Pflegenotstand - Häusliche Versorgung schwerkranker Kinder ist zunehmend gefährdet - KIMBU sucht dringend Pflegekräfte

Eine pflegerische Versorgung der schwerkranken Kinder daheim macht es für die Kinder und ihre Eltern leichter, wird aber zunehmend zu einem Problem, weil die Pflegekräfte fehlen. (Foto: KIMBU)
„Wann können wir mit unserem Kind endlich nach Hause?“, fragen viele Eltern, wenn sie mit ihrem schwerkranken Kind schon Wochen oder gar Monate im Krankenhaus verbracht haben.

Meist hängt die Entlassung jedoch davon ab, ob eine pflegerische Versorgung zu Hause gesichert kann. Genau das wird aber zunehmend zu einem Problem, denn die Pflegekräfte fehlen ganz einfach.

Betroffen ist auch ein Kind aus dem Raum Heiligenstadt.

Da die Kinder auf Beatmungsgeräte angewiesen sind oder eine andere spezielle Versorgung brauchen, kann nur ein besonderer Kinderkrankenpflegedienst die Versorgung übernehmen.

In Göttingen gibt es seit 14 Jahren den Häuslichen Kinderkrankenpflegedienst KIMBU als gemeinnützige gGmbH.

Im Augenblick werden von KIMBU 37 schwerkranke Kinder und Jugendliche in einem Umkreis von zirka 90 Kilometern um Göttingen versorgt. Nun soll KIMBU vier weitere Kinder übernehmen. Schon jetzt kann die Versorgung jedoch nur mit Mühe aufrecht erhalten werden.

„Wir sind in einem echten Dilemma“, so Antje Schischkoff von der KIMBU-Pflegedienstleitung. „Wir haben mit der Arbeit von KIMBU begonnen, damit schwerkranke Kindern und Jugendliche so früh wie möglich wieder in ihrem familiären Umfeld leben können. Wir müssen aber in letzter Zeit immer wieder Familien vertrösten, weil wir es personell nicht schaffen. Dabei arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon bis an ihre Belastungsgrenze. Wir merken das am gestiegenen Krankenstand. Je mehr Mitarbeiter aber durch Krankheit ausfallen, um so höher ist die Belastung für die anderen – ein echter Teufelskreis.“

Die Suche nach neuen Pflegekräften, bevorzugt Kinderkrankenpflegekräften, gestaltet sich schwierig.

„Dabei sind wir überzeugt, dass in unserem Versorgungsgebiet manche Kinderkrankenpflegekraft, zum Beispiel in Elternzeit, ist und überlegt, ob sie wieder mit Teilzeit in ihren Beruf zurückkehren soll. Aber auch Krankenpflegekräfte sind uns willkommen. Wir arbeiten die neuen Mitarbeiter im Rahmen eines Projekts, das vom niedersächsischen Sozialministerium gefördert wird, ausführlich ein“, erläutert KIMBU-Geschäftsführerin Kerstin Mollenhauer.

Sie und das gesamte Team hoffen, dass sich genug neue Pflegekräfte finden, so dass auch das Kind aus dem Raum Heiligenstadt bald aus der Klinik entlassen werden kann.

Kontakt
• (Telefon (0551) 38 91 92 21
• E-Mail: kimbu-goettingen@t-online.de
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.01.2012 | 01:25  
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