Wie ist das Leben als Rettungsassistent, Herr Kalusa? - Ein Jobprofil

Rettungssanitäter leisten - oft schon vor dem Eintreffen des Notarztes - bereits Erste Hilfe und führen die Erstversorgung sowie Stabilisierung des Notfallopfers durch. (Foto: Wolfgang Kalusa privat)
 
Rettungssanitäter (vorn links Wolfgang Kalusa) bei einem Verkehrsunfall im Einsatz. (Foto: Wolfgang Kalusa privat)
„Wenn ich am Morgen meine Arbeit beginne, dann weiß ich nie, was mich an diesem Tag erwartet“, sagt Wolfgang Kalusa, der seit vielen Jahren als Rettungsassistent tätig ist. Wie oft wird das Rettungseinsatz-Team ausrücken, zu welchen Notfall-Schauplätzen wird man es rufen, und welchen Situationen wird es sich nach dem Eintreffen vor Ort gegenüber sehen?

„Auch, wenn die klassische Vorstellung vieler Menschen dahingeht, dass wir vor allem zu schweren Verkehrsunfällen mit furchtbar viel Blut gerufen werden, die Masse ist das nicht. Viel häufiger sind medizinische Notfälle anderer Art, wie etwa Herzinfakte, Schlaganfälle oder internistische Dinge“, gibt Wolfgang Kalusa seine Erfahrungen wieder und erläutert weiter: „Rettungswagen haben in der Regel keinen Notarzt an Bord. Das heißt, der Rettungsassistent muss am Notfallort die Situation rasch überblicken und schon selbständig wichtige Entscheidungen treffen. Zu den Erste-Hilfe- und lebensrettenden Maßnahmen können Beatmung, das Stillen von Blutungen, das Geben von bestimmten Medikamenten oder gar eine Wiederbelebung des Notfallopfers gehören.“

Natürlich sieht man Furchtbares bei Unfällen. Es überwiegt aber das positive Erleben, beispielsweise wenn man rechtzeitig vor Ort war und Leben gerettet hat.

Wolfgang Kalusa, Rettungsassistent und Ausbilder zum Rettungsassistenten

Oftmals sei auch eine gewisse psychische Betreuung des Patienten notwendig, und sei es nur in Form einiger beruhigender Worte. Bis der Notarzt eintrifft, liegt das Leben des Notfallpatienten allein in der Hand und Verantwortung des Rettungsassistenten, der die kranke, verletzte oder hilfsbedürftige Person außerdem für den Transport vorbereitet und sie während des Transportes betreut. Letzteres reicht von der reinen Beobachtung lebenswichtiger Körperfunktionen bis hin zu Maßnahmen zu ihrer Aufrechterhaltung.

Neben den Rettungseinsätzen gehören auch Patiententransporte zu den Aufgaben eines Rettungsassistenten. Nach der Rückkehr in die Rettungswache wird das Fahrzeug wieder fit für den nächsten Einsatz gemacht. Das reicht vom Reinigen und Betanken über die Desinfektion der Ausrüstung bis hin zum Wechseln der Scheiben für den Fahrtenschreiber.

Natürlich bleibt der Rettungsassistent auch nicht von bürokratischen Aufgaben verschont, muss er doch bei Bedarf Transportnachweise, Einsatzberichte und Notfallprotokolle erstellen. „Man sollte mitmenschliches Empfinden haben, psychisch sowie körperlich belastbar sein und Improvisationsvermögen besitzen“, nennt Wolfgang Kalusa die seiner Meinung nach wichtigsten Voraussetzungen für einen Rettungsassistenten.

Hintergrund und Fakten


Wer?
Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung, die Vollendung des 18. Lebensjahres sowie der Nachweis einer Teilnahme an einem Ersten-Hilfe-Lehrgang (nicht älter als 1 Jahr).

Wo?
Im ersten Jahr büffelt man zunächst Theorie an einer staatlich anerkannten Rettungsassistentenschule, bevor es im zweiten Ausbildungsjahr zu einer praktischen Ausbildung in eine Klinik geht.

Was?
Rund 830 Stunden Theorie werden mit einer Staatsprüfung abgeschlossen, bevor 560 Stunden Klinische Ausbildung sowie 1.600 Stunden Praxis im Rettungsdienst folgen.

Wie lange?
Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

VITA Wolfgang Kalusa

• Ist bereits seit 1987 im Rettungsdienst tätig.
• Gehörte 1991 zur ersten Rettungsassistenten-Ausbildungsklasse Thüringens.
• Ist seit 1991 als Rettungsassistent tätig.
• Arbeitet seit 1994 zusätzlich als Ausbilder für zukünftige Rettungsassistenten.

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