Neue Strukturen schaffen Zurück, um und neu bauen - 2012 wird für Grenzmuseum Schifflersgrund eine ereignisreiches Jahr

Das Baurecht liegt vor, und nun hoffen Stefan Heukeroth-Hartmann (links) sowie Museumsleiter Wolfgang Ruske (rechts), dass die Finanzierungsfragen rasch geklärt und die Neugestaltung des Eingangsbereiches in Angriff genommen werden kann.
Bad Sooden-Allendorf: Grenzmuseum Schifflersgrund | Fünf Kettenfahrzeuge - vom Panzer bis zum Schützenpanzer, dann noch einmal fünf Hubschrauber sowie 20 Pkw-Grenzfahrzeuge und eine ganze Anzahl von Militär-Lkws mit verschiedenen Aufbauten - das Grenzmuseum „Schifflersgrund“ hat in den zurückliegenden 20 Jahren eine Menge Fahrzeuge gesammelt.

„Einen solch großen Bestand an historischer Technik, das hat kein anderer“, meint Museumsleiter Wolfgang Ruske nicht ohne Stolz.

Derzeit wird dieser Fahrzeugpark allerdings den Besuchern auf ziemlich engem Raum und ohne eine wirkliche Struktur präsentiert, was nicht zuletzt auch Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, während eines Besuches 2010 bemängelte.

Dies soll sich in diesem Jahr ändern. Im Frühjahr 2011 hatte das Thüringer Kultusministerium die Erarbeitung eines neuen Ausstellungskonzeptes für das Grenzmuseum Schifflersgrund in Auftrag gegeben, das nun vorliegt. Es sieht eine klare Entzerrung und Neugliederung des Museumsgeländes vor, die sich an den historischen Verhältnissen orientiert.

Was bedeutet, dass sämtliche Fahrzeuge der DDR-Grenztruppen und der Sowjetarmee auf den östlichen Geländeteil (ehemals DDR-Seite) umziehen, während sich die amerikanische und westdeutsche Technik den Besuchern zukünftig westlich des ehemaligen Grenzzaunes präsentiert.

Die Fläche zwischen Grenzzaun und Beobachtungsturm mit dem Kolonnenstreifen wird auch von sämtlichen Baulichkeiten, die hier historisch betrachtet nicht hin gehören (derzeit stehen hier Containerbaracken) beräumt und wieder so hergerichtet, wie sie Ende der 80er Jahre aussah.

Da passt es ganz gut ins Konzept, dass das Museum „Schifflersgrund“ den mit 2,5 Kilometern längsten noch erhaltenen Grenzzaun in Deutschland besitzt. Den Abbau des Zaunes und seiner Anlagen hatte Wolfgang Ruske, der nach der Wende als Chef der Polizeiinspektion Nordhausen auch für die Sicherung der Grenzanlagen verantwortlich war, verhindern können.

Weiterhin sollen verschiedene Aktionsflächen für Veranstaltungen mit kulturellem und pädagogischem Hintergrund sowie im weiteren Umfeld Natur- und Erlebnisbereiche geschaffen werden.

Ein Kernpunkt der neuen Konzeption ist die Neugestaltung des Eingangsbereiches des Museums mit einem zentralen Gebäude, das neben Ausstellungsräumen auch einen Museums-Shop, einen Kinoraum, eine Präsenzbücherei sowie großzügige Sanitäranlagen beherbergt.

„Baurecht liegt bereits vor, die Planungsphase ist in vollem Gange, und wir hoffen nun auf eine rasche Bereitstellung des Geldes“, so Stefan Heukeroth-Hartmann, 2. Vorsitzender des Arbeitskreises Grenzinformation e.V. 50 Prozent der Kosten werden das Land Thüringen und Hessen zu jeweils gleichen Teilen übernehmen, den Rest stellt die Gedenkstättenförderung des Bundes zur Verfügung.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige