Zwischen Gebetszeit und Bibelstudium - Johannitergut Beinrode bringt Kindern und Jugendlichen das Klosterleben von damals und heute näher

Kommt und tretet ein! Pünktlich zur Lutherdekade 2013 verwandelt sich das Johannitergut Beinrode vielleicht nicht komplett in ein Kloster, bringt aber interessierten Schulklassen das Klosterleben damals und heute sehr nahe.
 
Johannitergut-Leiter Ulf Biedler (Foto) und sein Team haben viele Gedanken gemacht, wie man Kindern und Jugendlichen im ehemaligen Kloster-Vorwerk Beinrode das Klosterleben lebendig näher bringen kann.
Leinefelde-Worbis: Johannitergut Beinrode | In der weißen Mönchskutte sieht Ulf Biedler ganz anders aus, als man ihn als Leiter des Johannitergutes Beinrode sonst so kennt.

Dabei ist das Gewand nicht etwa seine neue Dienstkleidung sondern einfach nur ein Bestandteil des Klosterwochen-Projektes, welches das Schullandheim-Team ganz neu entwickelt hat. Schließlich ist 2013 ein Themenjahr in der Lutherdekade, das sich der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft von Reformation und Toleranz widmet.

„Wir haben überlegt, wie wir Luther und Beinrode geschichtlich miteinander in Verbindung bringen können“, erklärt Ulf Biedler.

Diese Verbindung fand sich in der Historie des Johannitergutes Beinrode, das von 1733 bis 1803 ein Vorwerk des Klosters Reifenstein bildete. Tatsächlich lebten und arbeiteten auf dem Gelände des heutigen Schullandheimes einmal Mönche, kümmerten sich um den Kräutergarten und hielten Vieh zur Versorgung ihrer Klosterbrüder in Reifenstein.

Auch Martin Luther verbrachte einige Zeit im Kloster, wenn auch nicht im Eichsfeld.

„Mit unserem neuen Projekt greifen wir gemeinsam mit interessierten Schulklassen das typische Klosterleben auf. Das bedeutet, die Kinder und Jugendlichen vollziehen den Tagesablauf in einem Kloster mit all seinen Ritualen nach“, erläutert der Leiter des Johannitergutes, der als Zielgruppe vor allem Jungen und Mädchen ab der sechsten Klasse aufwärts im Auge hat.

Zu den Gebetszeiten trifft man sich in der Kapelle, kümmert sich um die Gartenarbeit, schöpft in den Werkstätten Papier und setzt sich in Anlehnung des Bibelstudiums der früheren Klosterbrüder mit den Bibel-Inhalten und nicht zuletzt mit den Lebensstationen Martin Luthers auseinander.

Jeder neue Tagesabschnitt wird - ganz wie damals üblich - durch eine große Glocke eingeläutet. Und weil in den alten Zeiten auch das Übersetzen und Vervielfältigen von Schriften und Büchern zur Arbeit der Mönche gehörte, legen die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Klosterwoche ein eigenes Buch an, in dem sie ihre Erlebnisse wiederspiegeln. Zudem stellen sie Mönchskutten her, die dann auch getragen werden dürfen.

„Natürlich wollen wir auch einen Bezug zum heutigen Klosterleben im Eichsfeld schaffen. Vorgesehen ist da ein ganztägiger Besuch im Kloster Hülfensberg“, nennt Ulf Biedler einen weiteren wichtigen Programmpunkt.

Schulklassen, die eine solche Klosterwoche erleben wollen, können sich ab sofort anmelden. Schon vor seinem eigentlichen Start trug das Projekt übrigens besondere Früchte.

Um als Landschulheim mit Gütesiegel zertifiziert zu werden, musste das Johannitergut Beinrode unter anderem ein inhaltlich anspruchsvolles Projekt beim Landesverband der Schullandheime und dem Thüringer Bildungsministerium einreichen. Das Klosterwochen-Konzept hat da wohl überzeugt - die Beinröder Einrichtung bekommt auf der Mitgliederversammlung der Thüringer Schullandheime im Kunsthof Friedrichsrode am 15. März das Gütesiegel nebst Urkunde durch einen Vertreter des Thüringer Bildungsministeriums offiziell überreicht.

Historisches


- 1733 begann Abt Simon Hentrich den Klosterhof Beinrode aufzubauen.
- Über 70 Jahre hinweg diente das Vorwerk Beinrode als Versorgungsstelle des Klosters Reifenstein.
- Nachdem König Friedrich Wilhelm III. 1802 das gesamte Eichsfeld für Preußen in Besitz nahm, erfolgte im Jahre 1803 die Auflösung des Kloster-Vorwerks.
- Baulich ist aus der „Kloster-Ära“ auf dem Johannitergut-Gelände heute kaum noch etwas zu finden.
- Allerdings sorgen das alte Gemäuer mit der Kapelle, den historischen Werkstätten, dem Gutshof, dem Garten, den Tierställen und nicht zuletzt die große Glocke auf dem Holzgestell vor dem Gutshaus für ausreichend klösterliches Flair.

Kontakt für Infos und Anmeldungen


Telefon (03605) 54 65-30/ 312
E-Mail: ulf.biedler@johanniter-beinrode.de
Internet: www.johanniter-beinrode.de
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