Es wird holprig, aber wir machen weiter! - Vereinsraum, Bahnsteig und Wirtschaftsgebäude weg - Heiligenstädter Eisenbahnverein auf der Suche nach neuen Räumen

Trübe Aussichten: Das graue, regnerische Wetter dieser Tage passt gut zu den Gefühlen, die Vereins-Chef Felix Jande (Foto) und so manches andere Mitglied des Heiligenstädter Eisenbahnvereins bewegen.
 
Das Vereinszimmer im Bahnhofsgebäude muss der Eisenbahnverein räumen.
Heiligenstadt Heilbad: Ostbahnhof | „Das Bahnhofsfest war recht gut besucht, allerdings auch das kälteste, das wir bisher hatten. Bier ging nicht so gut, Kaffee und Kuchen dafür um so mehr. Und wir mussten zum ersten Mal im Büfettwagen sowie unserem Personenwagen mit der Modellbahnanlage heizen“, schmunzelt Felix Jande, Vorsitzender des 1. Vorsitzender des Heiligenstädter Eisenbahnvereins (HEV).

Dabei ist ihm derzeit eigentlich gar nicht zum Schmunzeln zumute. Denn der Heiligenstädter Eisenbahnverein wird wohl noch in diesem Jahr seinen Vereinsraum im Bahnhofsgebäude, den Hausbahnsteig sowie das Wirtschaftsgebäude mit Lager und Werkstatt - alles am Ostbahnhof - verlieren.

Der Besitzer des Areals am Ostbahnhof hat den Eisenbahnfreunden das Mietverhältnis aufgekündigt, weil er zwei Wohnhäuser bauen möchte. Eines der Gebäude soll an der Stelle entstehen, wo sich einst der Spielplatz befand, das zweite dort, wo sich - noch - das Wirtschaftsgebäude befindet.

Seit einigen Tagen verrät ein großflächiges Werbeplakat, dass hier hochwertige Eigentumswohnungen mit exklusiver Ausstattung entstehen sollen. Ob das Bahnhofsgebäude mit den zukünftigen modernen Neubauten an seinen beiden Seiten als Gebäudeensemble harmonieren wird, ist sicher eine reine Geschmacksfrage.

Für den Heiligenstädter Eisenbahnverein geht es derweil um weit mehr als nur das architektonische Erscheinungsbild. Er muss wohl bis Jahresende ausziehen und in der nahen Zukunft erst einmal mit Provisorien leben. Der Vereinsraum kommt erst einmal in Büroräumen im städtischen Bauhof unter.

Wesentlich problematischer ist die Suche nach Ersatzräumlichkeiten für das Lager und die Werkstatt des Eisenbahnvereins. Der HEV führt derzeit Gespräche mit der Stadt, ob sich eventuell Möglichkeiten auf dem Bauhofgelände (ehemaliger Heipa-Lagerplatz) finden.

„Wir hoffen darauf, dass das klappt, und dass wir dann auch wirklich alles unter bekommen“, so Felix Jande. „Wir haben da eine Menge Material, angefangen von Ersatzteilen für die Loks und Waggons über Gleisbautechnik bis hin zu musealen Dingen, wie etwa alten Signaltafeln.“

Es wird für den Verein in jedem Fall schwieriger, zukünftige Bahnhofsfeste zu gestalten, denn neben dem Wegfall des Haus-Bahnsteigs (also der Bahnsteig direkt am Bahnhofsgebäude) zur Nutzung stehen den Eisenbahn-Freunden nun auch keine Wasser- und Stromanschlüsse mehr zur Verfügung. Eine Lösung ist hier noch nicht gefunden.

„Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die Stadt es 2007 nicht versäumt hätte, das Gelände und den Bahnhof selbst zu erwerben“, meint Felix Jande bitter. Zu ändern ist das indes nicht mehr.

„Was uns in dieser schwierigen Situation hoch hält, sind unsere Erfolge beim Gleisausbau“, fährt der Vorsitzende des Heiligenstädter Eisenbahnvereins fort. „Zirka 500 Meter sind inzwischen an Gleisen neu verlegt, alles per Hand. Das war unsere Sommerbeschäftigung. Nun muss nur noch der Schotter drunter.“ Nach diesen Worten schweifen seine Gedanken sichtlich zurück in die Zukunft. „Es wird sehr holprig für uns, aber wir machen weiter!“
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Jens Müller aus Heiligenstadt | 26.10.2012 | 13:34  
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