Unter einem besonderen Stern - Die 357. Ignatiuswallfahrt nach Wingerode am Sonntag, dem 4. August 2013

Jesuitenpater beim Wallfahrtshochamt während der Ignatiuswallfahrt 2012. (Foto: Harald Stitz)
 
Große Beteiligung trotz Regenwetters im vergangenen Jahr: Prozession zur Ignatiuskapelle. (Foto: Harald Stitz)
Wingerode: Ignatiuskapelle | WINGERODE. Wie kommt eine Ignatiuswallfahrt nach Wingerode? Ein Schüler des Jesuitenkollegs namens Georg Andreas Reinhardt (Magister) war Dorfschulmeister, Küster und zugleich Schreiber des ersten Kirchenbuches von Wingerode. Er erbaute um 1657 die erste Ignatiuskapelle in Wingerode aus Holz. Diese musste bereits 1661 wegen großer Teilnahme der Gläubigen erweitert werden.

1657 wird von einer Sakramentsprozession zu dieser Kapelle berichtet und von einer Eucharistiefeier am Sonntag nach dem Fest des Ignatius (31. Juli). 1662 nahmen bereits 2.000 Gläubige aus Wingerode und den umliegenden Orten an der Wallfahrt teil. Dies war auch das Jahr der Heiligsprechung des Ignatius. Die Wallfahrt wurde eine der größten des Eichsfelds.

Heute, nach 350 Jahren existiert die Ignatiuswallfahrt immer noch und ist somit die einzige ihrer Art in Deutschland und in Europa. Geschuldet ist das wohl der Beharrlichkeit der Wingeröder.

Als 1774 der Jesuitenorden in Deutschland vom Papst verboten wurde, ging die Wallfahrt trotzdem weiter. Das lag daran, dass schon 1664 die Sorge für die Ignatiuskapelle dem Pfarrer von Wingerode übertragen wurde. Die Wingeröder ließen sich von dieser Wallfahrt nicht abbringen, auch nicht durch die liberalen Tendenzen in der Aufklärungszeit nach der Französischen Revolution.

Die diesjährige Wallfahrt steht unter einem besonderen Stern, da der neue Papst Franziskus ebenfalls ein Jesuit ist. Sein bewusster Blick auf die Armen und die Sorge für sie entspringt seiner Tätigkeit als Bischof in Südamerika mit den vielen verarmten Menschen am Rande der Grosstädte.

Schon Ignatius selbst wollte ja neben dem größeren göttlichen Dienst auch das größere allgemeine Wohl der Menschen fördern. Er hatte seinen Orden besonders dem Papst zur Verfügung gestellt, damit dieser die Jesuiten an die Brennpunkte der geistigen Auseinandersetzung schicken kann.

So sieht zum Beispiel heute der Jesuitenflüchtlingsdienst seine Aufgabe weltweit darin, die aus ihren Heimatländern fliehenden Menschen zu unterstützen. Auch der Aufbau von Schulen und Gesundheitszentren für die Kastenlosen beziehungsweise die niedrigsten Kasten in Indien sind Ausdruck dieses Dienstes an den Armen.

„So könnten uns in diesem Jahr wieder neu die großen Anliegen des Ignatius von Loyola von damals in ihrer Aktualisierung für heute vor Augen gestellt werden, wenn Pater Ansgar Wucherpfennig, Professor für die Exegese des Neuen Testamentes an der Jesuitenhochschule in Frankfurt am Main, die Festpredigt hält“, so Pfarrer Dr. Gerhard Marx aus Wingerode.

Fakten


- Um 9:30 beginnt am Sonntag, dem 4. August, die Prozession von der Kirche aus zur Ignatiuskapelle am Rande des Ortes Wingerode in Richtung Beuren.
- Daran beteiligen sich auch die örtlichen Vereine.
- Gegen 9:50 beginnt vor der Kapelle der Gottesdienst mit Festpredigt und Segen mit der Ignatiusreliquie.
- Um 14:00 erfolgt die Weihe des Ignatiuswassers in der Kapelle.
- Wallfahrer aus Nah und Fern sind zu diesem Wallfahrtstag herzlich eingeladen.
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