Skandal, Skandal, Skandaaaaaal im Hühnerstall


Nun hat es die Hühner erwischt. Genauer gesagt ihre Eier. Es ist nicht drin, was drauf steht. Ja und? Wer erwartet ernsthaft, im Laden Bio-eier zu bekommen, nur weil ein Zertifikat auf dem Karton steht? Wer rechnen kann weiß, dass dies nahezu unmöglich ist.

Ran an die Eier

Ein Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 210 Eiern pro Jahr wird verzehrt. Macht bei 82 Millionen Menschen gute 17,2 Milliarden Eier. Nur einmal angenommen, ein viertel wäre gewolltes Bio – macht 4,3 Milliarden. Und welche Hühner sollen die legen? Rein rechnerisch legt ein Freilandhuhn 250 Eier im Jahr – und das ist schon sehr viel, wenn man im Auge behält, dass gesunde Bauernhofhühner bis zu 7 Jahre und mehr auf dem Buckel haben können und dann auch wesentlich weniger Eier legen.

Es ist schon ein Paradoxon; da ist in diversen Artikeln zu lesen wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper zu achten. Und gleichzeitig wird der eigene Körper zum Müllschlucker degradiert. Komme was da wolle, morgens früh hat Ei neben dem dampfenden Kaffee, und der streichzarten Leberwurst zu stehen, Punkt, Aus und Schluss.

Huhn oder Ei, das ist hier die Frage!

Wie konnten die Menschen zu Großmutters Zeiten nur überleben? Alleine der intakte Menschenverstand sagte dem Landwirt schon, dass er seine Tiere vernünftig behandeln musste, wenn er von ihnen gesundes Fleisch, leckere Milch oder gute Eier haben wollte.

Nicht selten kam es vor, dass es eben mal keine Frühstückseier gab oder kein Kuchen gebacken wurde, weil Omas Huhn eine kleine Auszeit nahm.Und heute? Hört man im Geschäft meckernde Kunden, wenn tatsächlich mal die Eier aus sind. Willkommen in der „Ich-Will-Alles-Sofort-Haben-Gesellschaft“.

Zurück zum Bio-Ei: Ein wirklich echtes Bio-Ei (sprich ein Ei vom Bauern aus Freilandhaltung, mit Bio-Futter gefüttert) kostet mit regionalen Unterschieden zwischen 25 und 50 Cent. Wobei hier „echt“ auch wieder relativ ist, da fast alle Hühner Hochleistungshybriden sind; gezüchtet um Eier zu legen.

Ausblick

Wer gesund leben möchte, kann nicht wahllos Ware einkaufen und hoffen, dass alles in Ordnung ist. Wenn das Angebot im eigenen Land nicht reicht, wird eben aus dem Ausland geordert. Nicht nur Bio wird nach Deutschland importiert, gerade Eier, Milchprodukte und Fleisch kommt per Schiffslieferung z.B. aus China hier an, um dann von Großfirmen zu nicht deklarierten Fertigprodukten weiterverarbeitet zu werden.

Bio ist letztlich nach einer langen Schiffsreise – 25 bis 30 Tage braucht ein Schiff von China bis nach Deutschland – lange nicht mehr Bio. Pro Seetag kann bei einem großen Containerschiff durchaus von einem Verbrauch von 270 Tonnen Schweröl – ein Abfallprodukt der Benzingewinnung- ausgegangen werden. Welchen Nutzen hat nun ein Bio-Ei, wenn für seinen Einsatz auf deutschen Tellern, dafür die Weltmeere verschmutzt werden?
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