Schon gechippt? - Neues Tiergefahrengesetz: Hunde müssen Transponder-Chip tragen und haftpflichtversichert werden

Relativ einfache Prozedur: Ein Schäferhund wird gechippt. (Foto: Tasso)
 
Mit diesem Gerät wird der Hund gechippt. (Foto: Tasso)
Halter von Hunden und gefährlichen Tieren sind seit Inkrafttreten des „Thüringer Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren“ am 1. September 2011 verpflichtet, ihre Tiere bei der zuständigen Behörde – in der Regel ist dies das Ordnungsamt – anzumelden.

Im Klartext bedeutet das: Alle Halter müssen ihre Hunde auf eigene Kosten durch einen Tierarzt mit einem elektronischen Transponder in Form eines Mikro-Chips kennzeichnen zu lassen und für sie zugleich eine Haftpflichtversicherung abschließen. Die Versicherungspflicht gilt ebenso für „gefährliche Tiere“.
Allerdings: Im Stadtgebiet Leinefelde-Worbis sind derzeit insgesamt 1.170 Hunde steuerlich gemeldet, von denen lediglich 230 Tiere bereits als gechippt und haftpflichtversichert angezeigt wurden.

Viele Halter sind der Meinung, dass sie ihren Hund doch bereits mit der Hundeanmeldung registriert haben und dies nun nicht ein zweites Mal tun müssen. Dies ist ein Irrtum! Mit der Anmeldung des Hundes für die Hundesteuer wurden die jetzt mit dem neuen Gesetz geforderten Daten zum Hund, der Versicherung und der elektronischen Kennzeichnung nicht abgefragt.

Die Fristen des Gesetzgebers für eine Nachmeldung für Hunde und gefährliche Tiere sind zwar mit dem 29. Februar 2012 bereits abgelaufen, doch verhängen die zuständigen Ordnungsämter in der Regel noch keine Bußgelder, sodass eine Gnadenfrist bleibt. Wichtig ist, dass die Tiere erst einmal gemeldet und versichert werden, auch, wenn noch nicht alle Papiere vorliegen. Wenn allerdings bekannte Tierhalter trotz Aufforderung und Fristsetzung ihrer Pflicht nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen, kann es für sie sehr teuer werden, denn es drohen bis zu 10.000 Euro Bußgeld.

Man sollte sich als Zweibeiner also sputen, dem zuständigen Amt in der Heimat-Gemeinde, -Stadt oder -Verwaltungsgemeinschaft die Nachweise zu Kennzeichnung und Versicherungsabschluss vor zu legen. An diese kann man sich übrigens auch bei Fragen zur neuen Kennzeichnungs- und Versicherungspflicht von Hunden und Tieren wenden. Pauschale Ausnahmen, zum Beispiel aufgrund des Alters oder der Größe eines Hundes, gibt es übrigens nicht.

Neben dem Versehen des Tieres mit einem Chip ist auch der Abschluss einer Haftpflichtversicherung gefordert. Sie dient zur Deckung von Personen- und Sachschäden, die der Hund eventuelle verursacht. Beißattacken durch Hunde mit schlimmen Verletzungen und oftmals einher gehenden Sachbeschädigungen gibt es immer wieder, und nicht nur durch die so genannten „Kampfhunde“.

Mit den neuen Festlegungen sind die Versicherungen ihrerseits verpflichtet, eine Kündigung der Hundehaftpflicht und damit Nichtversicherung der zuständigen Behörde (dem Ordnungsamt) zu melden und die Versicherung als Pflichtversicherung zu führen.

Hintergrund

- Die Hunde-Haftpflichtversicherung sieht eine Mindestversicherungssumme in Höhe von 500.000 Euro für Personenschäden und in Höhe
von 250.000 Euro für sonstige Schäden vor.

- Die Versicherungen bieten allerdings im Allgemeinen zur Schadensabdeckung deutlich höherer Summen in ihren Verträgen an - im Allgemeinen von 1 Mio. Euro an aufwärts.

- In Arbeit ist der Entwurf einer Thüringer Chip-Pflichtverordnung, die festlegt, welche Daten der kennzeichnende Tierarzt dem Halter per Bescheinigung zu bestätigen hat. Dies sind unter anderem neben der Chipnummer, Datum und Halterdaten auch Name, Rasse, Risthöhe des Hundes, Fellfarbe und besondere Kennzeichen.
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