Aus dem Takt geraten: Ärzte informieren zu bundesweiten Herzwochen über Herzrhythmusstörungen

Dr. Stephan Schmidt-Schweda, Chefarzt der Kardiologie im Eichsfeld-Klinkum Worbis, ist einer der Thüringer Spezialisten, die zu den Herzwochen informieren.
Leinefelde-Worbis: Eichsfeld Klinikum |

Das Herz ist keine Rhythmus­maschine, die stets im selben Tempo schlägt. Je nach Anforderung klopft es mal schneller, mal langsamer. Wenn es aber scheinbar ohne Anlass rast, stolpert und springt, sprechen Mediziner von einer Herzrhythmus­störung. Die Deutsche Herzstiftung ­widmet ihre diesjährigen Herzwochen genau diesem Thema. Bundesweit werden in den kommenden Tagen Herzspezialisten über die heutigen Möglichkeiten der Diagnose und Therapie bei Herzrhythmusstörungen informieren.

Alle Termine unter www.herzstiftung.de

In einem gesunden Herzen bilden elektrische ­Taktgeber geordnete Impulse, die für den gleichmäßigen Herzschlag sorgen. Werden die Taktgeber gestört oder zusätzliche Impulse ausgesandt, gerät das Herz außer Rand und Band. „Wer Herzrasen verspürt, sollte das unbedingt ärztlich abklären lassen“, betont Dr. Stephan Schmidt-Schweda, Chefarzt der Kardiologie im Eichsfeld-Klinikum Worbis. Erst nach gründlicher Unter­suchung ist festzustellen, ob Herzrhythmusstörungen harmlos oder lebensbedrohlich sind, ob eine Herz­erkrankung zugrunde liegt oder nicht.

Neue Möglichkeiten der Diagnose

„Die Diagnostik hat sich massiv gewandelt“, erklärt der Kardiologe. Wenn zum Beispiel ein Langzeit-EKG über 24 Stunden keinen Aufschluss bringt, kann ein winziges EKG-Gerät – so groß wie drei Streichhölzer – unter die Haut verpflanzt werden. Das Mini-EKG überwacht den Herzrhythmus fortwährend und sendet die aufgezeichneten Daten an den Arzt. „Manchmal können wir Patienten nach der Untersuchung auch sagen: ‚Was sie spüren, sind harmlose Extra­schläge. Sie brauchen keine Angst zu haben.‘ Dann verlassen sie erleichtert die Praxis.“

Diskrepanz zwischen Symptomen und Gefahr

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen. „Das Problem ist die Diskrepanz zwischen Symptomen und Gefahr“, erklärt der Kardiologe. Plötzliches Herzrasen, das sich sehr bedrohlich anfühlt, muss nicht automatisch gefährlich sein. „Umgekehrt gibt es lebensbedrohliche Rhythmusstörungen wie das Herzkammerflimmern, dass man erst spürt, wenn es zu spät ist“, räumt er ein. Wichtig ist es daher, eine mögliche Herzerkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln.

Häufigste Form: Vorhofflimmern

„Die Herzrhythmus­störung, die Ärzte und Patienten am meisten beschäftigt, ist das Vorhofflimmern“, erklärt der Mediziner. Das Vorhofflimmern an sich sei zwar nicht lebensbedrohlich, wohl aber die möglichen Folgen: Es kann Schlaganfälle auslösen. Beim Flimmern ziehen sich die Herzvorhöfe nicht gleichmäßig zusammen, der Blutstrom verlangsamt sich, so dass sich unter Umständen Gerinnsel bilden. Werden diese in den Körper geschwemmt, können sie ein Blutgefäß verstopfen. Im schlimmsten Fall im Gehirn. Um das zu verhindern, bekommen die Betroffenen Blutverdünner und Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren.

Katheder-Ablation kann heilen

In der Therapie von Herzrhythmusstörungen gibt es große Fortschritte. Herzschrittmacher unterstützen das Herz, wenn es zu langsam schlägt. Gerät es ernsthaft aus dem Takt, kann ein implantierter Defibrillator helfen, der automatisch einen ­rettendenden Stromstoß abgibt. Weiterentwickelt hat sich auch die Katheter-Ablation. „Gutartiges Herz­rasen lässt sich damit dauerhaft heilen“, betont Chefarzt Stephan Schmidt-Schweda. Bei der Ablation wird gezielt das Gewebe, das störende Fehlimpulse aussendet, durch Hochfrequenzstrom verödet oder durch Kälteenergie vereist.

Termine im Eichsfeld

• 11. und 12. November, jeweils 17 Uhr, Vortrag von Dr. med. Stephan Schmidt-Schweda Eichsfeld-Klinikum Worbis, Haus St. Elisabeth, Anmeldung unter Telefon 03 60 74 / 74 43 01
• 18. November, 19.30 Uhr, Marcel-Callo-Haus, Lindenallee 21, Heilbad Heiligenstadt (Veranstalter: Heiligenstädter Apotheken)

Termine im Landkreis Nordhausen
• 12.11., 15 Uhr, Ellrich, Vortrag von Dr. Sieglinde Hoy, Dr. Andre Hoy im Pflegeheim Asternhof
• 17.11., 16 bis 17 Uhr, Tag der offenen Tür der Herzsportgruppe in Nordhausen, Turnhalle Südharz-Klinikum
• 25.11., 15 Uhr, Vortrag von Dr. Dieter Kornmannn zu Herzrhytmusstörungen im Seniorenbegegnungszentrum Stolberger Straße

Termin in Sondershausen
• 12.11., 15 Uhr, Sondershausen, Vortrag von Dr. Rainer Rahmig im DRK-Krankenhaus

Termin in Mühlhausen
• 27.11., 17 Uhr, Puschkinhaus, Großer Saal, Referenten: Mario Caduff, Dr. Klaus von Stabel, Dr. Sibylle Kaiser, Ralf Michael

weitere Termine unter www.herzstiftung.de
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