Karate – ein Sport, der ganze Familien begeistert

v.l.: Amelie, Frank und Matthäa Lücke
Für 60 Mitglieder des Karatevereins Ken Budo Heiligenstadt e.V. stand vergangenen Samstag in der Sporthalle des kath. Gymnasiums St. Elisabeth in Heiligenstadt ein Lehrgang mit anschließender Gür-telprüfung an. Das Alter der Teilnehmer umfasste eine Spanne von 5 bis 58 Jahren. Zu Gast war der amtierende Deutsche Meister im Team und Nationalkaderathlet Florian Genau aus Eisenach, welcher die Teilnehmer mit seinem Fachwissen und seinen Demonstrationen in seinen Bann zog.
Unter den Prüflingen waren auch Amelie (9 Jahre), Matthäa (12 Jahre) und Frank Lücke (45 Jahre) zu finden. Hier zeigt sich, dass man in jedem Alter in diese Sportart einsteigen und die Techniken erler-nen kann. Der Familienvater und das Geschwisterpaar legten ihre Prüfung zum nächsthöheren Kyu (Gürtel – im Karate wird Kyu als Schülergrad bezeichnet) ab. Zur Prüfung wurden Techniken und Kombinationen geprüft sowie die Kata (Formlauf) und das Kumite (Partnerkampf). Am Ende konnten sich alle drei über die gezeigte Leistung und die neue Gürtelfarbe freuen.
Uns interessierte, was die drei an der Kampfsportart Karate begeistert.
Julia Friedensohn nahm sich die Zeit und sprach mit Familie Lücke.

Wie seid ihr zu der Sportart Karate gekommen? Das klingt ja nun erst einmal ungewöhnlich, zwei Mädels, denen man sowas auf den ersten Blick gar nicht so ansieht.
Amelie: ,,Ich hatte damals Interesse an einem Hobby. Dann habe ich einmal etwas über Karate gelesen und wollte dann erst einmal in ein Training reinschnuppern. Dabei habe ich dann gemerkt, dass es mir Spaß macht und bin dabei geblieben.“
Matthäa: ,,Als Amelie dann immer zum Training gegangen ist, bin ich auch einmal mitgekom-men und habe auch an einem Training teilgenommen. Ab da sind wir dann immer zusammen zum Trainieren hergekommen.“
Wie lange betreibt ihr jetzt schon diesen Sport?
Amelie: ,,Ich mache das ganze jetzt schon drei Jahre.“
Matthäa: ,,Dadurch, dass ich etwas später angefangen habe, werden es bei mir jetzt zweiein-halb Jahre.“
Frank:,,Ich habe im September des letzten Jahres mit dem Training begonnen.“

Und nun zum Papa. Erst durch die Kinder motiviert worden oder war auch vorher schon Interesse vorhanden?
Frank:,,Mit dem Gedanken gespielt hatte ich vorher schon, interessiert hat es mich bereits vor dem Trainingsbeginn meiner Kinder. So richtig aktiv geworden bin ich doch erst dann, als die beiden am Training teilgenommen haben.“

Im Karatetraining werden viele Techniken und Bewegungsabfolgen geübt, die durch kontinuierliches
Training, d.h. mindestens zwei Mal pro Woche, gefestigt werden. Wie sieht euer Trainingspensum pro Woche aus?
Matthäa: ,,Amelie und ich trainieren beide drei Mal in der Woche.“
Frank: ,,So oft, wie es zeitlich gerade möglich ist. Meistens komme ich auf zwei bis drei Mal.“

Was macht euch dabei am meisten Spaß?
Amelie: ,,Uns gefällt auf jeden Fall Kumite (freier Partnerkampf) am Besten. Da kann man sich ordentlich auspowern und man muss schön schnell sein.“
Frank: ,,Mich interessiert das Gesamtpaket der Sportart. Karate besitzt viele Facetten, wobei sich das Üben immer spannend und aufschlussreich gestaltet.“

Wie von Frank beschrieben beruht diese Kampfsportart auf den ,,drei Säulen des Karate‘‘ und ermög-licht somit ein weit gefächertes Training. Eine Säule bildet das Kihon (Grundschule), wo einzelne Ka-ratetechniken gelernt werden, welche die Basis für das weitere Training darstellen. Diese Techniken finden dann in der Kata (Schattenkampf) ihre Anwendung, wo sie bei der Verteidigung gegen mehrere imaginäre Gegner helfen. Kumite ist der dritte wichtige Bereich des Karate, in dem die im Kihon er-lernten Techniken praktisch an einem Partner angewandt werden. Dabei zielt hier das Karate stets auf die Selbstverteidigung.

Karate ist ein Sport für Körper und Geist, denn durch die ständige Konzentration auf die Techniken, das Timing und den Partner bleibt man fit im Kopf. Welche körperlichen Anpassungen haben sich bei euch seit Trainingsbeginn schon bemerkbar gemacht?
Amelie: ,,Also ich habe es in der Schule beim Ausdauerlauf gemerkt, dass ich länger durchhalten und auch schneller laufen konnte.“
Matthäa: ,,Bei mir hat es sich auch bei der Ausdauer bemerkbar gemacht und ich traue mich manche Sachen mehr, bei denen ich früher vielleicht nicht so den Mut gehabt hätte.“
Frank, wie sieht das bei dir aus und welche Veränderungen konntest du an deinen Kindern beobach-ten?
Frank: ,,Meine allgemeine Fitness hat sich als Erstes schon einmal verbessert, denn man ist während des ganzen Trainings nur in Bewegung. Ansonsten habe ich neues Wissen anhäufen können, was die Techniken und deren Anwendung betrifft. Was meine Kinder angeht, würde ich sagen, dass sie durch das Training
ausgeglichener sind und sichtlich Spaß an der Sache haben. Mir war es auch wichtig, dass sie lernen, bestimmte Regeln einzuhalten. Sie haben sich für diesen Sport entschieden und somit ist auch klar, dass dann das Training mehrmals pro Woche auf dem Plan steht. Das verfolgen sie aus eigener Motivation und ihrem Ehrgeiz heraus, was mich natürlich sehr freut.“

Beruhigt es dich als Vater, zu wissen, dass sich deine Kinder wehren können?
Frank: ,,Jetzt in dem Alter ist das noch nicht so das aktuelle Thema, da kommt es ja höchstens im Freundeskreis mal zu spaßhaften Rangeleien. Es soll ja auch nicht dafür genutzt werden, um ein paar kleine Sachen auf dem Schulhof zu klären, sondern der reinen Selbstverteidigung dienen. Aber in ein paar Jahren, wenn sie dann auch abends öfter einmal unterwegs sind, dann kann ich doch ein wenig beruhigter schlafen gehen.“

Aus welchen Gründen besuchst du als Erwachsener das Karatetraining?
Frank: ,,Der ausschlaggebende Faktor ist das Interesse an der Sportart. Ich möchte im Unterricht das lernen, was das Karate ausmacht, nämlich das Zusammenspiel von Körper und Geist.“

Das Kimé (Energie, die im Moment größter Anspannung während eines Stoßes, Schlages oder Trittes übertragen wird) und der Kiai (Kampfschrei) sind entscheidend für eine schnelle und kraftvolle Ausfüh-rung einer Technik. War es für euch zu Beginn schwierig, dies auf den Punkt genau zu vereinen und dabei noch zu schreien?
Matthäa: ,,Ja, am Anfang war das schon komisch dann einfach direkt loszuschreien und das auch noch genau mit der Technik zusammen. Das muss man schon einige Male üben.
Amelie: Zu Beginn war das noch schwierig, aber durch das viele Training ging das bei mir dann relativ schnell und ich habe es gut hinbekommen. Auch die Koordination von Armen und Beinen ist dann immer besser geworden.“
Frank: ,,Für mich ist das auch immer noch schwierig, ich betreibe den Sport ja auch noch nicht so lange. Allein schon der Schrei war am Anfang ein kleines Hindernis, welches erst einmal überwunden werden musste. Meiner Meinung nach wird jahrelanges Training benötigt, um diese Sachen wirklich zusammen abzuschließen.“

Beschreibt Karate in 3 Worten!
Amelie: - ,,cool, anstrengend, Spaß.‘‘
Matthäa: - ,,spannend, anspruchsvoll, Power.‘‘
Frank: - ,,Selbstkontrolle, Fitness, altersunabhängig.‘‘

Der Papa und seine beiden Töchter trainieren also mehrmals fleißig die Woche in ihrem Karateverein. Doch was macht Mama Karina Lücke die ganze Zeit, wenn die drei unterwegs sind? Die ist nicht we-niger sportlich, denn während der Rest der Familie Karatetechniken übt, schwingt sie direkt im Kursraum nebenan ihre Hüften zu lateinamerikanischer Zumba-Musik. Mit diesem Workout hat sie eine Möglichkeit gefunden, ihre Leidenschaft - das Tanzen, und den Sport zu vereinen.
Daumen hoch für solch eine sportliche Familie!
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