Ohne den harten Kern ginge gar nichts! - Conny Motz und ihre Schützlinge: Ein ehrenamtlicher Arbeitstag im Heiligenstädter Tierheim

Zum Nachdenken: Am Eingang des Vereinstierheimes finden Besucher das Credo des Tierschutzvereins.
 
Schon bei der Ankunft am frühen Morgen wird Conny Motz am Tierheimeingang begrüßt, hier von Katze Betty.
Heiligenstadt Heilbad: Vereinstierheim | Ohne sie könnte das Tierheim in Heiligenstadt nicht bestehen. Die Rede ist von Menschen, die nicht einfach nur sehr tierlieb sind, sondern sich auch ehrenamtlich sehr engagieren.

„Ohne sie ginge gar nichts“, ist Tierheimleiterin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Heiligenstadt und Umgebung e.V., Irene Sander, überzeugt. Zwar verfüge man noch über eine Mitarbeiterin im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes sowie eine Praktikantin vom IB Leinefelde, doch ohne die ehrenamtlichen Tierfreunde wäre der Betrieb des Vereinstierheimes einfach nicht möglich.

„Wir brauchen engagierte Leute, die sich richtig mit einbringen und nicht einfach mal nur zwischen Frühstück und Abendessen einen Hund ausführen wollen“, so die Tierheim-Leiterin weiter.

Die Mitarbeit im Tierheim sei eine sehr schöne Aufgabe, doch es müsse klar sein, dass man den Tieren gegenüber auch eine Verpflichtung habe. In den fünf Jahren seit Bestehen des Tierheimes hat sich ein kleiner, aber harter Kern aus Frauen und Männern herausgebildet, welche die Einrichtung am Laufen halten.

Conny Motz, 46 Jahre alt und aus Heiligenstadt kommend, gehört seit 2007 zu diesem Kern und hilft sieben Tage in der Woche von früh bis spät mit. Der Allgemeine Anzeiger hat sie bei ihrem „Arbeitstag“ im Tierheim, Auf der Rinne 36b einfach mal begleitet.

07.55 Uhr: Conny Motz trifft mit dem Fahrrad an ihrem „Arbeitsplatz“ ein. Am Tierheim-Eingang wird sie bereits von einigen Katzen, den so genannten „Freigängern“, sehnsüchtig erwartet. Die Vierbeiner begleiten Conny Motz in die Futterküche und bekommen hier auch als erste ihr „Frühstück“.

08.00 Uhr: „Arbeitsbeginn“ - 27 Katzen wollen gefüttert werden. Zwei Katzen, relativ frische „Neuzugänge“, müssen aufgepäppelt werden und bekommen daher besonderes Futter. Das Wasser in sämtlichen Trinknäpfen ist außerdem zu erneuern.

08.30 Uhr: Reinigungsarbeiten - Sechs Katzenstuben mitsamt der Außengehege sind zu putzen. Zunächst jedoch sind die Katzenklos dran. Durch die Verwendung von besonderer Katzenstreu sorgt Conny Motz dafür, dass die Katzenstuben weitgehend ohne strenge Gerüche bleiben.

09.00 Uhr: Frühstückspause - Das Tierheim-Mitarbeiterteam sitzt zusammen im Besprechungsraum. Neben Kaffee und Frühstück werden die Tagesaufgaben besprochen. Drei Hunde und eine Katze haben sich auf dem Sofa platziert und schauen interessiert zu.

09.20 Uhr: Weitere Reinigungsarbeiten - Nun wechselt Conny Motz die Katzendecken, wischt die Fließen ab und schrubbt die Fußböden.

10.30 Uhr: Das Kürprogramm: Conny Motz hat aus Toilettenrollen, Pappe und ähnlichen Materialien Spielzeug gebastelt, das nun zum Einsatz kommt. Zehn bis 15 Minuten nimmt sie sich pro Katzenstube Zeit, um mit den vierbeinigen Bewohnern zu spielen. Das ist wichtig, damit die Katzen zutraulich werden und es auch bleiben. Zehn der insgesamt 27 Katzen mögen die Spielereien besonders gern. Das gemeinsame Miteinander nutzt Conny Motz außerdem, um ihre Schützlinge auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Sie stellt fest, dass bei der einäugigen Lilly die leere Augenhöhle mit dem fehlenden Auge nicht mehr nässt und gut abheilt.

12.00 Uhr: Mittagspause: Die Tierheim-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter essen etwas im Besprechungsraum und haben dabei wieder einige vierbeinige Zuschauer.

12.30 Uhr: Fellpflege - Conny Motz kämmt die Katzen, was bei diesen sehr gut ankommt. Gleichzeitig wird eine Ohrenkontrolle durchgeführt. Katze Leonie plagt noch immer der Milbenbefall. Sie muss mit Tropfen behandelt werden.

13.30 Uhr: Ausgang - Einige Mitglieder des Tierheim-Teams gehen mit den Hunden Gassi. Conny Motz begleitet sie mit dem „Neuzugang“ vom Vortag, einem Cockerspaniel-Welpen, der noch recht tollpatschig ist.

14.15 Uhr: Fütterung - Dieses Mal gibt es für die Vierbeiner Nassfutter. Conny Motz kontrolliert außerdem, dass für ihre Schützlinge genügend Trockenfutter sowie Frischwasser für die Nacht vorhanden ist.

15.00 Uhr: Noch einmal Sauermachen - Die Katzentoiletten werden erneut gereinigt, die Futternäpfe ausgewaschen.

16.00 Uhr: Feierabend - Conny Motz schwingt sich auf ihre Fahrrad und radelt nach Hause, wo sie ihre eigene Katze erwartet. Am Abend wird sie so erschöpft sein, dass sie vor dem Fernseher einschläft.
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Hannelore Grünler aus Artern | 29.04.2012 | 02:33  
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