Ganz nah dran - Verein der Freunde des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal und des Nationalparks Heinich e.V.

Das Projekt "Baumhaus" lief ebenfalls über den VDF.
 
Dr. Johannes Hager (2.v.r.) mit Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins; (v.l.n.r.): Stefan, Lutz Kromke, Claudia Wilhelm (Schatzmeisterin), Norbert, Christina Tasch (Vereinsvorsitzende seit 2010, Bürgermeisterin der Gemeinde Küllstedt und Mitglied des Thüringer Landtages), Norbert Sondermann (Naturpark-Erlebnisführer) sowie Rüdiger Biel (Stellvertretender Leiter des Nationalparks Hainich). (Foto: VDF Dr. Johannes Hager)
 
Von der neuen noch im Bau befindlichen Baumplattform wird die Hängebrücke zum Baumhaus führen. "In diesem Jahr kaufen wird die Hängebrücke allerdings erst einmal nur", sagt Dr. Johannes Hager. "Montiert wird sie erst 2014."
Er nennt sich offiziell Verein der Freunde des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal und des Nationalparks Heinich e.V. Ein langer Name, weshalb beinahe jeder nur die Abkürzung „VDF“ verwendet. In seiner letzten Mitgliederversammlung Mitte März hielt der Förderverein Rückblick auf Erfolgsprojekte, Ausblick auf neue Vorhaben 2013 und verabschiedete auch eine Resolution, in der sich die Vereinsmitglieder eindeutig gegen die Erkundung und Gewinnung von Erdgasvorkommen durch Fracking in der Region aussprechen. Über den VDF sprach der Allgemeiner Anzeiger Eichsfeld mit Dr. Johannes Hager, der nicht nur Leiter des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal ist, sondern auch Fördervereinsmitglied und im Vorstand des VDF kooptiert.

Wie kam es zur Gründung des VDF?

Der Förderverein war zunächst als ein reines Instrument gedacht, das bestimmte Dinge regeln kann, was einer staatlichen Einrichtung so nicht möglich ist. Parallel dazu ging es darum, den Nationalpark Hainich auf den Weg zu bringen. Rechtsanwalt Peter Kollmann aus Bad Langensalza scharrte hierzu Gleichgesinnte um sich, um für die Gründung des Nationalparks zu kämpfen.

Und wie kämpfte er dafür?

Es gab von Anfang an viele Enthusiasten, die das sehr gezielt angingen. Sie holten Angela Merkel - damals noch Bundesumweltministerin - in den Hainich, den Thüringer Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und Bundesverteidigungsminister Volker Rühe. Der VDF gewann sogar das bekannte Geo-Magazin für sich, um für den Hainich eine Bresche zu schlagen. Geo-Autorin Uta Henkel hatte sehr gute Drähte in die große Politik, was auch genutzt wurde. Der berühmte Fotograf Thomas Stephan machte zudem viele Fotos vom ehemaligen Truppenübungsplatz und diesen damit bekannt.

All diese Aktionen blieben nicht erfolglos, wie wir ja heute wissen.

Ja, 1997 wurde der Nationalpark gegründet. Dass dafür 8000 Hektar besten Buchenwaldes aus der Nutzung genommen wurden, das war seitens der Landesregierung schon ein einmaliger Entschluss. Das Ganze lief natürlich nicht ganz ohne Reibung ab.

Machte sich der Fördervereins auf für die Gründung des Naturparks Hainich-Eichsfeld-Werratal stark?

Schon, aber in wesentlich geringerem Maße als beim Nationalpark, denn die Gründung des Naturparks war ja schon mit Unterzeichung des Einigungsvertrages beschlossene Sache.

Welche Ziele verfolgt der VDF heute?

Mit der Nationalparkgründung 1997 musste sich der Verein neu orientieren. Wir entwickeln uns jetzt vom Forder- zum Förderverein, haben wir damals immer gesagt. Mittlerweile hat sich vieles eingespielt. Jetzige Zielrichtung ist es, die Ausstattung der beiden Gebiete, des Nationalparks und des Naturparks, zu begleiten.

Was heißt das konkret?

Der Verein treibt aus verschiedenen Quellen finanzielle Mittel zur Unterstützung des Nationalparks und Naturparks auf. In den letzten Jahren flossen so allein in den Naturpark über 100.000 Euro. Darüber hinaus werden Entwicklungen und Projekte begleitet oder selbst umgesetzt. So ist der VDF zum Beispiel Plattform für die Naturparkführer. Letztere werden durch den Verein nicht nur ausgebildet, sondern sie vermarkten sich auch unter seinem Dach und sind nicht zuletzt über ihn versichert.

Welches war oder ist denn das größte Projekt?

Das Informationszentrum im Wasserturm der Naturparkverwaltung Fürstenhagen. Hier hat der Verein rund 140.000 Euro verbaut. Dann betreibt der VDF auch in guten Teilen den WanderBus, für den er einstmals zudem die Machbarkeitsstudie finanzierte.

Was steht 2013 an Projekten an?

Da sind viele Sachen am Laufen, wie zum Beispiel der WanderBus aus dem Eichsfeld, der jetzt auch ab Eisenach zum Einsatz kommen soll, die Juniorranger und ein internationaler Jugendaustausch. Dann noch der Naturerlebnisführer 2013, der bereits im vergangenen Jahr völlig aus eigenen Mitteln herausgegeben wurde.

Wieviel Mitglieder hat der Förderverein?

Ungefähr 50. Das ist vielleicht nicht so viel, doch man wird nicht aus Jux und Dallerei Mitglied, sondern weil man einfach ganz nah dran sein möchte. Selbst außerhalb Thüringens gibt es Enthusiasten, die sagen, Mensch, das unterstütze ich!

Wer sind die Mitglieder des VDF?

Da haben wir einen sehr interessanten Querschnitt, eine bunte Mischung von Leuten, die ansonsten wohl eher selten zusammenkommen würden. Obwohl etliche Mitglieder politisch aktiv sind, legen wir Wert darauf, dass die Arbeit des VDF unpolitisch bleibt.

Sind weitere Mitglieder willkommen?

Ja klar. Wer näher am Natur- und Nationalpark dransein möchte, ist im VDF an der richtigen Stelle. Wir hoffen auch darauf, dass sich noch jüngere Leute finden, die im Verein aktiv mitwirken, denn wir machen schließlich einen Berg Jugendarbeit.

Fakten


- Der Verein der Freunde des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal und des Nationalparks Hainich e.V. (VDF) wurde 1994 gegründet.

- Vorsitzende ist seit 2010 Christina Tasch, Bürgermeisterin der Gemeinde Küllstedt und Mitglied des Thüringer Landtages

- VDF-Erfolgsprojekte 2012 waren die zweite Auflage des Erlebnisführers, der Lückenschluss des Radweges am Grünen Band bei Großtöpfer, eine weitere erfolgreiche WanderBus-Saison im Eichsfeld mit elf Fahrten und 719 Teilnehmern sowie die Unterstützung des Junior-Rangertreffens auf dem Harsberg bei Mihla mit über 300 jungen Naturschützern aus dem gesamten Bundesgebiet.

- 2013 will der VDF wieder eine Menge Informations- und Aufbauarbeit leisten. So soll der erfolgreiche WanderBus aus dem Eichsfeld jetzt auch ab Eisenach zum Einsatz kommen, um das neue Konzept zur Bekanntmachung der Welterbe-Region um Wartburg und Hainich zu unterstützen

- Derzeit unterstützt der VDF aktiv die Vorbereitung des Naturparkfestes in Fürstenhagen am 26. Mai, das gleichzeitig den Rahmen für den Eichsfelder Wandertag bildet.

- In einer im März verabschiedeten Resolution zum Fracking stellen die VDF-Mitglieder klar, dass sie sich eindeutig gegen die Erkundung und Gewinnung von Erdgasvorkommen mit der unkonventionellen Fördertechnik Fracking wenden. Der Förderverein weist auf eine Reform des bundesdeutschen Bergrechts hin und fordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Bürgerbeteiligung in den entsprechenden Verfahren.
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