Echtes Rennsportfeeling mit 6,5 PS - Im direkten Kontakt mit der Rennpiste: Kart-Fahren macht nicht nur Nachwuchs-Schumis Spaß

Wer Rennsport-Atmosphäre nicht nur auf dem Sofa vorm Fernseher sondern einfach mal vom Pilotensitz aus schnuppern möchte, kann es einfach mal mit einer Runde im Kart versuchen.
 
Freundlicher Empfang: Nachwuchs-Schumis, die mit dem Kart ihre Runden drehen wollen, erhalten die ersten Informationen und Erklärungen zunächst von Mechthild Bongé.
Heilbad Heiligenstadt: Kart Center | Nicht mehr lange und die neue Formel-1-Saison startet. Wer Schumi, Vettel und Co nicht einfach nur in der Flimmerkiste über die Fahrerschulter schauen, sondern selbst einmal auf einer Rennpiste so richtig Gas geben möchte, ist beim Kart-Fahren goldrichtig.

Die Karts mögen nicht die Pferdestärken und Geschwindigkeiten der Formel-1-Boliden haben, doch echtes Renn-Feeling und einen sehr nachhaltigen Eindruck vom direkten Kontakt mit der Fahrbahn vermitteln sie allemal.

Im Heiligenstädter Kart-Center gibt es das Renn-Vergnügen in drei verschiedenen Zeitlängen, 10, 16 und 30 Minuten. Anfänger sind gut beraten, sich beim ersten Mal nicht mehr als 16 Minuten zu zumuten, denn Kart-Fahren macht nicht nur Spaß, sondern ist auch anstrengend.

Und - als Motorsport birgt es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen natürlich auch Gefahren. Also muss man zunächst die Bedingungen der Kart-Bahn anerkennen, offiziell erklären, dass man sich zum Fahren gesundheitlich in der Lage sieht und nicht zuletzt eine Haftungsausschluss-Erklärung unterschreiben.

Nachdem all dies erledigt ist, gibt es eine Einweisung und ein Rennticket. Bei letzterem handelt es sich um eine Magnetstreifenkarte, die am Check-In eingelesen wird, was auf eine elektronische Registrierung als Fahrer für das angesetzte Fahrtraining oder Rennen hinaus läuft.

Der Belehrung durch die Rennaufsicht folgt eine Einweisung in die Handhabung des Fahrzeuges und das Verhalten auf der Strecke. Ein kleiner Kurs in „Flaggenkunde“ stellt klar, was man als Kart-Rennfahrer zu tun hat, wenn diese oder jene Flagge geschwenkt oder an der Lichtsignalanlage das eine oder andere Licht aufleuchtet.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Aufregung gespürt hat, wird spätestens jetzt damit konfrontiert, denn das Ganze riecht schon verdammt nach echtem Motorrennsport.

Bevor es nun zur Boxengasse geht, steht noch die eigene Kleiderordnung zur Disposition. Schals und lose Tücher müssen ab, während festes Schuhwerk und möglichst eng anliegende Sachen wichtig sind.

Außerdem besteht Helmpflicht. Akzeptiert werden nur Voll- beziehungsweise Integralhelme, die man bei Bedarf auch ausleihen kann. Im Verleihfall muss aus Hygiene-Gründen noch eine schwarze Sturmhaube angezogen werden.

Endlich ist es soweit! In der Boxengasse warten die Karts auf ihre Piloten. Schon das Einsteigen in die Mini-Boliden erfordert eine gewisse Geschicklichkeit, wenn man dabei eine einigermaßen elegante Figur machen möchte.

Zugleich muss man aufpassen, wo man anfasst beziehungsweise sich festhält, denn neben beweglichen besitzt der Motor auch einige Teile, die sehr heiß werden können. Sitzt man erst einmal, ist zwar alles gut, aber irgendwie auch sehr ungewöhnlich, denn mit einer Bodenfreiheit des Karts von nur etwa fünf Zentimetern kommt man mit dem eigenen Hintern dem Boden schon sehr nahe.

Rechts ist das Gaspedal, links die Bremse. Eine Kupplung, Schaltung oder ähnliches gibt es nicht, auch keinen Starterknopf. Das Fahrzeugtriebwerk wird durch einen Mechaniker mittels Starterseil (wie beim Benzinrasenmäher) angelassen.

Der Motor knattert los, und wenn man nicht fest auf die Bremse tritt, das Kart auch. Die Erregung steigt, die Augen gehen zur Lichtsignalanlage, die endlich von Rot auf Grün schaltet. Start frei! Den beherzten Tritt aufs Gaspedal setzt der mit 200 Kubikzentimetern Hubraum zwar relativ kleine aber dafür äußerst agile 6,5-PS-Motor sofort in ungeahnte Beschleunigung um.

Bereits in der ersten Kurve macht das Lenkrad klar, dass es keine Servounterstützung hat und sich nur mit purer Muskelkraft drehen lässt. Je langsamer man fährt, desto schwerer fällt das Lenken. Auch das Betätigen der Bremse verlangt aufgrund eines nicht vorhandenen Bremskraftverstärkers den Beinmuskeln Anstrengung ab.

Ja, Kart-Fahren ist richtige Arbeit und fordert alle Sinne, macht allerdings gerade deswegen auch unglaublich viel Spaß. Mit jeder Kurve und jeder Runde bekommt man ein besseres Gefühl fürs Fahrzeug sowie die Strecke und gewinnt an Selbstsicherheit. Die Rundenzeiten werden immer kürzer, während das Fahrvergnügen in umgekehrter Proportionalität wächst.

Plötzlich wird die rote Flagge geschwenkt, das Rennen unterbrochen. Das bedeutet anhalten und warten. Aha, einer der Fahrer hat sich in einer Kurve mit seinem Kart gedreht und das Fahrzeugheck in den Reifenstapel gesetzt. Schon nach wenigen Sekunden kann das Rennen fortgesetzt werden.

Die eigene Schadenfreude über den Fehler des anderen Piloten hält nicht lange, denn jetzt wird die blaue Flagge geschwenkt. Was hieß das noch gleich? Ah ja, bitte den Nachfolger, der offensichtlich rasanter unterwegs ist, vorbei lassen. Das kratzt natürlich ein wenig am Ego!

Und weiter geht es! Schließlich wird die schwarz-weiß karierte Zielflagge geschwenkt, die das Rennende signalisiert. Auch die Lichtsignalanlage schaltet auf Gelb. Jetzt darf nicht mehr überholt werden, und nach Abschluss der Runde geht es im Schritttempo in die Boxengasse. Aussteigen ist erst erlaubt, nachdem alle Motoren abgeschaltet sind.

Auf dem Weg zurück zum Check-In zur Rennauswertung spürt man das Pulsen des Adrenalins im Körper. Zehn Minuten im Kart auf der Piste - zehn Minuten echtes Motorsport-Feeling!

Hintergrund

- In der Regel verwenden Karts Ein-Zylinder-Zweitaktmotoren aus Motorrädern

- Im Kartsport kommen normalerweise Motoren mit 60 – 250 Kubikzentimeter Hubraum zum Einsatz.

- Die Kart-Motorenleistung reicht von 6 bis fast 100 PS.

- Durch die einfache und leichte Bauweise sind Karts sehr schnell und agil.

- Erreicht werden können je nach Motorisierung Geschwindigkeiten von über 200 km/h.

- Durch den niedrigen Schwerpunkt nur wenige Zentimeter über der Fahrbahn werden hohe Kurvengeschwindigkeiten erzielt.

- Die Karts in Heiligenstadt werden von einem 200-ccm-Motor mit einer Leistung von 6,5 Pferdestärken angetrieben.
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