Unser Traum lebt weiter - In der Tischtennis-Abteilung des SV Bernterode geht es nicht nur um sportliche Erfolge sondern auch um Integration und Teamfähigkeit

Wenn es zu dern Wettkämpfen geht, bilden sie ein Team: (von vorn nach hinten) Adrian (12 Jahre), Lena (11 Jahre), Sebastian (15 Jahre), Tim (12 Jahre), Justin (14 Jahre), Pascal (14 Jahre) sowie Darian (17 Jahre).
 
Halten engen Kontakt miteinander: Ulrike Fricke (links) von der Externen Koordinierungsstelle für den Lokalen Aktionsplan Eichsfeld, und Jugendtrainer Daniel Knospe (rechts). Außerdem auf dem Foto: Adrian Ludwig und Lena Stolze.
BERNTERODE. Während nebenan in der Turnhalle die Kinder und Jugendlichen an den Tischtennisplatten trainieren, sitzen Ulrike Fricke und Daniel Knospe im Trainerzimmer und tauschen sich aus.

Erstere ist die neue Ansprechpartnerin in der Externen Koordinierungsstelle im Auftrag des Landkreises Eichsfeld für den Lokalen Aktionsplan Eichsfeld, letzterer Jugendtrainer in der Abteilung Tischtennis des Sportvereins Bernterode und zugleich Leiter des Projektes „Unser Traum lebt weiter“.

Vor gut einem Jahr trug das Ganze noch einen anderen Namen, nannte sich „Kleine Bälle - große Träume“. Fünf Bernteröder Schüler trainieren gemeinsam mit sechs Kindern und Jugendlichen aus dem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in Wülfingerode. In letzterer Einrichtung werden vor allem seelisch behinderte Kinder betreut, die in der Vergangenheit meist Isolations-Erfahrungen machen mussten.

Sie in den Sportverein Bernterode zu integrieren und zugleich den Bernteröder Schülern das Leben und soziale Umfeld der Mannschaftsmitglieder aus dem HPZ näher zu bringen - das ist das Ziel des Projektes. Durch das gemeinsame Training und die Wettkämpfe werden das Selbstbewusstsein, das Gemeinschaftsgefühl und die Toleranz gegenüber einem „anders sein“ gestärkt.

Natürlich aber geht es auch um den sportlichen Erfolg. In der vergangenen Saison war bei den Schülern A trotz anfangs geringerer Zielsetzung (ein Mittelfeldplatz) unter 18 Mannschaften mehr als ein fünfter Platz nicht möglich, da man zu den Play-off-Spielen wegen disziplinarischer Maßnahmen nicht vollständig antreten konnte. Trainer Daniel Knospe zeigte sich alles andere als zufrieden, weil hier sportliche Erfolge auf Grund des schlechten Verhaltens der Jungs im HPZ verpasst wurden.

„Wenn es zu den Punktspielen geht, denkt jeder der Kinder und Jugendlichen fürs Team.“


Daniel Knospe, Jugendtrainer Abteilung Tischtennis des SV Bernterode

Bei den Kreisjugendspielen am 1. Juni in Breitenworbis holte bei den Schülern A Justin Siemens aus Wülfingerode in der Einzelwertung Silber, und Darian Käsehagen im Doppel Bronze. Bei den Schülern B konnte sich die Bernteröderin Lena Stolze sogar gleich zweimal Gold (im Einzel und im Doppel) sichern, und Adrian Ludwig errang eine Silbermedaille.

Das Ziel, bei den Schülern B in der Mannschaftswertung unter die ersten Drei zu kommen, wurde nicht erreicht. „Hier haben wir einen Podiumsplatz verfehlt, weil wir wegen Krankheit oft nicht in voller Besetzung antreten konnten und so wichtige Punkte verloren.“

Obwohl ein Platz fünf unter 14 teilnehmenden Mannschaften nicht wirklich schlecht ist, war es für den Jugendtrainer und seine Schützlinge ärgerlich, eine bessere Platzierung verschenkt haben. Es hätten im vergangenen Jahr auch nicht so viele Kinder vom Wülfingeröder HPZ den Weg in die Bernteröder Tischtennis-Abteilung gefunden, wie zunächst erhofft, bedauert Daniel Knospe weiter.

Das soll sich ändern, unter anderem mit einem Trainingslager am 13. und 14. Juli in Wülfingerode mit Grillabend und vermutlich auch Übernachtung im Heim. Hier will der Bernteröder Jugendtrainer neue Talente zur Verstärkung der Tischtennis-Abteilung sichten. Und seine Schützlinge sind angehalten, sich gemeinsam Gedanken zu machen, was man denn noch auf die Beine stellen könnte.

Ziele für die neue Wettkampf-Saison gibt es auch: So ist eine „obere“ Platzierung der Schüler-A-Mannschaft ins Auge gefasst, und die Jugendlichen sollen zudem bei Bedarf im Erwachsenenbereich einspringen.

Hintergrund


Für Ulrike Fricke, Ansprechpartnerin in der Externen Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplans Eichsfeld (LAP), ist das Bernteröder Projekt „Unser Traum lebt weiter“, ein Erfolg, weshalb es mit Recht auch ein weiteres Jahr mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ gefördert wird.

Und insgesamt fällt auch das Fazit von Trainer Daniel Knospe positiv aus: „Es gibt halt immer wieder mal Probleme, vor allem aufgrund von Vorurteilen auf beiden Seiten, aber die Teamfähigkeit hat ganz gut geklappt. Wir versuchen, durch Teamsport an einem Strang zu ziehen und werden die Vorurteile weiter abbauen.“

Neben dem Training und den Wettkämpfen sind noch einige andere gemeinsame Aktivitäten geplant, wie etwa im Oktober eine Fahrt zu einem Bundesligaspiel, die Teilnahme an den Dorfmeisterschaften in Bernterode sowie eine Weihnachtsfeier.
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