„Menschen müssen gehen, Bücher werden bleiben“

„Persönliche Begegnungen mit Thüringer Autoren im 20./21. Jahrhundert“, so heißt die neuste Publikation Dieter Fechners.


„Er gilt als der ´Ost-Wallraff ohne Maske’“ … so beginnt Dieter Fechner seine Erinnerungen an den 1941 geborenen Landolf Scherzer, zu dem er, neben weiteren mehr als 30 Autoren, einen biografischen Abriss bietet. Außerdem fließen persönliche Erinnerungen in die Betrachtungen ein. Das Kapitel zum unvergessenen Wolfgang Held beinhaltet neben den biografischen Angaben ebenso die persönlichen Erinnerungen - so auch eine Abbildung der Titelseite seines Buches „Uns hat Gott vergessen“ mit Widmung des Autors für Dieter Fechner. Es ist zu lesen: „Menschen müssen gehen, Bücher werden bleiben. Für Dieter Fechner, einem „Schutzheiligen“ der Thüringer Autoren und ihrer Werte, sehr herzlichst Wolfgang Held, Weimar im Mai 2000.“

Der gebürtige Niederlausitzer, der seit dem Jahr 1946 in Mühlhausen wohnt, war in den Jahren 1957 bis 1968 Lehrer in Lengefeld und in den 90er Jahren dortiger Ortschronist.

Schon immer hat sich Dieter Fechner interessiert mit unserer Heimatgeschichte auseinander gesetzt. Während seiner Tätigkeit als Ortschronist sind ihm zahlreiche interessante Lebensgeschichten begegnet. Dieter Fechner bezeichnet sich selbst als „Sammler vor dem Herrn“. „Vor meiner Schere und mir ist keine Zeitung sicher. Ich lese die Zeitung sozusagen mit der Schere.“, erwähnt er gegenüber der Zeitung. Über 50 000 Zeitungsausschnitte, so schätzt er, hat der Autor im Laufe von 50 Jahren gesammelt und sich somit einen umfassenden Fundus zu verschiedenen Themenbereichen geschaffen. Im Lauf der Jahre hat er natürlich auch zahlreiche Kontakte knüpfen können, die es ihm nun ermöglichten, im Zuge seiner Recherchen Geschichten von Zeitzeugen zu erstellen und immer stets interessante und informative Bücher zu verfassen.

Vor etwas mehr als einem Jahr schon verriet der Autor gegenüber der Zeitung, dass ein neues Buch in der Entstehung ist. Diese Publikation Fechners ist begründet auf dem sporadischen Briefwechsel mit Thüringer Schriftstellern – basierend auf den Literaturdokumentationen des Verfassers sowie den gesammelten signierten Büchern der Autoren. Darunter sind so große Namen wie der kürzlich verstorbene Wolfgang Held, Harry Thürk, Landolf Scherzer, Siegfried Pitschmann und Inge von Wangenheim. Im Lauf der Jahre hatte Fechner mit über 40 Schriftstellern Kontakt und schon mehr als 1000 Bücher mit Widmungen in seinem Besitz, auf die er sehr stolz ist. Aus diesem Wissen heraus ist das Buch entstanden, welches sich rückblickend mit den Kontakten zu diesen Autoren beschäftigt. Es ist als eine Erinnerung an DDR-Autoren und ihr Werk zu sehen. Die etwa 150 Schriftsteller der damaligen Regionen Erfurt, Gera und Suhl prägten die Literatur der Region nicht nur künstlerisch, sondern auch thematisch und gesellschaftlich. Deren Werke waren und sind Bestandteil deutscher Literatur.

Diese Veröffentlichung ist das seit 2005 mittlerweile 16. im Verlag Rockstuhl herausgebrachte Buch des Autors. Insgesamt kann Dieter Fechner 18 Bücher vorweisen, die sich mit unserer Regionalgeschichte beschäftigen. Gerade ist das letzte Buch erschienen, spukt schon wieder eine Idee zu einem neuen Projekt in seinem Kopf herum und beschäftigt sich wieder einmal mit Mühlhausen. Die Idee geht auf eine Reihe zurück, die vor einiger Zeit in der regionalen Presse thematisiert wurde. 90 sanierungsbedürftige Häuser waren es damals, die Fechner vorstellte. Nun soll ein Buch entstehen, in welchem er etwa 30 sanierte Wohnhäuser vorstellt. Mit dazu gehört die repräsentative Claesche Fabrikanten-Villa im Kiliansgraben. Sie stand über 30 Jahre leer. Es erfreut den Autor, dass auch sie saniert wird.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige