Papstfenster und Papstglocken - Pfarrgemeinden Geisleden und Heuthen sind froh und stolz auf Heiligsprechung zweier Päpste

Die Pfarrgemeinden rüsten sich für die Heiligsprechung. Und weil dazu natürlich auch saubere Papst-Fenster gehören, legt Pfarrer Günter Christoph Haase gleich schon mal selbst Hand an
 
Das Papstfenster mit Benedikt XVI. (rechts) wurde zu dessen 80. Geburtstag angeschafft.
Heuthen: Pfarrkirche St. Nikolaus | HEUTHEN. Als Diözesan-Administrator Weihbischof Dr. Reinhard Hauke im April zur Firmung in Heuthen weilte, stachen ihm in der Sakristei der St.-Nikolaus-Kirche sofort die drei Papstfenster ins Auge.

„Schöne Fenster! Aber wo kommt nun der Papst Franziskus hin?“, fragte er Küsterin Maria Hildebrand schmunzelnd und brachte dann den wohl nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag an, ein Stück Mauerwerk weg zu brechen, um Platz für das vierte Papstfenster zu schaffen.

Wann und ob überhaupt auch Papst Franziskus sein Papstfenster in der Pfarrkirche in Heuthen bekommt, ist noch völlig offen. Derzeit sind Pfarrer Günter Christoph Hasse und die Pfarrgemeinde erst einmal sehr stolz auf die drei vorhandenen Papst-Fenster mit den Bildnissen von Johannes XXIII., Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI.

Dies nicht allein, weil die St.-Nikolaus-Kirche in Heuthen sich rühmen darf, die ersten Papstfenster in Deutschland überhaupt gehabt zu haben, sondern derzeit vor allem vor dem Hintergrund der für 2013 geplanten Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II.

„Wir sind in diesem Jahr im Jahr des Glaubens“, erläutert Pfarrer Haase, der neben Heuthen auch die Pfarrgemeinden in Geisleden und Flinsberg betreut. „Johannes XXIII. hat 1962 das zweite vatikanische Konzil ausgerufen und damit die Fenster und Türen der katholische Kirche weit geöffnet. Er nannte das ‚aggiornamento‘, was so viel bedeutet, wie die Öffnung der Kirche für die Welt. Die Liturgie wurde erneuert und das Verhältnis zu anderen Regionen neu formuliert. Das Konzil sagt, dass Gott in allen Regionen zu finden ist, was mit Blick auf die Ökumene eine ganz neue Sicht darstellt.“

Günter Christoph Haase schaut auf das linke Papstfenster und muss dann lächeln. „Als Johannes XXIII. 1958 zum Papst gewählt wurde, hat man von ihm nichts Gutes erwartet. Alle haben gesagt: So ein kleiner dicker alter Mann, was kann der schon bewegen. Und heute nun wird er als Heiliger verehrt.“ Den Eichsfelder Pfarrer verbindet auch so manches mit Johannes Paul II. „Viele von uns sind mit ihm aufgewachsen. Er ist viel gereist und war ein Brückenbauer zur Ökumene. Und er war der ‚Papst der Medien‘. Wenn man sich an die Bilder von seinem Begräbnis erinnert - schon damals haben die Menschen gerufen: ‚Heilig und jetzt!‘ Sie haben so wohl mit dafür gesorgt, dass Johannes Paul so schnell seelig gesprochen wurde, wie vor ihm noch niemand. Aus diesem Grund eben haben wir unsere Papstfenster.“

Bei denen allein es wohl nicht bleiben wird. Bereits seit Advent 2011 läutet die erste deutsche Papstglocke, Papst Johannes Paul II. geweiht, vom Geisleder Glockenturm. Im kommenden Jahr nun sollen die vier Stahlgussglocken der Kirche „St. Martin“ in Flinsberg im Zuge der Erneuerung des Geläuts durch drei Bronzeglocken ersetzt werden.

Hier hofft die Gemeinde auf viele unterstützende Spenden. Die kleinste der Glocken will Pfarrer Günter Christoph Haase selbst stiften und hat dabei schon Wünsche. „Wir werden das mit dem Kirchenvorstand und dem Filialgemeinderat noch bereden, aber ich stelle mir vor, dass die erste Glocke der Gottesmutter, die zweite dem Kirchenpatron und die dritte und kleinste dem Heiligen Johannes XXIII. geweiht wird.“
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