Effizienz durch Bündelung der Kräfte - Interessengemeinschaft BFD will den Bundesfreiwilligendienst im Landkreis optimieren

Elisabeth Stickelmann absolviert mit Fahrlehrer Edgar Wenzel den Angsthasenkurs für Autofahrer, um sich zukünftig auch auf die Autobahn zu wagen.
 
Da außerhalb der Treffen fast die gesamte Kommunikation der Äskulap-Vereinsmitglieder auf elektronischem Wege erfolgt, ist der PC-Kurs von Walter Thürne (hinten stehend) sehr wichtig, um die Bundesfreiwilligen fit zu machen. Auf dem Foto: (sitzend v.l.n.r.) Elisabeth Stickelmann, Rudi Gaßmann, Zdravka Thüne sowie Bodo Scheiler.
Bodo Scheiler, Schatzmeister des Vereins ÄSKULAP e.V., ist ein sehr engagierter Mensch. Vor allem, wenn es darum geht, durch Optimierung der Arbeitsstrukturen das bestmögliche Ergebnis aus der Vereinstätigkeit heraus zu holen. Schließlich gründete sich ÄSKULAP 1998 mit dem Ziel, bedürftigen Menschen ehrenamtlich zu helfen.

„Wir bekommen keine Gelder und haben deshalb auch kein Büro. Wir sind aber durch Handy und Internet gut miteinander vernetzt. Alles andere mache ich von zu Hause aus“, erklärt Bodo Scheiler, der damit seinen Vereinsvorsitzenden, Dr. med. Rudolf Kessel, der als Frauenarzt in Heiligenstadt beruflich stark eingespannt ist, entlastet.

„Als unser Vorsitzender und ich das erste Mal von den Bundesfreiwilligendienstlern - den so genannten Buftis - hörten, war uns sofort klar, dass ÄSKULAP diese gut gebrauchen könnte. Wir machen hier im Verein mit der Betreuung von Menschen mit Behinderung und Senioren schließlich richtig was los! Allerdings wussten wir nicht, wie wir da ran kommen. Informationen zu erhalten, war gar nicht so einfach.“

Wirkliche Unterstützung erhielt der Schatzmeister von ÄSKULAP bei seinen Recherchen dann auch erst von Gerhard Simon, dem Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft „Leinetal“, sowie von Beate Gotthardt von der VG Uder. Durch diese beiden kam er Ende November vergangenen Jahres an Joachim Grabietz heran, den Regionalbetreuer Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Erfurt.

„Wir trafen uns sieben Mal persönlich. Ich hatte viele Fragen an ihn, die mir auch beantwortet wurden“, erzählt Bodo Scheiler. Im Ergebnis seiner Bemühungen erhielt der Verein am 1. Januar 2013 Verstärkung durch die beiden BFD-ler Maria Gaßmann und Achim Tetzner. Im Oktober kommen dann mit Elisabeth Stickelmann und Rudi Gaßmann noch zwei weitere „Buftis“ hinzu.

Bodo Scheiler dachte hier aber schon wieder einen Schritt weiter: „Wenn wir schon staatliche Unterstützung in dieser Form bekommen, dann wollen wir sie auch optimal nutzen und das bestmögliche Ergebnis aus der Arbeit der Buftis herausholen.“ Dazu zählt eine entsprechende Vorbereitung der BFD-ler auf ihre Tätigkeit im Verein.

Für Elisabeth Stickelmann, die ab Oktober als „Bufti“ bei ÄSKULAP antritt, bedeutet das zum Beispiel die Teilnahme an einem so genannten Angsthasen-Kurs für Autofahrer. Zwar besitzt die Heiligenstädterin schon seit 20 Jahren ihren Führerschein, wagt sich mit dem Auto aber nicht auf die Autobahn. Im Rahmen ihrer zukünftigen Tätigkeit bei ÄSKULAP muss sie das aber. Der Angsthasenlehrgang im bulligen BMW-X5-Fahrschulfahrzeug mit Fahrlehrer Edgar Wenzel an der Seite wird es schon bringen.

Die pädagogische Vorbereitung und Begleitung der Bundesfreiwilligendienstleistenden umfasst unter anderem auch Grund- und Aufbaukurse für PC, Rotkreuzkurse, aber auch Vorträge zu arbeitspolitischen und Rechts-Themen.

Weil Bodo Scheiler aber auch hier wieder nach einer größtmöglichen Effizienz strebte, regte er mit Blick über die Grenzen des eigenen Vereins hinaus die Gründung einer Interessengemeinschaft BFD an. Dieser gehören heute neben ÄSKULAP e.V. auch die Volkssolidarität Eichsfeld, die Urania, sowie die Verwaltungsgemeinschaften Leinetal, Uder sowie Ershausen/Geismar an.

„Die Pädagogische Begleitung der Bundesfreiwilligen erfolgt nun im Verbund der Interessengemeinschaft, sodass wir einerseits mehr Qualität erreichen, während andererseits die Kosten für die Referenten anteilmäßig geringer ausfallen“, erläutert Scheiler und fügt anerkennend hinzu: „Hier bringt sich jeder ein, die Leute hier sind ein echter Glücksgriff, denn sie stehen voll hinter der Sache!“

Vom Erfolg beflügelt möchte Bodo Scheiler nun den Gedanken einer Interessengemeinschaft BFD nach außen tragen, damit sie sich landkreisübergreifend etabliert. Schließlich würde das für noch mehr Effizienz sorgen!

Fakten


- Die ersten Vorgespräche zur Gründung einer Interessengemeinschaft (IG) BFD gab es bereits im September vergangenen Jahres.
- Gegründet wurde die Interessengemeinschaft BFD dann am 21. Januar 2013.
- Derzeit gehören ihr neben ÄSKULAP e.V. die Volkssolidarität Eichsfeld, die Urania sowie die Verwaltungsgemeinschaften Leinetal, Uder und Ershausen/Geismar an.
- Derzeit laufen Gespräche mit dem Landratsamt des Landkreises Eichsfeld, das Interesse an einer Zusammenarbeit mit der IG BFD hat.

Zum Bundesfreiwilligendienst


- Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer aller Generationen, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren.
- Die Regeldauer sind zwölf Monate. Man kann den Dienst aber auch auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern. Maximal möglich sind 24 Monate Dienstdauer. Menschen, die älter als 27 Jahre sind, können auch in Teilzeit (mehr als 20 Stunden pro Woche) tätig werden.
- Die Bundesfreiwilligen erhalten kostenlose Seminare, ein Taschengeld sowie nach Bedarf Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung, sowie ein Zeugnis.
- Bei den Sozialversicherungen ist der Bundesfreiwilligendienst einem Ausbildungsverhältnis gleichgestellt. Das bedeutet, dass die Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung die verantwortliche Einsatzstelle zahlt.
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