Zukunft der Obermühle Heyerode ...

Die 1546 erstmals erwähnte Obermühle in Heyerode ist seit dem Jahr 1650 ständig in Familienbesitz und war noch bis in die 60er Jahre in Betrieb. Sie hat seit 2012 zwei neue Eigentümerinnen, die sich für die Zukunft einiges vorgenommen haben. Die funktionstüchtige Wassermühle ist als technisches Denkmal ausgewiesen. Sie ist mit einem oberschlächtigen Wasserrad und auf Stelzen gesetztem hölzernen Gerinne ausgestattet und verfügt über komplette Müllereimaschinen. Die Mühle ist idyllisch gelegen - ein wahres Kleinod - wird vom Wasser des "Lämpertsbach" gespeist. Die beiden fast 200 Jahre alten und mehr als 20 Meter hohen Sommerlinden stehen unter Naturschutz. Sie bilden gemeinsam mit der steinernen Sitzgruppe nahe des Mühlrades und angeschlossenen Gehöftes ein malerisches Ensemble.

Die ursprünglich aus dem Badenwürttembergischen stammende Buchautorin, Heilerziehungspflegerin und studierte Tierpsychologin (ATN) Ruby Stein und die Münchner Gold- und Silberschmiedemeisterin Bianca Falk hatten sich vom ersten Augenblick in die Mühle verliebt – sind gemeinsam einen neuen Weg gegangen - haben Stress und Konsum aus ihrem Leben verbannt und möchten nun ihr Projekt Tier-Erlebnis-Therapie an der Obermühle als ein Ort der Begegnung verwirklichen. Schon länger suchten sie nach einem geeigneten Objekt und schon zwei Tage nach dem Anruf in Heyerode waren die beiden Frauen unterwegs vom Süden in die Mitte Deutschlands. Dass dieser Ort etwas Besonderes ist, das spürten sie sofort.

Kennen gelernt haben sich Ruby Stein und Bianca Falk, als es Letztgenannter körperlich und seelisch schlecht ging. Es war klar, so konnte es nicht weiter gehen. Alles war perfekt geplant, aber es kam anders, als es sich die beiden Frauen gewünscht hatten. Das Startkapital musste erst einmal für die so nicht geplanten aber notwendigen Renovierungsarbeiten ausgegeben werden. „Unser Leben war erst einmal komplett aus den Fugen geraten und nur der Zusammenhalt und unsere gemeinsamen Leidenschaften die Natur und die Tiere waren es, die uns über Wasser hielten.“, berichtet Bianca Falk. Gerade auch diese Lebensereignisse waren es, so Ruby Stein, die sie dazu gebracht haben, zu schreiben. Es sind gelebte Emotionen und Erfahrungen, die die Wahlthüringerin auf Papier bringt. Die Tiefs, die zu verarbeiten waren, überwogen immer mehr, und so mussten die Freundinnen überdenken, ob sie aufgeben und sich den Widrigkeiten beugen oder für ihren Traum kämpfen sollten.

„Dieses besondere Fleckchen Erde, der wunderschöne Wald und die Menschen hier, sie sind es wert, zu kämpfen.“, sagt Ruby Stein gegenüber der Zeitung. „NaturBUND“, so heißt ihre Stiftung, die sie im Frühjahr ins Leben rufen werden. Die Idee ist aus ihrer beider Leben entstanden. Zurück zur Natur, zurück zu uns selbst, das sind die Eckpfeiler, auf denen die beiden Damen die Stiftung aufbauen werden. Menschen mit sich selbst zu konfrontieren, sich gegenüber Tieren zu öffnen und somit sich selbst kennen und verstehen zu lernen, das sind die Grundideen, die in die Arbeit der Stiftung einfließen werden. „Das große Problem der Menschheit ist die Unzufriedenheit. Viele Menschen wissen nicht, wer sie sind, sie haben es verlernt, dies zu spüren und werden oftmals krank, weil sie einfach - ohne nachzudenken - mit der Masse mitschwimmen.“, sinniert die Autorin.

In diesem Jahr wird die Obermühle sich wohl noch nicht wieder am Mühlentag beteiligen, aber spätestens 2016, so versichern die Inhaberinnen der Obermühle, werden sich Interessierte wieder in der Mühle umschauen können.
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