Das Eingangstor zur Stadt - Bahnhöfe im Eichsfeld: Leinefelde

Blick aus der Treppenunterführung auf den Bahnsteig mit der Erfurter Bahn (links) und der Regionalbahn nach Nordhausen (rechts).
 
Auf Bahnsteig 3: Die Regionalbahn wartet auf die Abfahrt in Richtung Nordhausen.
Leinefelde-Worbis: Bahnhof | Schnee oder Regen sind auf den überdachten Bahnsteigen kaum zu spüren, wohl aber der kalte Wind. Die meisten Reisenden halten sich daher in der kleinen Wartehalle des Bahnhofsgebäudes auf.

Als im Jahre 1867 die Haupt-Bahnstrecke von Halle nach Kassel gebaut wurde, führte sie auch durch einen damals noch sehr kleinen Ort mit nur mehreren hundert Einwohnern namens Leinefelde.

Als 1870 dieser Eichsfeld-Ort mit der Bahnstrecke Leinefelde-Gotha eine zweite Eisenbahn-Hauptstrecke bekam, avancierte der örtliche Bahnhof zum Zentralbahnhof des Eichsfeldes.

Für Leinefelde, das ohnehin schon den Kreuzungspunkt der großen Rheinstraße von Köln nach Berlin (ehemals Bundesstraße 80, heute Landesstraße L 3080) sowie der Reichsstraße von Mühlhausen nach Duderstadt (heute Bundesstraße 247) bildete, bedeutete dies einen weiteren Entwicklungsschub.

1880 kam mit der so genannten Kanonenbahn ein weiterer Bahnanschluss in Richtung Eschwege in Hessen hinzu, und ab 1897 dampften von Leinefelde aus auch noch über Worbis, Wintzingerode, Ferna und Teistungen Züge nach Wulften.

Auch, wenn es den Kanonenbahnanschluss längst nicht mehr gibt und die Gleisstrecke in Richtung Worbis und Teistungen der Ortsumgehungsstraße Worbis-Wintzingerode sowie der Natur Platz machen mussten, so ist der Leinefelder Bahnhof heute nicht nur der größte im ganzen Landkreis, sondern auch der einzige, der noch einen Fahrkartenschalter besitzt.

Auf Bahnsteig 3 steht die Regionalbahn, die zwischen Nordhausen und Leinefelde pendelt. Die Elektrolokomotive und die Doppelstock-Waggons im bordeaux-roten Look der Deutschen Bahn sind noch mit Eiszapfen geschmückt.

Gerade eben fährt die Erfurter Bahn ein. Ihre typisch grün-weiß-roten Regio-Shuttle-Triebwagen wird man hier allerdings nur noch bis Jahresende sehen, denn ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 übernimmt die DB Regio Südost als ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn unter anderem die Linie Erfurt – Leinefelde.

Einige Gleise weiter wartet ein Güterzug mit zwei vorgehängten blau-weißen Diesellokomotiven - der Zentralbahnhof Leinefelde ist auch ein Knotenpunkt für den Güterschienenverkehr.

Das Bild des Leinefelder Bahnhofes wird sich in Zukunft noch wandeln. So plant die Deutsche Bahn, hier ein offenes Reisezentrum einzurichten, was unter anderem bedeutet, dass die nette Bahnangestellte am Fahrkarten- und Serviceschalter künftig nicht mehr durch eine trennende Glasscheibe mit den Kunden kommunizieren muss. Die Stadt, die seit 2007 Eigentümer des Bahnhofsgebäudes ist, will gemeinsam mit der Bahn an Gestaltungs- und Nutzungsvorschlägen für das Bahnhofsgebäude als „Leinefelder Eingangstor“ arbeiten.

Der Bahnhofsvorplatz wurde dagegen bereits 2009 im Rahmen des Wettbewerbes „Grüne Achse“ neu gestaltetet, unter anderem barrierefrei.

Fakten


- Die Halle-Kasseler Eisenbahn ist eine 218 km lange Hauptstrecke der Deutschen Bahn, die Halle (Saale) mit Kassel verbindet und dabei auch Leinefelde durchquert. Genutzt wird sie überwiegend von Regionalzügen sowie dem Ost-West-Güterverkehr. Die Strecke wurde von 1990 bis 1994 ein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit ausgebaut.

- Die Eisenbahnstrecke Gotha-Leinefelde hat eine Länge von 67,1 Kilometern, den die alle zwei Stunden verkehrenden Regionalexpress-Züge in 40 Minuten bewältigen, die Erfurter Bahn in 65 Minuten. Die Bahnstrecke wurde vom Land Thüringen als so genannte „ÖPNV-Musterstrecke Nr.1“ für Neigetechnik bis 160 km/h ausgebaut.
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