Wir sind kein Zoo sondern ein Tierschutzprojekt! - Vorgestellt: Ralf Wettengel, seit Oktober neuer Leiter in Alternativen Bärenpark Worbis

Der Bärenparkchef mit Bärin Tina, die mit über 30 Jahren eine der ältesten Bewohnerinnen des Parks ist.
 
Ralf Wettengel mit Chef-Kater Addi, seinem ersten, inzwischen aber längst nicht mehr einzigen Freund im Worbiser Bärenpark.
Worbis: Alternativer Bärenpark | Um 7.00 Uhr hat für Ralf Wettengel der Tag im Alternativen Bärenpark in Worbis begonnen. Nun ist der Bärenpark-Leiter auf dem Gelände unterwegs, um hier und da ein Wort mit den Mitarbeitern zu wechseln.

Dabei trifft er auch auf einige Besucher, mit denen er sofort das Gespräch sucht. Anknüpfungspunkte sind immer rasch gefunden. In seiner ruhigen, sachlichen Art antwortet Ralf Wettengel auf Fragen, und es gelingt ihm irgendwie immer wieder, auf den Tierschutzgedanken des Bärenparks zu sprechen zu kommen.

Am Bärengehege bleibt Ralf Wettengel erneut stehen und beobachtet Bärin Tina. Die Bärendame auf der anderen Seite des Zaunes hat es sich bequem gemacht und mustert ihrerseits gelassen den Parkleiter.

„Tina zählt mit ihren über 30 Jahren zu den ältesten Petzen bei uns im Bärenpark“, weiß Ralf Wettengel und stellt zufrieden fest, dass es der Bärin sichtlich gut geht. Das Beobachten der Tiere gehört zu seinen vielen Aufgaben, denn anhand ihres Verhaltens vermag er ihr Gemüts- und Gesundheitszustand einzuschätzen.

Und weiter geht es auf den weitläufigen Wegen des Bärenparkgeländes! In Spitzenzeiten legt der Bärenparkleiter an einem Tag beinahe 30 Kilometer zurück. Und sein Arbeitstag geht oft bis 19.00 Uhr.

Weil in der Einrichtung der Parkeinrichtung nun mal ein 7-Tage-Betrieb herrscht, sind mindestens zwei Wochenenden im Monat ebenfalls für die Arbeit verplant. Es gibt nun einmal viel zu tun, doch Ralf Wettengel hat den Entschluss, die Leitung des Alternativen Bärenparks zu übernehmen, nicht bereut.

Dabei ist der gebürtige Mannheimer eigentlich ausgebildeter Fachgehilfe in steuerlicher und wirtschaftlicher Beratung und war zuletzt als Geschäftsführer einer Biokraftstoff-Herstellungsanlage in Tangermünde in Sachsen-Anhalt tätig. „Nach zehn Jahren Arbeit im Bereich der erneuerbaren Energien und im Umweltschutz wollte ich mich verändern“, erzählt er.

Die Gelegenheit dazu habe sich eher zufällig in einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Stiftung für Bären, Rüdiger Schmiedel, ergeben. „Wir tauschten uns aus, und dabei kam heraus, dass Rüdiger Schmiedel auf der Suche nach einem Seiteneinsteiger mit Managementerfahrung ist, der das ganze Konstrukt der Stiftung mit den beiden Bärenparks in seinen Abläufen und seiner Wirtschaftlichkeit einmal analysiert.“

Im Frühjahr 2011 übernahm Ralf Wettengel diese Aufgabe in Form einer freiberuflichen Beratungstätigkeit, einerseits, weil ihn die Stiftung und die beiden Bärenparks sehr interessierten, andererseits, weil er überzeugt war, mit seiner Management-Erfahrung etwas bewirken zu können. „Aus meiner Beraterposition heraus drang ich mit stetig wachsendem Interesse immer tiefer in die Materie ein und pendelte zuletzt wochenweise immer abwechselnd zwischen den Bärenparks Worbis und Schwarzwald“, erinnert sich Wettengel.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit traten Rüdiger Schmiedel und der Stiftungsvorstand schließlich an ihn heran und fragten, ob er nicht die Parkleitung in Worbis übernehmen wolle. Der 49-Jährige sagte zu und trat am 1. Oktober des vergangenen Jahres seine neue Arbeit an.

„Ich fand in Worbis einen Bärenpark vor, in dem in den zurückliegenden 15 Jahren durch den ehemaligen Leiter sowie die Stiftung bereits eine hervorragende Infrastruktur geschaffen wurde“, lobt Wettengel und verweist auf das hohe Besucherpotential, das allein im vergangenen Jahr rund 70.000 Gäste umfasste.

„Auf diesen guten Vorgaben möchte ich aufbauen. Mir geht es vor allem darum, den Tierschutzgedanken weiter zu entwickeln. Wir sind schließlich kein Zoo, sondern ein Tierschutzprojekt!“

In diesem Jahr gehört der Wolf zu den Themenschwerpunkten im Bärenpark, denn: „Wir sind überzeugt, dass wir kurz davor stehen, den Wolf wieder bei uns Thüringen zu haben, sodass er in großen Teilen der Bevölkerung inzwischen wieder ein Thema geworden ist. Da kommen viele alte Ängste auf, denn es gibt viel zu viele Desinformationen über dieses Tier. Wir sehen unsere Aufgabe darin, hier Aufklärungsarbeit zu leisten, denn hier im Bärenpark haben wir viele Kollegen mit Erfahrung und Fachwissen zum Wolf.“

Unter anderem soll im Bärenpark eine Wolf-Schutz-Demonstrationsanlage entstehen, die Vieh-Haltern am praktischen Beispiel aufzeigt, wie man die eigenen Nutztiere effektiv vor Wölfen schützen kann. Und dann stelle der Bär natürlich noch ein Ur-Thema dar, den man sich widmen wird.

„Insgesamt betrachtet wollen wir den Bärenpark mit neuer Attraktivität ausstatten. Es gibt zur Zeit rund zehn Vorschläge, die vom Bärenparkteam weiter ausgearbeitet werden“, so Ralf Wettengel, der an dieser Stelle allerdings nicht mehr verraten will.

Zur Person

- Ralf Wettengel ist verheiratet und gebürtiger Mannheimer.

- Kommt aus dem ländlichen Raum und ist daher mit Tieren (Hunde, Katzen, Vögel, Kaninchen, Hühner und so weiter) aufgewachsen.

- Derzeit noch 49 Jahre alt feiert er Mitte Mai seinen 50. Geburtstag.

- Ist seit 25 Jahren begeisterter Garten- und Kräuterfreund.

- Tierschutz-Aktivist - hat zum Beispiel ein Orang-Utan-Projekt in Südostasien sowie ein Jaguar-Projekt in Südamerika der internationalen Naturschutzorganisation „World Wide Fund For Nature“ (WWF) unterstützt.
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Sarah Intrup aus Heiligenstadt | 08.08.2012 | 12:45  
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