Im Kampf mit Schwert und Lanze - 1. Deutschland-Finale der Schwertkämpfer und Lanzenreiter in Großbodungen mit Rittern, Recken und Maiden

Edle Reiter aus dem deutschen und sogar tschechischen Lande werden in einem echten Turney ihre Kräfte und Geschicklichkeit messen. Hier trifft der Europameister (links) seinen Gegner sehr hart am Schild. (Foto: Mathias Graf von Westphalen)
 
„Schabernackrakeel“ ist ein fahrender Spielmann, der viele Geschichten zu erzählen weiß, aber auch spaßige Spiele für Kinder kennt. (Foto: Mathias Graf von Westphalen)
Großbodungen: Naherholungsgebiet Kirchgrund | Dass das Mittelalter eine doch recht düstere Zeit war, ist bekannt. Bis heute geblieben ist allerdings die Sehnsucht nach ritterlichen Tugenden.

Welche das sind, das erfährt man am kommenden Wochenende in Großbodungen sozusagen aus allererster Hand, wenn viele junge Recken und auch Schildmaiden sich in ritterlichen Wettkämpfen um den Sieg bewerben. Auch die Fußritter aus Böhmischen Landen, die „Schwarzen Ritter“, zeigen ihre Kraft und Geschicklichkeit im Schwertkampf.

Der Preis für harte Arbeit zu Fuß und zu Pferd sind 13 große Münzen aus Feinsilber und Feingold. Daneben wird dem ehrenhaftesten Teilnehmer - der übrigens nicht zwangsläufig der Turniersieger sein muss - durch Mathias Graf v. Westphalen, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des Westphälischen Ritterorden e.V., die Schwertleite zuteil - der letzte Schlag ins Gesicht, den der Betroffene unbeantwortet entgegennehmen muss. Dazu gibt es das kalligraphierte Pergament und eine eigene Pettschaft zur Siegelung künftiger Urkunden.

Alle Reiter sind professionelle Showreiter, die in der nun endenden Saison viele Turniere bestritten haben. Die Wettkämpfe waren allerdings bis ins letzte Detail choreographiert, also zuvor abgesprochen. In Großbodungen jedoch wollen die Akteure nun feststellen, wer wirklich der Beste unter ihnen ist. Sie werden sich gegenseitig nichts schenken.

Es kann nur zum Ritter geschlagen werden, wer alle ritterlichen Kampftechniken zu Fuß und zu Pferd beherrscht. Angetreten wird mit Bogen, Speer und Schwert gegen Ziele auf Holzgestellen, wie etwa dem Roland, bei dem es darum geht, den Hals zu treffen.

Die Königsdisziplin im ritterlichen Wettkampf bildet jedoch der Tjost. Bei diesem reiten zwei Kontrahenten im Galopp aufeinander zu und versuchen den Gegner mit der Spitze ihrer über drei Meter langen Lanze zu treffen. Wenn diese dann mit einem lauten Knall splittert, bekommt der Lanzenträger ein Okuli (bedeutet so viel wie Auge), also einen Punkt gut geschrieben.

Diese sowie viele andere Riten, Redensarten und Bezeichnungen aus mittelalterlicher Zeit werden den Besuchern in Großbodungen von einem der besten Herolde der Szene erklärt.

Wer am 29. und 30. September nach Großbodungen kommt, wird somit ein sehr seltenes Schauspiel erleben. Ein Schauspiel, von dem vermutlich auch die kleinen Besucher noch wochenlang vor Begeisterung schwärmen werden. Denn auch für den Nachwuchs gibt es täglich ein Thurney, in dem sich die Kinder beweisen können.

Fakten:

- Das Turnier wird auf der Wiese neben dem Schützenhaus im Großbodunger Kirchgrund ausgetragen.
- Auf dem Großbodunger Schlossplatz wird es zeitgleich einen großen Mittelaltermarkt mit mittelalterlicher Musik, historischem Handwerk und Gauklern geben - rund 30 Handwerker- und Händlerständen - geben.
- „Schabernackrakeel“ zieht als fahrender Spielmann mit seinem Karren durch die Gassen und erzählt Geschichten von Ruhm, Ehre sowie anderen menschlichen Eitelkeiten. Des Abends spielt er manch Stück auf seiner Laute, auf dass das Volk gar laut mitsingen mag.
- Die Spielleut der „Heure Kapelle In Validus“ und „Gotik“ spielen die Musik des Mittelalters.
- Nicht fehlen wird das Badehaus, wo die Badefrauen recht freizügig den Besucher in hölzernen Zubern den Staub aus dem Pelz waschen. - Feuer und Tanz verbindet „Pyromantika“ zu einer atemberaubenden Fakirshow
mit Kunststücken auf dem Nagelbrett, den Tanz mit dem Feuerfächer, Feuerschlucken und Feuerspucken.
- Auch für Speis und Trank ist gesorgt. Garküchen und Tavernen und auch ein Zuckerbäcker laden zum Verweilen und Schlemmen ein.
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 26.09.2012 | 21:01  
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