Die einmalige kulturelle Identät des Eichsfeldes darf nicht leichtfertig auf's Spiel gesetzt werden - Der Landkreis Eichsfeld und die Gebietsreform

In einem Brief an den CDU-Fraktionsvorsitzenden des Thüringer Landtages Mike Mohring appellierte der Präsident der Interdisziplinären Eichsfeldfreunde Karl-Heinz Kraass in Sachen Gebietsreform absolut standhaft zu bleiben und nicht Gutachten zu folgen, die realitätsfern an den Menschen vorbei am grünen Tisch erarbeitet wurden. "Landrat Dr. Werner Henning hat sehr Recht, wenn er auch die ökonomischen Prämissen ins Feld führt. Wer als Landkreis durch die Leistungen der Bewohner und seiner Betriebe wie den Eichsfeldwerken unter Leitung von Dipl.-Ing. Ulrich Gabel gut gewirtschaftet hat, kann nicht einfach für die Versäumnisse in anderen Kreisen haftbar gemacht werden", so Kraass im Originalton.

Die Verödung, die entstünde, wenn Heilbad Heiligenstadt seinen Kreisstadt-Status verlöre, kann man gut studieren, wenn man einmal nach Pößneck oder Rudolstadt schaut, die schon im Rahmen der ersten Gebietsreform in Thüringen nach der Wende ihren Kreisstadt-Status verloren haben.

Von der derzeitigen Situation in Worbis als früherer kleinster Kreisstadt des Bezirkes Erfurt gar nicht zu reden, auch wenn die Stadt-Leinefelde-Worbis sich sehr darum bemüht, die Auswirkungen abzufedern. Zumal alle Erfahrungen auch aus der alten Bundesrepublik belegen, dass Gebietsreformen keinerlei Einsparungen gebracht haben, sondern eher noch zu Kostensteigerungen führten und mit weitaus längeren Wegen für die Bürger verbunden waren.

Alleine schon die Auflösung und spätere Zusammenlegung der vorhandenen Kreisarchive würde die regionale Identität weiter verschlechtern und erhebliche Kosten verursachen. Präsident Kraass hatte dieses Phänomen auch schon mehrfach mit Volkswirten an der Goethe - Universität Frankfurt/M. diskutiert.

Der einzige meßbare Effekt sei eventuell bei einer Gebietsreform, dass Technik effektiver eingesetzt werden könne (zum Beispiel Computer bei Kraftfahrzeugzulassungstellen), so Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kraass. Solche Effekte könnten aber auch durch gebietsübergreifende Verwaltungsreformen günstig realisiert werden, ohne die vorhandenen Gebietskörperschaften zu gefährden.
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