Pinsel, Acrylfarbe und ganz viel Geduld - Er lebt im Eichsfeld noch, der Brauch der Palmsonntagsschachteln - vor allem Dank Helga Schotte

Auf den Rand kommt es an: Ob nun rund, eiförmig oder eckig, die sehr farbenfroh gestalteten Palmsonntagsschachtel Helga Schottes haben - sozusagen als Markenzeichnen - einen getupften Blümchenrand.
Das Zimmer, die Wohnung, ja beinahe das ganze Haus, bilden ein einziges Bekenntnis zu ihrer Liebe, Dinge malerisch zu verzieren. Da gibt es Schränke mit verschlungenen Ornamenten, farbenfroh gestaltete Truhen, wundersam bemalte Kerzenständer und Töpfe sowie - die alte Kaffeemühle mit Blümchenmuster.

Doch eigentlich sind all diese Dinge, durch die man das Haus glatt in ein kleines Museum verwandeln könnte, eher Nebensache. Denn so richtig verschrieben hat sich Helga Schotte aus Heiligenstadt der Gestaltung von Palmsonntags-Schachteln.

Diese bunt und vor allem sehr individuell gestalteten Schachteln für süße Aufmerksamkeiten gibt es vermutlich schon fast so lange, wie die Palmsonntagsprozessionen. Wobei sie vielerorts außerhalb des Eichsfeldes beinahe gänzlich in Vergessenheit geraten sind.

Vielleicht würde man sich ihrer auch zwischen Werratal und Ohmgebirge kaum noch erinnern, wenn da nicht Helga Schotte wäre. Schon zu DDR-Zeiten hat sie kleine und größere Schächtelchen mit viele Liebe selbst bemalt. Und sicher trug sie maßgeblich dazu bei, dass man sich nach der Wende in der Region wieder verstärkt des Brauches der Palmsonntags-Schachteln erinnerte. Viele Jahre lang wurden sie sogar in den Eichsfelder Schulen gebastelt.

Inzwischen jedoch hat die Heiligenstädterin das Gefühl, weit und breit wieder die einzige zu sein, die noch mit Pinsel, Acrylfarbe und ganz viel Geduld die verzierten Behältnisse herstellt.

Aber sie macht es gerne. „Das ist meine Therapie, mein Ausgleich für Arbeit und Familie“, sagt sie. Als Grundfarben dominieren Rot, Blau, Grün und Gelb. Für die Verzierungen dienen immer wieder Blumen, vor allem Rosen, als Motiv. Und alle Schachteln haben mit getupften Blumenlinien verzierte Ränder, die inzwischen ein Markenzeichen darstellen.

Daheim hat Helga Schotte unzählige selbstgefertigte Schachteln in allen Größen, Formen, Farben und Verzierungen. Die Stücke sind Zeugnisse der gewaltigen kreativen Energie der Heiligenstädterin. Der große Fundus ist allerdings wohl auch dem Umstand geschuldet, dass Helga Schotte ihre Werke nur ungern weggibt. Zu viel Arbeit steckt darin!

Terminhinweis


- Wer Palmsonntags-Schachteln in allen Formen, Farben und Größen bestaunen möchte, hat dazu die Möglichkann vom 17. März bis zum zweiten Ostertag eine Ausstellung am Klausberg besuchen.
- Geöffnet ist sie von 14.00 bis 17.00 Uhr. Eine Ausnahme bildet der Palmsonntag, an zu dem die Ausstellung bereits ab 11.00 Uhr besichtigt werden kann. Besuche sind zudem nach Vereinbarung unter Telefon (03606) 61 93 90 möglich.
- Besuchern erzählt Helga Schotte gern etwas über die Geschichte und die Tradition der Palmsonntags-Schachteln, und natürlich auch gern über ihre eigene Arbeit.
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