Die Vergangenheit lebendig halten - Heimat- und Geschichtsverein will Kinder und Jugendliche für Historie begeistern

Antransport der neuesten Errungenschaften: Peter Polle hat von einer Weißenborner Familie unter anderem einen Dreschflegel, eine Molle mit Mollenhauerwerkzeug, eine Schnitzbank, eine alte Öllampe und eine Milchkanne erhalten.
 
Neue Ausstellungsstücke: Peter Polle mit seinen neuen "Trophäen", die als Leihgaben zukünftig die Ausstellung in der Heimatstube bereichern werden.
Weißenborn-Lüderode: Heimatstube | Peter Polle hat neue „Schätze“ im Kofferraum seines Autos. Ein Dreschflegel, eine alte Schnitzbank, ein Mollenhauer-Werkzeug nebst Molle, eine alte Öllampe und eine Aluminium-Milchkanne durfte der Vorsitzende des Heimatvereins „Amt Gerode/Gericht Allerburg“ soeben von einer Familie aus Weißenborn (die Dinge befanden sich im Besitz von deren Urgroßeltern) abholen und bringt sie nun in die Heimatstube.

In deren Ausstellungsräumen finden die Leihgaben einen neuen Platz und werden die ohnehin schon große Vielfalt an historischen Kleinoden noch erweitern. Zunächst jedoch werden die neuen „Errungenschaften“ katalogisiert und beschriftet.

Zum Mollenhauer-Werkzeug muss Peter Polle allerdings selbst erst einmal recherchieren. Schließlich will er den Besuchern der Heimatstube bei einem Rundgang auch etwas zu diesem Exponat erzählen können.

„Unsere Aufrufe an die Leute, bitte keine uralten Fotos oder Gegenstände einfach weg zu werfen, sondern lieber erst einmal bei uns im Heimat- und Geschichtsverein nachzufragen, zeigen Erfolg“, freut sich Polle.

Die Heimatstube in Weißenborn ist längst nicht das einzige „Vereins-Projekt“. So kann man in der Feldscheune bei Wolfgang Mautschke in Silkerode historische Landmaschinen besichtigen, während Christoph Schmidt aus Jützenbach im Ergebnis seiner Sammelleidenschaft von Kirchenutensilien ein kleines Kirchenmuseum aufgebaut hat.

Der Weißenborner Orts-Chronist Horst Zinke wiederum recherchiert gar zu gern in alten in Sütterlin oder Latein geschriebenen Kirchenbüchern zu historischen Ereignissen.

Daneben organisieren die Geschichts- und Heimatfreunde auch Veranstaltungen, wie etwa die alljährliche Sternwanderung. Im vergangenen Jahr war die historische Allerburg das Ziel, im Jahr davor, lief man den so genannten „Russenbunker“ oberhalb von Zwinge und Silkerode an.

Auch zum alljährlich im September stattfindenden Tag des offenen Denkmals lässt sich der Verein immer wieder etwas einfallen. Im vergangenen Jahr war dies eine Kaffeekannen-Ausstellung, dieses Mal werden Hausschlachte-Utensilien vorgestellt (was nicht von ungefähr kommt - Peter Polles Vater war schließlich Hausschlachter von Beruf). Das nächste Mal wird es vielleicht eine Präsentation von Zahnarzt-Gerätschaften sein.

„Bei allem, was wir im Verein tun, ist uns eines ganz besonders wichtig“, sagt der Vorsitzender des Heimatvereins: „Wir wollen gerade auch die Jugend für die Historie unserer Region interessieren und zeigen, dass jeder Ort eine eigene Geschichte und Persönlichkeiten besitzt, die Zeitgeschichte geschrieben haben.“

Zum Verein:

- Der Heimat- und Geschichtsverein „Amt Gerode/Gericht Allerburg“ wurde am 23. Januar 1998 gegründet.
- Die 20 Mitglieder kommen neben Weißenborn-Lüderode auch aus Bockelnhagen, Jützenbach und Silkerode.
- Vereinsvorsitzender ist Peter Polle, Stellvertreter Christoph Schmidt kommt aus Jützenbach.
- Kinder und Jugendliche für die Historie ihrer Orte zu begeistern, ist ein wichtiges Vereinsziel.
- Das derzeit laufende Projekt „Grenzerfahrung“ stellt dabei einen wichtigen Baustein dar.
- Der Verein lädt alle historisch Interessierten der Gemeinde „Sonnenstein“ dazu ein, sich einzubringen.
- Kontakt mit Peter Polle bekommt man unter Telefon (036072) 811 50 oder E-Mail: www.heimat-weissenborn.de
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige