Rund um die Uhr - Im Dauereinsatz gegen Schnee und Eis auf der A 38 - Die Autobahnmeisterei Breitenworbis

Die Befüllung mit Salz und Lauge ist beendet: Schichtleiter Marcel Neumann ist bereit für die zweite Tour, eine Räumschleife in Richtung Arenshausen.
 
Nach der Befüllung mit Salz wird auch noch Lauge "getankt".
Breitenworbis: Autobahnmeisterei | Gegen fünf Uhr am Morgen macht sich Marcel Neumann auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz. Während sich so mancher um diese Zeit noch wohlig im Bett rekelt, kämpft sich der Straßenwärter mit zwei weiteren Kollegen im Auto aus Richtung Mühlhausen kommend über Hüpstedt und den Dün durch zum Teil noch verschneite und zu gewehte Straßen zu seiner Arbeitsstelle durch, der Autobahnmeisterei in Breitenworbis.

Marcel Neumann ist Leiter der heutigen C-Frühschicht, die bereits am Vortag aufgrund des massiven Schneefalls von 06.00 bis 14.00 Uhr fast pausenlos auf der Autobahn A38 am Schneeräumen war.

Mit Erfolg - solch ein Fiasko, wie den 70 Kilometer langen Superstau mit elf Stunden Wartezeit auf der A 4, gab es auf der Südharzautobahn nicht. Neben der umsichtigen Fahrweise der Autofahrer ist das vor allem dem unermüdlichen Einsatz der 20 Straßenwärter der Autobahnmeisterei Breitenworbis zu verdanken, die im Vier-Schicht-Betrieb rund um die Uhr auf dem 70 Kilometer langen Abschnitt der A 38 zwischen den Anschlussstellen Heringen und Arenshausen schoben, laugten und streuten.

Gegen 5.45 Uhr führt Marcel Neumann mit dem Leiter der Nachtschicht die Übergabe durch und teilt dann seine vier Leute ein. Die Räumfahrzeuge sind schon geladen und betankt, sodass es sofort losgehen kann.

Zwei Räum-Lkw brechen von der Autobahnmeisterei Breitenworbis, die so ziemlich in der Mitte des durch sie betreuten Autobahnabschnittes liegt, in Richtung Westen nach Arenshausen auf, zwei weitere in die Gegenrichtung nach Werther. Das fünfte Fahrzeug, ein Unimog, übernimmt das Beräumen der Seitenstreifen.

Da es in der Nacht keinen weiteren Schneefall mehr gab, hat sich die Lage auf den Fahrspuren entspannt. Das heißt, ihrer Prioritätenliste folgend kümmern sich die Männer nun um das Beräumen der Anschlussstellen, bevor dann die Park- und Rastplätze, die Wirtschaftswege Nebenstraßen sowie die Rettungszufahrten rund um den Höllbergtunnel folgen.

Die erste Räumschleife führt Marcus Neumann mit seinem Mercedes-Benz Actros bis zur Abfahrt Arenshausen, wo er dreht und in die Gegenrichtung startet. 35 Kilometer hin, 35 Kilometer zurück - zwei bis zweieinhalb Stunden dauert das.

Gegen 08.30 Uhr hat der Schichtleiter wieder die Autobahnmeisterei erreicht. Sprit ist noch genug im Tank, aber die Streumittel müssen nachgefasst werden. Streumittel, das sind Salz und Lauge. Beide werden beim Einsatz im Verhältnis von 70 Prozent Salz und 30 Prozent Lauge auf dem Streuteller des Räumfahrzeuges vermischt und so auf die Straße gebracht. Als Streusalzlösung bewirken sie einen schnell einsetzenden Tauvorgang und verhindern zudem, dass die Salzkristalle durch Wind und Verkehr weg getragen werden.

Für die Salzaufnahme stößt Marcel Neumann mit seinem Lkw rückwärts in die große Lagerhalle hinein. Letztere fasst rund 1.300 Tonnen Steinsalz (Natriumchlorid) ausschließlich aus dem Bergwerk Sondershausen, ist momentan allerdings schon zu mehr als der Hälfte geleert.

„Das sind noch etwa 400 Tonnen“, schätzt Thomas Müller, Leiter der Autobahnmeisterei. „Nachschub ist aber bereits geordert und wird in den nächsten Stunden geliefert.“ Über ein Förderband findet das Steinsalz seinen Weg in den Salzbehälter des Räumfahrzeugs. Anschließend geht es zur Laugenbetankung.

Nach einer kurzen Frühstückspause starten die fünf Männer der Frühschicht C zur dritten Räumschleife, nach dem Mittag wird bis zum Feierabend noch eine vierte Einsatzfahrt folgen. Auch, wenn der Deutsche Wetterdienst für die nächsten Tage keine neuen Schneefälle sondern „nur“ klirrenden Frost angesagt hat, Entwarnung gibt es nicht, dafür aber weiterhin reichlich Arbeit.

Der rollende 24-Stunden-Schichtbetrieb wird in der Autobahnmeisterei bis März/April hinein aufrecht erhalten. Neun Tage sind Marcel Neumann und seine vier Kollegen der C-Schicht nun im wechselnden Schichten durchgehend im Einsatz, bevor sie sich über drei freie Tage zum Erholen freuen dürfen.

Dann geht der Arbeitsalltag allerdings wieder mit einer Frühschicht los, und das heißt für die Straßenwärter wieder, ganz früh auf den Beinen zu sein.
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