Ins Bad hinein- und nicht vorbeigehen - Initiativgruppe „Pro Wipperwelle“ will Stadtbad langfristig sichern - Förderverein-Gründung geplant

Marie aus Worbis zählte mit ihrem zarten Alter von sieben Monaten zu den jüngsten Besuchern des Badfestes und zukünftig vermutlich auch zu den Nutzern der Wipperwelle. (Foto: Marko Godau)
 
Nur gut Besucherzahlen werden die "Wipperwelle" langfristig retten. Marko Godau wünscht sich deshalb, dass die Leute ins Stadtbad hineingehen und nicht daran vorbei!
Worbis: Hallenbad Wipperwelle |

Nachdem Pläne der Stadt Leinefelde-Worbis bekannt wurden, das Worbiser Stadtbad „Wipperwelle“ zu schließen, gründete sich die Initiativgruppe „Pro Wipperwelle“, um für den Erhalt der Einrichtung zu kämpfen. Vor allem Dank ihres Engagements blieb die „Wipperwelle“ vom drohenden „Aus“ verschont.

Eine langfristige Überlebenschance für das Bad, in das seitens der Stadt nichts mehr investiert wird, gibt es allerdings nur, wenn ein wirtschaftlicher Betrieb erreicht wird. Der Allgemeine Anzeiger sprach darüber mit Marko Godau von der Initiativgruppe „Pro Wipperwelle“.

Allgemeiner Anzeiger: Am 9. September hatte die Initiativgruppe zum Badfest in und rund um die „Wipperwelle“ eingeladen. Wie war es?

Marko Godau:
Wir hatten nicht nur sehr gutes Wetter sondern mit mehreren hundert Besuchern - darunter Ortsbürgermeister Franz Jaworski sowie einige Stadträte - auch eine große Resonanz. Die stündlich veranstalteten Führungen durch das Stadtbad zeigten sich mit jeweils zwischen 30 und 40 Personen immer voll belegt. Sehr erfreulich war auch die materielle Unterstützung durch Worbiser Firmen für das Badfest.

Das Stadtbad selbst hat an diesem Tag zirka 3.500 Euro Umsatz gemacht. Unser Ziel an diesem Tag war es, die Leute an das Bad heran zu ziehen, dass sie Karten und dabei möglichst Dauerkarten erwerben. Denn die Hauptaussage gilt nach wie vor: Die Worbiser müssen in die „Wipperwelle“ gehen und sie nutzen, ansonsten hat das Bad keine Chance.

Allgemeiner Anzeiger:
Nun wird ja nicht jeden Tag ein Badfest veranstaltet. Wie steht es außerhalb solcher Veranstaltungen mit der Badnutzung?

Marko Godau:
Seitdem über die Zukunft der „Wipperwelle“ öffentlich diskutiert wird, sind die Besucherzahlen laut Betreiber steigend. Aber sie reichen nicht aus. Wir müssen noch mehr Bürger zur Badnutzung gewinnen! Das ist ganz wichtig.

Allgemeiner Anzeiger:
Und wie soll das geschehen?

Marko Godau:
Geplant ist seitens der Initiativgruppe „Pro Wipperwelle“ die schnellstmögliche Gründung eines Förderverein für die Wipperwelle - und zwar ausschließlich für sie! Wir haben zum Badfest die Idee eines Fördervereins vorgestellt und an diesem Tag auch Unterschriften gesammelt. Es haben schon mehr als hundert Leute mit ihrer Unterschrift bekundet, dass sie bereit sind, in einem solchen Förderverein mit zu wirken. Als nächstes ist nun die Gründung des Fördereins selbst angedacht. Ziel ist es, dass dies bis Ende diesen Jahres geschieht.

Allgemeiner Anzeiger:
Welche Aufgaben wird der Förderverein haben?

Marko Godau:
Da die Stadt selbst kaum Werbung für die „Wipperwelle“ macht, fällt diese Aufgabe dem Förderverein zu. Die Idee besteht darin, permanent mit Aktionen Leute in die „Wipperwelle“ zu locken. Zum Beispiel wird 2013 das Bad 50 Jahre alt, sodass man ein richtig großes Badfest veranstalten könnte. Wir stellen uns aber auch solche Aktivitäten, wie Aktions- und Erlebnistage oder besondere Sauna-Angebote, vor. Der Förderverein soll den Betreiber hier mit Ideen und Personal unterstützen.

Und nicht zuletzt wollen wir mit der Stadt keine Reibungspunkte sondern eine gute Zusammenarbeit haben. Dies alles mit nur einem Ziel: Die Leute müssen die „Wipperwelle“ noch mehr annehmen, sie müssen auch mal hinein- und nicht nur vorbeigehen!

Hintergrund:

- Im Januar 2012 werden Überlegungen der Stadt Leinefelde-Worbis bezüglich einer Schließung der „Wipperwelle“ öffentlich.
- Im Februar treffen sich mehr als 100 Bürger im katholischen Pfarrhaus - es kommt zur Gründung der Initiativgruppe „Pro Wipperwelle“.
- Die Initiativgruppe nimmt aktiv an Stadtrats- und Hauptausschusssitzungen teil.
- Es erfolgt durch „Pro Wipperwelle eine Sammlung von mehr als 300 Unterschriften gegen die Badschließung, die Bürgermeister Gerd Reinhardt im April übergeben wird.
- Im Mai gibt es Gespräche der Initiativgruppe mit dem Worbiser Ortsrat und Vereinen, bei denen klar gemacht wird, dass man für den Erhalt des Stadtbades kämpfen werde.
- Ende Mai rudert die Stadt mit ihren Plänen zur Badschließung zurück und sagt: Das Bad bleibt, aber es wird nichts mehr hinein investiert.
- „Pro Wipperwelle“ fordert von der Stadt eine Offenlegung der Betriebszahlen.
- Dem kommt die Stadt im Juli nach.
- Am 9. September, im Vorfeld des Jubiläums 850 Jahre Worbis und der 27. Eichsfeldtage, lädt „Pro Wipperwelle“ zum Badfest ein.
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.11.2012 | 22:22  
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