Wo die Uhren anders ticken - Madlen Möller: Anderthalb Jahre Einsatz als Lehrerin in der Botschaftsschule in San José, Costa Rica

Schöne Erinnerungen: Madlen Möller mit Kindern ihrer 2. Klasse, die sie in Deutsch als Fremdsprache sowie Mathematik und Kunst in den Schwerpunkten unterrichtete. (Foto: Privat)
„Costa Rica ist zum Teil noch ein Dritte-Welt-Land, doch man sagt ja, es sei die Schweiz unter den Dritte-Welt-Ländern“, erklärt Madlen Möller. Die 31-Jährige muss es wissen, weilte sie doch vor vier Monaten noch selbst in dem Lateinamerikanischen Land.

Tätig war sie in San José als Lehrerin an einer Deutschen Botschafts-schule, unterrichtete Diplomaten- und Auswanderer-Kinder mit deutsche Wurzeln. Bis dahin hatte sie als Pädagogin an einer Grundschule in Arnstadt unterrichtet und nebenbei über ein gutes Jahrzehnt hinweg ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz in verschiedenen verantwortungsvollen Positionen gearbeitet.

„Ich brauchte schließlich eine Auszeit und wollte zudem internationale Erfahrungen sammeln. Über das Auswärtige Amt bekam ich die Lehrerstelle in Costa Rica, die ich im Januar 2010 antrat“, so Madlen Möller.

Am Anfang sei es sehr schwer gewesen, erzählt sie. Sie selbst sollte ihre Schüler in Deutsch als Fremdsprache unterrichten, hätte anfangs aber selbst kaum Spanisch beherrscht. Hinzu kamen die kostante extreme Hitze, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, der in diesem Land herrschende fremdartige Ehrenkodex, Armut und Kriminalität. „Jeden Tag um Punkt 5.30 Uhr ging die Sonne auf und um 18.00 Uhr dann wieder unter, sodass man wegen der Kriminalität nicht mehr rausgehen konnte. In der Regenzeit wurde es noch schwüler, und täglich ab 14.00 Uhr goss es fünf Stunden lang in Strömen“, erinnert sie sich.

Trotz vieler Höhen und Tiefen, trotz der fremden Kultur und der Uhren, die in Costa Rica gefühlt langsamer ticken, besitzt Madlen Möller viele schöne Erinnerungen an ihre Zeit in dem Mittelamerikanischen Land.

Und sie spricht nun fließend drei Fremdsprachen: Spanisch, Englisch und Französisch. „Auf meiner Agenda stehen aber noch Russisch und Portugiesisch“, verrät sie lächelnd. „Ich wünschte mir, das Interkulturelle würde in Deutschland mehr Platz im Schulalltag haben, denn es erweitert ungemein den Blick über den Tellerrand.“

Die Rückkehr nach Deutschland sei ihr am Ende sehr schwer gefallen. Dabei sieht sie sich hier neuen herausfordernden Aufgaben gegenüber, leitet sie doch seit Juli die Landesrettungsdienstschule des DRK-Landesverbandes Thüringen in Bodenstein. Hier wohnt sie derzeit sogar, weil sie bisher noch keine Zeit gefunden hat, auf Wohnungssuche zu gehen.

Den Kontakt nach San Josè will sie nicht abreißen lassen und wird im Dezember wieder für einige Wochen nach Costa Rica fliegen.
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