Die Ehre Gottes und das Wohl der Menschen - 356. Ignatiuswallfahrt nach Wingerode am kommenden Sonntag, dem 5. August

Gottesdienst mit Festpredigt an der Ignatiuskapelle. (Foto: Harald Stitz)
 
Das Bild zeigt Pilger bei der Ignatiuswallfahrt 2011 auf dem Weg zum Wallfahrtsort. (Foto: Harald Stitz)
Wingerode: Ignatiuskapelle | In Deutschland herrschte im Mittelalter durch die Reformation und das Machtstreben der Landesfürsten eine religiös verworrene Situation. Selbst Martin Luther beklagte die wachsende Zahl derer, die weder „päpstlich“ waren, noch dem reinen Evangelium zugetan waren, also ungläubig waren.

In dieser Zeit trat im katholisch gebliebenen Spanien ein Mann Namens Ignatius von Loyola auf den Plan, ein Baske. Mit einer Gruppe von Freunden, die er um sich gesammelt hatte, gründete er eine vom Papst anerkannte ordensähnliche Lebensform, die Jesuiten.

Deren größtes Ziel war es, für die größere Ehre Gottes zu wirken und Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen, oder das Heil der Seelen zu fördern. Weltweite Solidarität mit den Armen ist die Devise der Jesuitenmission. So hilft beispielsweise auch der Jesuitenflüchtlingsdienst in allen Krisenregionen, wie etwa derzeit in Syrien. Vor allem aber sollten auch die Orte in den Blick genommen werden, an denen böse Saat gegen die größere Ehre Gottes und das allgemeine Wohl der Menschen gesät werden. Daher stellen sich seit langer Zeit die Jesuiten besonders dem Papst zur Verfügung, damit dieser sie an die Brennpunkte der geistigen und geistlichen Auseinandersetzung senden kann.

Wenn der Papst heute eine Entweltlichung der Kirche in Deutschland und anderen entwickelten Ländern fordert, dann heißt das sicher nicht, sich vom Dienst am Wohl des Nächsten zurückzuziehen, um sich mehr dem göttlichen Dienst zu widmen. Gerade für Ignatius ist ja die „Welt“ ein heiliger Ort, wenn er fordert, Gott in allem zu finden.

Es bedeutet wohl einerseits mehr selbstkritisch und prophetisch über diese Welt nachzudenken, auf der ja der Sohn Gottes als Mensch gelebt hat. Und andererseits heißt es, sich nicht bequem und träge in dieser Welt einzurichten und sich so vom Geiste Gottes zu entfremden. Es geht ja um den Geist des besitz- und heimatlosen Wanderers aus Galiläa, der bei denen am Rande war, den Macht- und Sprachlosen. Der größere Dienst Gottes und der Dienst am größeren Wohl der Menschen in der Welt müssen keine Gegensätze sein, wie uns Ignatius in seine Überlegungen zeigt.

Wie beides gelingen kann, dazu kann Jesuitenpater Bernd Günther aus München sicher Impulse geben, wenn er bei der diesjährigen 356. Ignatiuswallfahrt in Wingerode die Festpredigt hält.

Wallfahrtstag ist der kommende Sonntag, der 5. August 2012. Um 9.30 Uhr startet die traditionelle Prozession zur Ignatiuskapelle am Rande des Dorfes in Richtung Beuren. An ihr beteiligen sich die Vereine des Ortes. Gegen 9.50 Uhr beginnt vor der Kapelle der Gottesdienst mit der Festpredigt und dem Segen mit der Ignatius-Reliquie.

Um 14.00 Uhr erfolgt die Weihe des Ignatiuswassers in der Kapelle. Wallfahrer aus Nah und Fern sind dazu herzlich eingeladen.

Hintergrund

Die Verehrung ihres Ordensgründers, des heiligen Ignatius von Loyola, lag den Heiligenstädter Jesuiten sehr am Herzen.
Daher begründeten sie Mitte des 17. Jahrhunderts eine Wallfahrt zu einer Kapelle in der Flur von Wingerode - der Ignatiuskapelle.
Die heutige Kapelle mit ihrem fast quadratischen Grundriss und abgeschrägten Ostecken trägt über der westlichen Eingangstür die Jahreszahl 1737.
Das Innere wird geprägt von den Skulpturen des heiligen Ignatius, des heiligen Franz Xaver und des Salvators, jeweils 1735 entstanden, einer gotischen Madonna mit Kind und einem Vierzehnheiligen-Bild aus dem 18. Jahrhundert mit der Krönung Mariä.
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