Derzeit kein Freiflug für die Tauben - Brieftauben bleiben wegen Greifvogelgefahr in den Volieren - Züchter sind aber keineswegs untätig

Die Brieftaubenweibchen befinden sich derzeit in der Mauser und haben daher eine von den Männchen getrennte Voliere.
 
Gerhard Jüttemann beim Füttern seiner Tauben in der Voliere, die sich zahlreich auf dem Futtertisch drängen.
Als Gerhard Jüttemann die Voliere betritt, wird es zunächst etwas unruhig unter den Tauben. Dann jedoch erkennen die Vögel ihren „Züchtervater“, lassen sich auf dem Futtertisch nieder und drängen sogar vertraulich heran. Es sind alles nur Weibchen in dieser Voliere. Die Tiere befinden sich gerade in der Mauser, und die sollen sie ganz in Ruhe durchmachen können.

Die Flugsaison ist mit der kalten Jahreszeit ohnehin beendet, die Tiere dürfen nicht mehr raus. Zu groß ist die Gefahr, dass sie Opfer eines Greifvogels werden. Im Eichsfeld sind es vor allem Habichte, Sperber und Wanderfalken, welche die Taube ganz oben auf ihrer Speisekarte stehen haben.

„Früher wurden Brieftauben auch schon mal Opfer eines Raubvogels. Da verlor ich im Jahr drei bis vier Tiere. Das war erträglich. Die Raubvogel-Population ist seit der Wende aber so stark gewachsen, dass ich meine Vögel schon seit rund 15 Jahren über den Winter hinweg nicht mehr rauslassen kann. Wenn ich es täte, würde ich drei bis vier Tauben pro Woche an die Raubvögel verlieren, und das kann ich mir nicht leisten“, erzählt Gerhard Jüttemann, der schon mehrfach selbst Zeuge wurde, wie ein Falke sich eine seiner Tauben kurz vor deren Landung im eigenen Schlag gegriffen hat.

Dabei sei es anderen Taubenzüchtern noch viel schlimmer ergangen, wie etwa dem Vorsitzenden der Reisevereinigung (RV) Worbis der Brieftaubenzüchter, Horst Voß aus Steinrode, der in der zurückliegenden Reisesaison 30 bis 40 Tiere eingebüßt habe und deshalb gar schon die Zucht aufgeben wollte.

Also bleiben die Tauben in den Zuchtschlägen. Ihren ersten Freiflug dürfen sie erst starten, wenn die ersten Jungen aufgezogen wurden. Das wird dann frühestens so Anfang bis Mitte März sein. „Dann ist intensives Training angesagt, damit die Tiere ab Mai fit für die neue Wettkampfsaison sind“, meint Gerhard Jüttemann.

Die Zeit bis dahin drehen die Taubenzüchter des RV Worbis jedoch keineswegs Däumchen. So werden am kommenden Samstag, dem 24. November, in der Gaststätte in Wehnde die erfolgreichsten Brieftaubenzüchter der RV Worbis in der zurückliegenden Flugsaison in den verschiedenen Kategorien geehrt.

Die Worbiser Reisevereinigung beteiligte sich immerhin mit 43 reisenden Schlägen an den Wettkämpfen, die mit dem ersten Flug am 7. Mai in Idstein (Hessen) begannen und nach 13 Wettkämpfen mit dem Endflug im französischen Chalon ihren Abschluss fanden. In der RV-Meisterschaft werden pro Züchter die fünf besten Tauben in zehn Wertungsflügen gewertet. In diesem Jahr gab es hier punktemäßig sehr geringe Abstände. Ehrungen gibt es aber auch für die besten Einzeltauben sowie Siege bei Meisterschaften außerhalb der Reisevereinigung Worbis.

Ein ganz besonderes Highlight, das als öffentliche Veranstaltung auch von allen interessierten Nicht-Züchtern und Verbandsmitgliedern besucht werden kann, ist die große mehrtägige Brieftauben-Ausstellung des Regionalverbandes 254 Süd-Niedersachsen im Dezember im Dorfgemeinschaftshaus in Tastungen.

Termine

- Samstag, 24. November, um 19.00 Uhr: Treffen der Mitglieder der Reisevereininung Worbis Brieftauben in der Gaststätte Wehnder Warte mit Siegerehrung
- 06. bis 09. Dezember: Brieftaubenausstellung des Regionalverbandes 254 Süd-Niedersachsen im Dorfgemeinschaftshaus Tastungen. Von der Öffentlichkeit kann die Veranstaltung am Samstag, dem 8. Dezember, von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie am Sonntag, dem 9. Dezember, von 10.00 bis 15.00 Uhr besucht werden. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
- Sonntag, 09. Dezember, 10.00 Uhr: Regionalverbandsversammlung in der Gaststätte Wehnder Warte in Wehnde.
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