Der Trauer Raum und Zeit geben - Ambulanter Hospiz und Palliativer Beratungsdienst richtet in Leinefelde ein „Trauercafé“ ein

Wann? 07.12.2012

Wo? Trauercafé, Bonifatiusweg 2, 37327 Leinefelde-Worbis DE
Sie bringen das "Trauercafè" am 3. Februar in Leinefelde an den Start: das ehrenamtliche Team (v.l.n.r.) Birgitt Hegenwald, Karin Nitz, Harald Sterner, Gitta Krumtünger sowie Kerstin Strecker.
 
Am 3. Februar geht es mit dem ersten Treffen an den Start, das Trauercafé am Bonifatiusweg 2 (bei der Bonifatiuskirche) in Leinefelde.
Leinefelde-Worbis: Trauercafé | Trauer ist nicht nur für das stille Kämmerlein gedacht. Trauer braucht Mitmenschen. Ungesehene Tränen sind verschenkte und manchmal verlorene Tränen. So ähnlich beschreibt der Trauerforscher Jorgos Canacakis, wie wichtig es ist, dass man mit seiner Trauer nicht allein bleibt.

Viele Trauernde finden in ihrem Familien- und Freundeskreis den Halt und die Sicherheit, die sie brauchen. Trauernde machen aber auch die Erfahrung, dass sie mit ihren Gefühlen nicht verstanden werden und wenig Halt empfinden. Und das in einer Zeit, wo für sie durch den Tod eines nahestehenden Menschen nichts mehr so ist, wie es mal war und für das eigene Leben neue Orientierungen gesucht werden müssen.

Für unsere heutige Zeit mag das unlogisch klingen, aber wer sich für seine Trauer mit allen Höhen und Tiefen entscheidet, entscheidet sich für das Leben. Trauer braucht Ausdrucksformen, auch wenn das nicht immer leicht auszuhalten ist. Die heftigen Gefühle, die nach dem Tod eines nahestehenden Menschen auftreten, können zunächst sehr verwirren und verunsichern.

Nicht selten stellen sich Trauernde die Frage: „Bin ich noch normal?“ Mit Gedanken wie: „In meiner Trauer kann mir niemand helfen.“ oder „Ich will mit meinen Sorgen und Gefühlen niemanden zur Last fallen.“ isolieren sich Trauernde oft selbst und haben doch gleichzeitig die Sehnsucht und das Bedürfnis, nicht allein zu sein, verstanden zu werden und über ihre Gefühle und den Verstorbenen reden zu können.

Diese Sehnsucht, die sie oft von Trauernden hören, möchte das Team vom ambulanten Hospiz- und Palliativen Beratungsdienstes aufgreifen und ab Februar im Landkreis Eichsfeld ein „Trauercafe“ anbieten. In vielen Regionen Deutschlands gibt es schon seit einiger Zeit „Trauercafes“.

Hier können Trauernde sich bei Kaffee und Kuchen begegnen, sich miteinander austauschen, Verständnis erfahren, die Erfahrung von nehmen und geben machen, sich ihrem „Trauerweg“ stellen und darin neuen Halt und Lebensmut finden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizdienstes begleiten diese Nachmittage und stehen gegebenenfalls für Gespräche zur Verfügung. Zu ihren Aufgaben gehört die inhaltliche Vorbereitung eines „Impulses“, genauso wie die gastfreundliche Bewirtung der Gäste. So mancher Besucher kommt nur einmal, andere kommen regelmäßig, einige hin und wieder. Jeder, gleichgültig ob sein Verlust noch frisch ist oder schon länger zurück liegt, ist herzlich willkommen.

Trauernde schaffen es mitunter nicht, sich allein Hilfe zu holen und brauchen die Unterstützung von Verwandten und Freunden, die aufmerksam sind und die Angebote für Trauernde dem Betroffen weitergeben. Vielleicht so eine „Brückenfunktion“ übernehmen.

Hintergrund
• Die Teilnahme am „Trauercafe“ ist kostenlos.
• Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
• Die Wahrung der Schweigepflicht ist selbstverständlich.
• Die Treffen erfolgen jeden ersten Freitag im Monat von 16.00 bis 18.00 Uhr bei der Caritas, Bonifatiusweg 2, in Leinefelde.
• Die Termine für die nächsten Treffen sind der 3. Februar, 2. März, 30. März, 4. Mai sowie der 1. Juni.
• Nähere Infos bei der Koordinatorin des Ambulanten Hospiz- und Palliativen Beratungsdienstes Eichsfeld, Constance Hunold, unter ( Telefon (0173) 37 961 97.
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