Vom Oldtimer-Virus unheilbar erfasst - Willi und Claudia Gunkels ganze Liebe gilt historischen Fahrzeugen

Ein echtes Schätzchen: Claudia und Willi Gunkel mit ihrem DKW F8 Meister Super Export, den sie auf der dänischen Insel Lolland entdeckten.
 
Noch ein Oldtimer, an dem Willi Gunkel derzeit bastelt, um ihn zu überholen.
Gerterode: Oldtimergarage | Behutsam setzt Willi Gunkel den überholten Vergaser auf den Zwei-Zylinder-Zweitakt-Motor auf und schraubt ihn an. So, geschafft! Das in vier Tagen komplett wieder hergerichtete 20-PS-Triebwerk kann nun in den auf dem Hof aufgebockten Oldtimer eingebaut werden.

„Das ist ein IFA F8, Baujahr 1955“, erklärt Willi Gunkel, während er die Schutzplanen vom Fahrzeug nimmt. „Vor dem Krieg wurden die als DKW F8 gebaut, später in der DDR als IFA F8.“ Die Augen des Gerteröders beginnen bei diesen Worten zu glänzen. 1972 stellte der IFA F8 das erste Auto des damals gerade einmal 20-Jährigen dar.

Eines, an dem der gelernte Berufskraftfahrer mit ausgeprägten Schlosser- und Mechaniker-Kenntnissen auch fleißig selbst herumschrauben konnte. Später tat er dies auch an anderen Fahrzeugen, Trabants, Polski Fiats oder auch an den Bussen, die er als Busfahrer lenkte.

Das Schrauben liegt ihm bis heute im Blut - wie auch die Liebe zu Oldtimern. Wobei es ihm vor allem IFA- beziehungsweise DKW-Fahrzeuge angetan haben. Über die weiß er (fast) alles, und es gibt wohl kein DKW- oder IFA-Teil, das er nicht schon mal in seinen technisch geschickten Händen hatte. Sein Spezialwissen ist inzwischen weithin bekannt, so dass ihn sogar versierte Firmen zwecks eines Ratschlages anrufen.

Einen DKW, Baujahr 1939, nennt der Oldtimer-Fanatiker neben anderen diversen historischen Fahrzeugen selbst sein eigen. „Den haben meine Frau und ich im März 2000 bei Minusgraden und 20 Zentimeter Schnee von einem alten Herrn auf der dänischen Ostseeinsel Lolland geholt“ erinnert er sich. Die neue Errungenschaft brachte seine Leidenschaft für diese Fahrzeuge wieder so richtig in Fahrt.

Sogar Ehefrau Claudia wurde vom „Oldtimer-Virus“ angesteckt. So sehr, dass sie heute nicht nur wohlwollend darüber hinweg sieht, wenn ihr Mann von morgens bis abends in der Werkstatt an seinen „Schätzchen“ schraubt, sondern auch selbst Werkzeug in die Hand nimmt.

„Es ist ein richtiger Oldtimer-Virus, der bei uns umgeht und mich inzwischen angesteckt hat. Meinem Mann zuliebe habe ich sogar den Busführerschein gemacht und ihn auf seinen beruflichen Fahrten begleitet und ergänzt“, schmunzelt sie.

Schließlich wollten sich die Gunkels auch privat einen Bus anschaffen. „Es sollte einer mit Gesicht sein. Das heißt, er musste unbedingt eine Schnauze haben, seitlich angesetzte Kotflügel aufweisen und separat stehende Scheinwerfer besitzen“, erklärt Claudia Gunkel. Trotz dieser doch sehr speziellen Wünsche fand das Paar 2009 mit einem Phänomen Garant 30K, Baujahr 1954, seinen „Traumbus“.

Das von Willi Gunkel technisch komplett überholte 18-sitzige Fahrzeug mit seinem 4-Takt-Ottomotor ist im Landkreis der einzige für den privaten Gebrauch zugelassene Bus im Originalzustand. Er dient den Gunkels für Ausfahrten und Ausflüge im Familien- sowie im Freundeskreis und ist auch bei besonderen Veranstaltungen ein gern gesehener Gast.

Zur Eröffnung des Höllbergtunnels und der Freigabe des Autobahn-A38-Teilstücks zwischen Breitenworbis und Bleicherode hatte das Gefährt mit seinen 60 Pferdestärken sogar zahlreiche prominente Passagiere an Bord. So genossen bei dieser und ähnlichen Veranstaltungen unter anderem Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, der Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, sowie Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer schon das Erlebnis einer Fahrt in dem 58 Jahre alten Oldtimerbus.

Hintergrund

- Willi und Claudia Gunkel haben einen einachsigen Feuerwehr-Tragkraftspritzen-Anhänger vom Typ TSA 8S zu einem Gepäck- und Versorgungsanhänger für ihren Oldtimerbus Phänomen Garant 30K umgebaut.
- Dieses Gespann ist bekannt als „Der Eichsfelder mit Kisten & Kasten“.
- Im Oldtimer-Fuhrpark der Gunkels finden sich inzwischen außerdem fünf DKW-Oldtimer in verschiedenen Ausführungen, elf historische Motorräder sowie zwei Beiwagenmaschinen.
- Willi Gunkel unterhält Kontakte zu Oldtimerfreunden aus ganz Deutschland sowie dem Ausland.
- Kann ein Ersatzteil über dieses Netz nicht beschafft werden, versucht der Gerteröder, dieses mit einem Oldtimerfreund in der Nachbarschaft selbst anzufertigen.
- Mit ihren Fahrzeugen nehmen die Gunkels an Oldtimertreffen und solchen Veranstaltungen, wie etwa der ADAC Niedersachsen Classic 2005, teil.
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