Nur kein Stillstand - Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen setzt auch 2012 die Erweiterung der neuen Konzeption dort

Stillstand ist Rückschritt, und so wollen Horst Dornieden (links), Vorsitzender des Trägervereins des Grenzlandmuseums, und Geschäftsführer Paul Schneegans (rechts) auch 2012 neue Vorhaben und Projekte in und rund um die Einrichtung umsetzen.
 
Horst Dornieden (links), Vorsitzender des Trägervereins des Grenzlandmuseums, und Geschäftsführer Paul Schneegans (rechts) mit der Plakette, die das Museum seit dem vergangenen Jahr als Europäisches Kulturerbe auszeichnet .
Teistungen: Grenzlandmuseum Teistungen | „Stillstand ist Rückschritt, und ein Museum ist nie fertig“, sagt Paul Schneegans, Geschäftsführer des Grenzlandmuseums Eichsfeld in Teistungen. „Gerade erst hat man Akzente gesetzt, und schon stehen neue Herausforderungen an. Man ist praktisch immer in der Planung.“

Und tatsächlich hat sich mit dem Fortschreiten der Zeit zwangsläufig das Besucher-Klientel geändert. Während man in den Jahren nach der Eröffnung des Grenzlandmuseums 1995 noch viele Besucher der so genannten Erlebnisgeneration begrüßen durfte - also Menschen, welche die deutsch-deutsche Teilung aus eigenem Erleben kennen - hat das Museum heute immer öfter Gäste, welche aufgrund ihres Alters die „Mauer“ und den damit verbundenen Teil der Deutschen Geschichte nur vom Hörensagen oder gar nicht kennen.

Die neue Konzeption des Museums berücksichtigt dies nicht nur, sondern baut darauf auf. So bietet die jetzige Präsentation verschiedene Informationsebenen, die - je nach Interessenslage und Zeitbudget - bewusst zu Mehrfachbesuchen einladen.

Im vergangenen Jahr wurde der Grenzlandweg erweitert. Auf nun sechs statt bisher vier Kilometern Rundweg mit einer Schleife bis zur ehemaligen „Grenzabfertigung West“ (heute DLRG-Sitz, früher der am stärksten frequentierte deutsch-deutsche Grenzübergang) hat sich die Zahl der Informationsstationen auf 24 verdoppelt.

So wurde beispielsweise der baufällige Pferdebergturm (Station 13), ein Aussichtsturm aus Holz, saniert und ins Konzept integriert.

Hinzu kam als Station 23 auch der Fall André Rößler, der am 4. September 1976 bei seinem Fluchtversuch durch zwei Splitterminen tödlich am Herzen, der Lunge und den Beinen verletzt wurde.

Auch in diesem Jahr setzt sich die Neugestaltung und Erweiterung fort. So wird die erste Zwangsaussiedlung 1952, damals vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR unter anderem unter dem Tarnnamen „Aktion Ungeziefer“ geführt, in den Fokus der Besucher gerückt und sich wie ein roter Faden durch das Jahr 2012 ziehen. Geplant sind hier unter anderem Zeitzeugengespräche und eine Integration des Themas in die Bildungsstättenarbeit.

Im Frühjahr, wenn seine Sanierung und teilweise Ausmöblierung abgeschlossen ist, soll auch der ehemalige NVA-Führungsturm im Rahmen des Rundwanderweges wieder erlebbar werden.

In Planung befindet sich zudem der teilweise unterirdische Neubau eines Ausstellungspavillons zwischen Mühlenturm und Hauptgebäude zum „Grünen Band Deutschland“, der zeigen soll, wie sich die ehemalige Grenze vom Anrücken der Abbaukommandos nach der Wende bis zum heutigen Naturschutzgebiet entwickelt hat.

Fakten
• 2011 zählte das Museum rund 56.000 Besucher
• Von der Eröffnung 1995 bis zum 31. Dezember 2011 haben insgesamt 927.000 Gäste das Grenzlandmuseum besucht
• Im späten Frühjahr 2012 ist eine Besucherbefragung geplant, um zu reflektieren, wie die neuen Angebote ankommen.
• Im Juli 2012 beteiligt sich das Grenzlandmuseum sm Niedersachsentag in Duderstadt
• 1. und 2. September: Auftakt zu den 26. Niedersächsischen Musiktagen erfolgt im Grenzlandmuseum unter dem Begriff „Freiheit“
• 2012 sind mit Jugendlichen verschiedene Zeitzeugenprojekte geplant
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