Integration durch Boxen und Vernetzen - Das Boxkino in Leinefelde bringt die Nationalitäten zusammen

Monika Kasatschenko und Bjondina Dermaku sind die großen Damen-Boxtalente im Leinefelder Boxkino. (Foto: Boxkino)
 
Lukas Wiechmann (rechts) in Aktion. Der Elfjährige ist bereits Landesmeister, errang in 17 Kämpfen zwölf Siege und will als persönliches Ziel an Olympia 2020 teilnehmen. (Foto: Boxkino)
Leinefelde: Boxkino | Ein früheres Kino in Leinefelde, umfunktioniert zu einer Boxtrainingshalle, dient etlichen jungen Menschen zur aktiven Freizeitgestaltung durch box-sportliche Betätigung.

Es ist zugleich zentraler Anlaufpunkt für ein präventives und integratives Projekt, das über das Land Thüringen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom Europäischen Integrationsfond gefördert wird.

Die Einrichtung der Villa Lampe in der Beethovenstraße 7-9 wurde im Mai 1997 eröffnet und zählt im wachsenden Projekt 98 Mitglieder. Auf 465 Quadratmetern treffen sich verschiedene Gruppen – die Altersspanne liegt zwischen 6 und 50 Jahren - zum Trainieren, Diskutieren, Spielen und zum Pflegen Freundschaften.

Hier geschieht "Integration durch Boxen und Vernetzen“, die verschiedenste Nationalitäten lernen sich kennen und arbeiten an verschiedenen Projekten. Der Migrationshintergrund liegt bei 30 Prozent.

So ist die Breitensportabteilung ein großer Bestandteil im Boxkino. Eine sportliche Anbindung finden die Wettkampfsportler beim SC Leinefelde 1912, der Stützpunktverein des Landessportbundes in Thüringen ist.

Wettkampf, Training oder einfach nur Freizeit, das entscheidet jeder im Boxkino selbst. Der Wettkampfbetrieb unterstützt allerdings in starkem Maße die Motivation und kehrt das Annehmen und Einhalten von Regeln. Die Gruppendynamik verbessert sich, es werden Vorbildfunktionen bei Gleichaltrigen geschaffen und die Eigendisziplin geformt.

Neben drei weiblichen und 22 männlichen Wettkampfsportlern gibt es über 70 Freizeitsportler im Boxkino. Davon sind 37 Damen aktiv in zwei Sportgruppen. Eine Seniorengruppe trifft sich außerdem jeden Dienstag um 18:00 Uhr im Holunger Bürgerhaus. Montags und mittwochs ist jeweils ab 20:00 Uhr Zumba Fitness im Boxkino angesagt.

Die aktiven Sportler trainieren in zwei Gruppen am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 16:00 bis 18:00 Uhr und anschließend bis 20:00 Uhr. Aber auch Schulprojekte in den Schulen sowie im Boxkino selbst gehören zum Bild der Leinefelder Einrichtung.

Zum fünfköpfigen Trainerteam gehören Katrin Schleiff, Alex Sievert, Gerald Peters, Dirk Braun und Holger Stitz, der als Pädagoge das soziale Miteinander nie außer Acht lässt und viel Wert auf Sozialkompetenz und Wertschätzung legt.

Sportliche Erfolge stehen nicht im Vordergrund, dennoch sprechen 34 Landesmeister und eine Deutsche Meisterin in drei Jahren eine eigene Sprache. Diese jungen Karrieren bedürfen jedoch großer Unterstützung. Einige Leinefelder und Worbiser Firmen und Einrichtungen geben ihr Bestes.

Thomas Holzborn als Leiter der Villa Lampe und Holger Stitz als Projektleiter Boxkino hoffen auf weitere Unterstützung der Gönner und des Europäischen Intergrationsfonds, bei für die Fortführung des Projektes ein Antrag vorliegt. Sollte die Einrichtung nicht weiter geführt werden, würde der Boxsport im Eichsfeld wieder untergehen, so zur Wende 1989 schon einmal geschehen, ist sich Holger Stitz sicher. Dann gäbe es auch das Funkeln in den Kinderaugen nicht mehr, wenn die Trainer zum Teamkreis aufriefen und das Training beginnen ließen.

Fakten
„Integration durch Boxen und Vernetzen“ ist Motto und Ziel der Arbeit im Leinefelder Boxkino.

Dabei greifen folgende Schwerpunkte ineinander:

- Der erlebnispädagogische Ansatz des Projektes vermittelt Spass ohne Leistungsdruck und ermöglicht so eine niedrig-schwellige, ambulante und sozial-pädagogische Begleitung junger Menschen im Freizeitbereich.

- Mit diesem Ansatz und durch das gemeinsame Training und die Teilnahme an Wettkämpfen dient das Projekt insbesondere auch der kontinuierlichen Integration zugewanderter und sozial benachteiligter junger Menschen im Gemeinwesen.

- Im Kontakt mit den Eltern wird an der gegenseitigen Kommunikation und der Anerkennung und Verinnerlichung von Werten und Normen gearbeitet.

- Den am Projekt teilnehmenden Jugendlichen werden Alternativen zum Alltag aufgezeigt und Werte beziehungsweise Charakterstärken, wie Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Fairness, Respekt und Sozialkompetenz, vermittelt. Ein positiver Umgang mit Frustrationen, Aggressionen und vermeidlichen Ungerechtigkeiten wird eingeübt und verinnerlicht, um möglichen kriminellen Laufbahnen vorzubeugen.

Fragen zum Verein und zum Projekt der Villa Lampe werden von Holger Stitz unter Telefon (03606) 55 21-0 oder Funk (0172) 35 833 75 gern beantwortet. Ausführliche Information gibt es auf der Projektseite, www.boxkino.de.
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