So weich ist Waldboden: Bräunbärin Conny entdeckt im Rentenalter das Leben neu

Nie mehr Langeweile: Braunbärin Conny fühlt sich in ihrem neuen ­Zuhause sichtlich wohl. Foto: Gerhard Senitz (Foto: Foto: Gerhard Senitz)
Leinefelde-Worbis: Alternativer Bärenpark |

Neuzugang im Worbiser Bärenpark hat sich bestens eingelebt – Umgestaltung der Freianlage verschafft Bären-Senioren mehr Badespaß

„Stellen Sie sich vor, Sie würden auf einem fremden Planeten landen“, regt Ralf Wettengel die Fantasie an. Der Boden, die Vegetation, etwaige Bewohner – alles ist völlig neu. So ähnlich muss sich Conny nach ihrem Umzug in den Alternativen Bärenpark Worbis gefühlt haben, mutmaßt dessen ­Leiter. Ihr ganzes Leben hatte die Braunbärin im Zoo Halle in Platznot und auf Steinboden verbracht. Nun spürt sie plötzlich Natur unter den Tatzen.

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Die neue Freiheit


Der Bärenparkchef erinnert sich noch sehr gut an ­Connys ersten Tage in der Freianlage im Norden Thüringens. „Sie ist wie auf Stelzen gestakst, hat die Beine extrem hochgezogen. Ja, das war sehr auffallend.“ Das war im Juni. Inzwischen weiß die Bären­dame, wie sich weicher Waldboden und feuchtes Gras anfühlen, beäugt nicht mehr jedes Insekt. Mit ihren 26 Jahren – das entspricht einem Menschenalter von 70 bis 80 Jahren – hat sich Conny etwas Kondition antrainiert, um die neue Freiheit auszukosten. Die 12 000 Quadratmeter der Senioren­residenz wollen erkundet sein. Hier gibt es viel zu buddeln und zu klettern.


Vergesellschaftung braucht Zeit


„Noch ist sie sehr menschenbezogen, ein typisches Zootier eben“, erzählt Ralf Wettengel. Der Bergzoo Halle hatte Conny von sich aus nach Worbis gegeben und seine Bärenhaltung komplett eingestellt, weil das Gehege aus DDR-Zeiten nach heutigem Verständnis nicht mehr artgerecht war. Zum Schluss lebte Conny dort ganz allein. In Worbis kann sie, sofern sie mag, Gesellschaft finden. Der gemütliche Schwarzbär Jimmy und Braunbärin Katja, beide einst Zirkusbären, teilen mit ihr die Seniorenanlage. Noch geht man sich aus dem Weg. „Es braucht Zeit, bis Bären zusammenfinden“, übt sich Ralf Wettengel in Geduld.

Einen Tunnel für die Wölfe


 In einer angrenzenden Freianlage betreuen er und sein Team fünf weitere, fitte Bären und einige Wölfe. Momentan werden die Teil­areale umstrukturiert, zugunsten der ­Bären-Senioren. „Sie haben bislang nur einen kleinen Teich mit steilen Böschungen. Da kommen sie kaum rein und raus. Also tauschen wir die Gelände.“ Danach haben sie Zugang zum großen naturbelassenen Teich, dessen flacher Einstieg Badespaß bis ins hohe Alter ermöglicht. Vorausgesetzt, die Wölfe ärgern die betagten Bären nicht. Deshalb werden diese durch einen Tunnel vom Wolfrückzugsgebiet direkt zur Anlage der fitten Bären geleitet“, erklärt Ralf Wettengel.


Unterstützung für den Umbau:

Im Alternativen Bärenpark Worbis wird umgebaut: die Seniorenresidenz der Bären wird verlegt. Die Wölfe erhalten einen Tunnel vom Wolfrückzug­sgebiet zur Freianlage der fitten Bären.
• Rund 60 000 Euro wird die Umgestaltung kosten.
• Infos und Spendeformulare unter www.baer.de/projekte/alternativer-baerenpark-worbis
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