand die Erneuerung der sanitären Einrichtung. Die nötige fachliche Unterstützung bekamen sie durch einige mireisende Handwerker.

Beim nunmehr zweiten Arbeitseinsatz soll ein Behandlungsraum für die Krankenschwester geschaffen werden, welche den Kindergarten täglich besucht. „Nebenher werden wir eine Reparatur der Dachrinnen durchführen und uns den Kinderspielplatz vornehmen“, so Martin Bode.

Wenn die Kolpingmitglieder am Sonntag, dem 7. April, wieder die Heimreise antreten, wollen sie viel geschafft und erreicht haben.

Fakten


- Die Kolpingfamilien im Eichsfeld leisten seit 1991 vor allem in Rumänien finanzielle Hilfe.
- Die Geldspenden werden nicht zuletzt durch die alljährlich in Frühjahr und Herbst stattfinden Kleidersammlungen des Kolpingwerkes zusammen getragen.
- 2006 haben sie ihr Hilfs-Engagement auf das Dorf Sadnestrjansk in der Ukraine ausgedehnt. Hintergrund: Eine Kolpingschwester aus Pößneck stammt aus diesem Dorf. Sie berichtete von der Armut und Not vieler Familien dort.
- Derzeit bestehen 14 direkte Patenschaften von Eichsfelder Familien zu bedürftigen Familien im Dorf. Hilfe gibt es vor allem in Form von Geld, jährlich 120 Euro.
- Der Bürgermeister und Pfarrer in Sadnestrjansk kümmern sich darum, dass das Geld auch diejenigen erreicht, die es am meisten benötigen.
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