Mehr Lehrstellen - weniger Bewerber - Landkreis Eichsfeld bietet gute Ausbildungschancen und große berufliche Perspektiven

Ausbilder Thomas Knoche (links) zeigt Florian Hoffmann, wie man am Schaltschrank ein Bauteil auswechselt
 
Sorgfältige Feinarbeit gefragt: Mechatroniker-Lehrling Florian Hoffmann beim Anreißen eines Werkstücks als Vorbereitung für die Bearbeitung.
Während draußen Schmuddelwetter herrscht, ist es in der großen Industriehalle angenehm warm. Allerdings auch recht laut. Die Geräuschkulisse der laufenden Produktionsmaschinen dringt allerdings nur gedämpft bis in den Instandhaltungsbereich, in dem Elektromeister Thomas Knoche gerade mit ruhigen Worten an einem geöffneten Schaltschrank das Auswechseln eines elektrotechnischen Bauteils erklärt.

Florian Hoffmann ist ganz Ohr. Der Mechatroniker-Lehrling im dritten Lehrjahr ist einer von insgesamt 32 Auszubildenden, die derzeit bei der GRIWE Werkzeug/System Produktions GmbH in Haynrode für ihren späteren Beruf fit gemacht werden. Neben den angehenden Mechatronikern werden hier junge Frauen und Männer auch zu Werkzeugmechanikern, Maschinen- und Anlagenführern, Fachlagerristen und Industriekaufleuten ausgebildet.

Florian Hoffmann hat seine Entscheidung für die Mechatroniker-Richtung nicht bereut. Die Ausbildung in den Bereichen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik ist sehr vielseitig, die möglichen späteren Tätigkeitsfelder sind es ebenfalls. Einer Woche Büffeln von Theorie in der Berufsschule folgen in der Regel zwei praktische Ausbildungswochen im Werk in Haynrode. Hinzu kommt die überbetriebliche Ausbildung im Bildungszentrum Deuna, wo Florian Hoffmann in Ausbildungsmodulen zum Beispiel das Schweißen oder auch den Umgang mit CNC-Maschinen vermittelt bekommt.

Eine Ausbildung in den so genannten Metall- und Elektroberufen ist bei den Schulabgängern gefragt, Tendenz steigend. Tatsächlich weist das Interesse der Jugendlichen in Nordthüringen an diesen Berufen ein Plus von fünf Prozent auf.

Das ist erfreulich, weil Eichsfelder Handwerks- und Industriebetriebe in diesen Berufsbranchen weiterhin einen großen Fachkräftebedarf haben. Dies dokumentiert sich nicht zuletzt in einem starken Zuwachs von Ausbildungsplätzen in den Metallberufen in diesem Jahr.

95 Ausbildungsplätze wurden aus dem Maschinenbau und 43 Stellen aus dem Bereich Werkzeugtechnik gemeldet, jeweils fast ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr. Die Ausbildung in diesen Berufen ist allerdings auch sehr anspruchsvoll. Gute Noten in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern sind eine notwendige Voraussetzung, um hier eine Lehrstelle zu bekommen.

Vorgaben, die längst nicht jeder Schulabgänger erfüllt. Doch immerhin - für rund 370 junge Leute gibt es hier im Bezirk der Agentur für Arbeit in Nordthüringen einen beruflichen Einstieg, der Perspektiven verspricht.

Vergleichsweise weit weniger Perspektiven bietet im Eichsfeld eine Ausbildung im Handel, da hier der Trend immer mehr von der Vollzeit- zur Teilzeitanstellung geht.

Insgesamt gesehen hat sich im Berufsberatungsjahr 2011/2012 die Zahl der gemeldete Berufsausbildungsstellen im Landkreis Eichsfeld im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Lehrstellen erhöht, während zeitgleich die Zahl der Bewerber um 41 sank.

„Der Trend des vergangenen Jahres hat sich fortgesetzt. Wir haben mehr Ausbildungsstellen als Bewerber in Nordthüringen“, so Karsten Froböse, Leiter der Agentur für Arbeit in Nordhausen. „Die Zahlen sprechen für sich. Die Zeit, in der es dreimal so viel Bewerber wie Stellen gab, gehört der Vergangenheit an.“

Rein rechnerisch kommen derzeit auf 100 Stellen etwa 93 Bewerber. Man müsse nach vorn blicken und es gemeinsam schaffen, dass die Jugend hier ihre Ausbildung mache. Wer in der Region eine Lehrstelle suche, habe gute berufliche Möglichkeiten und Einstiegsperspektiven, konstatiert Froböse.

Freie Stellen gibt es derzeit noch als Konstruktions- oder Zerspanungsmechaniker, Elektroniker, Dachdecker, in der Gastronomie, bei Bäckern und Fleischern sowie für die Berufe Maurer und Hochbaufacharbeiter. Und trotzdem zählten 14 Jugendliche im Landkreis Eichsfeld am Stichtag als noch nicht vermittelt. Gemeinsam mit den Kammern sucht die Agentur für Arbeit im Rahmen von Nachvermittlungsaktionen nach einer Perspektive für diese Jugendlichen.
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