Neuzugänge, Neubauten, Neukonzipierungen - Grenzmuseum „Schifflersgrund" ist mit vielen Vorhaben in das Jahr 2013 gestartet

Das absolute "Prunkstück" für Wolfgang Ruske: Ein Jeep Willys MB, der als einziges Fahrzeug seiner Art in der gesamten Region ein H-Kennzeichen (Zulassung als Oldtimer) erhält und beim Thüringentag mit dabei sein wird.
 
Das Häuschen mit dem Kartenschalter sowie einem kleinen Informationsbereich wird in diesem Jahr durch einen neuen Eingangsbereich abgelöst.
Asbach-Sickenberg: Grenzmuseum Schifflersgrund | Mit der Post ist ein Paket im Grenzmuseum „Schifflersgrund“ eingetroffen. „Das sind sicher die Uniformen, die wir über Ebay ersteigert haben“, vermutet Christina Kellner, Mitarbeiterin der Gedenkstätte bei Asbach-Sickenberg.

Sie liegt richtig. Das Paket enthält eine Uniform der Sowjetarmee, einen US-amerikanischen Kampfanzug mit Flecken-Tarnmuster sowie eine Uniform mit Airborne-Abzeichen (United States Army Special Forces Command - luftlandefähiges Sondereinsatzkommando des Heeres der Vereinigten Staaten).

„Schade, dass keine Orden an den Jacken hängen“, bedauert Christina Kellner mit Blick auf unbekannte Langfinger, die vor einiger Zeit einige Orden aus dem Museum haben mitgehen lassen. Mit den übers Internet neu erworbenen Uniformen werden einige „Besatzungsmitglieder“ im Ausstellungs-Fuhrpark neu eingekleidet. Die Anzugsordnung einiger Puppen in den Hubschraubern sowie diversen Fahrzeugen hat im laufe der Jahre schon arg gelitten.

In den zurückliegenden Wochen konnte sich das Grenzmuseum aber noch über einige andere „Neuzugänge“ freuen. So zum Beispiel über einen Panzerabwehr- und Verbindungs-Hubschrauber vom Typ Bölkow BO-105, der beim ehemaligen Heeresfliegerregiment 36 Fritzlar der Bundeswehr im Rahmen des General Defense Plan (GDP) bis 1989 im Werra-Meißner-Kreis seinen Dienst leistete. Eingesetzt wurde er aber auch durch den Bundesgrenzschutz zur Grenzsicherung, was einen engen Bezug zum Grenzmuseum schafft. Mit dem BO-105 erhöht sich der Bestand an Helikoptern im Museum auf nunmehr sechs unterschiedliche Exemplare.

Ebenfalls Anfang Dezember traf ein M-113-Schützenpanzer der US-Streitkräfte im Museum ein. Im Bereich der Gedenkstätte Grenzmuseum Schifflersgrund standen den Grenztruppen der DDR auf westdeutscher Seite nicht nur der Bundesgrenzschutz sowie der Zollgrenzdienst gegenüber, sondern bis 1989 auch Angehörige der US-Stationierungsstreitkräfte.

Geschützte Panzerfahrzeuge, wie der M113 wurden durch die US-Stationierungsstreitkräfte vom Standort Bad Hersfeld im Grenzbereich am Sickenberg genutzt. Mit dem Schützenpanzer verfügt die Gedenkstätte nun über vier Kettenfahrzeuge unterschiedlicher Zuordnung.

Für Museums-Leiter Wolfgang Ruske ist allerdings ein ganz anderer Neuzugang des absolute Prunkstück des musealen Ausstellungsfuhrparks. Die Rede ist von einem Jeep Willys MB. Der fahrbereite Geländewagen der US-Armee wird demnächst - als einziger seiner Art in der gesamten Region mit einem H-Kennzeichen (für Oldtimer) unterwegs sein. Dem ersten großen öffentlichen Auftritt sieht das Fahrzeug dabei zum Thüringentag 2013 entgegen.

In diesem Jahr hat das Grenzmuseum „Schifflersgrund“ viel vor. Eines der wichtigsten Projekts ist die Neugestaltung des Eingangsbereiches. Rund 80.000 Euro stellt das Land Thüringen aus dem so genannten „Mauerfond“ für die Baumaßnahme zur Verfügung.

Das Eingangsgebäude selbst wird aus acht Bürocontainern zusammen gesetzt und mit Glasfronten versehen. Die so zur Verfügung stehenden etwas mehr als 100 Quadratmetern Fläche werden für den Ticketschalter, den Museumsshop und die Gästebetreuung genutzt. Wolfgang Ruske geht davon aus, dass im März/April die Aufträge ausgelöst werden können, eine Fertigstellung ist noch in diesem Jahr geplant. Die Arbeiten an der neu konzipierten Ausstellung werden 2013 fortgesetzt.

Neben einer räumlichen Trennung der Museumsfahrzeuge - die sowjetische und Grenztruppen-Technik kommen auf Thüringer Gebiet - die westdeutschen und amerikanischen Exponate werden auf hessischem Territorium aufgestellt - soll auch eine Straffung und Zusammenführung der einzelnen Ausstellungsbereich erfolgen.

„Wir präsentieren derzeit sehr viel Bildmaterial. Das wollen wir etwas zurücknehmen, weil wir glauben, die Ausstellungen so für den Besucher intensiver zu gestalten“, erläutert Ruske.

Der Trägerverein des Grenzmuseums soll langfristig in eine unselbständige Stiftung umgewandelt werden. Für dieses Schritt ist aber noch Kapital nötig, um einen entsprechenden finanziellen Grundstock aufzubauen. Die Einrichtung will daher 2013 verstärkt auch über die sozialen Netzwerke auf Sponsorensuche gehen.

Apropos Internet: Die Neugestaltung der museumseigenen Internetpräsenz www.grenzmuseum.de hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit trägt laut Museumsleiter schon spürbare Früchte, wie die gewachsene Anzahl der Zugriffe bestätigt. Zudem ist das Grenzmuseum inzwischen auch mit rund 20 Videofilmen auf YouTube präsent.

Das Museum im vergangenen Jahr 2012

- 2012 besuchten 3.228 Schüler das Grenzmuseum.
- 2012 gab es 45.795 Besucher ingesamt.
- 2012 gab es 35 fremdsprachige Führungen im Grenzmuseum, so viele, wie noch nie.
- Am 3. Oktober 2012 konnte mit Angelika Hey aus dem unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld die 900.000 Besucherin seit der Museumseröffnung begrüßt werden.
- 2012 startete das Grenzmuseum auch bei Facebook und hat hier inzwischen schon 450 Freunde.
- 2012 entstand als Neubau eine Ausstellung- und Veranstaltungshalle auf dem Museumsgelände.
- Im Oktober 2012 wurde der QR-Code im Grenzmuseum mit Informationen zu 17 Stationen eingeführt.
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